Ortwin Hensellek
Lebensdaten
| Name: | Hensellek |
Ortwin Hensellek
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| Vorname: | Ortwin | |
| Geburtsdatum: | 16.06.1911 | |
| Geburtsort: | Saalfeld | |
| Geburtsort Lage - Damals: | Kreis Mohrungen - Regierungsbezirk Königsberg - Preußische Provinz Ostpreußen | |
| Geburtsort Lage - Heute: | Zalewo - Powiat Iławski - Woiwodschaft Ermland-Masuren - Republik Polen | |
| Todesdatum: | 00.05.1945 | |
| Todesort: | Im Infanterieeinsatz im Osten vermißt | |
| Todesursache: | Unbekannt |
Dienstgrade
| 01.11.1939 | Steuermann Sonderführer (Ernennung) |
| 01.06.1940 | Bootsmannsmaat der Reserve |
| 01.09.1940 | Steuermann der Reserve |
| 01.11.1941 | Leutnant zur See der Reserve mit Rangdienstalter vom 01.04.1941 |
| 01.04.1943 | Oberleutnant zur See der Reserve |
Orden und Ehrenzeichen
| 00.00.1940 | Eiserne Kreuz 2. Klasse |
| 27.10.1941 | Eiserne Kreuz 1. Klasse |
| 00.00.0000 | Kriegsabzeichen für Minensuch-, Ubootsjagd- und Sicherungsverbände |
| 06.05.1943 | U-Bootskriegsabzeichen 1939 |
| 04.10.1944 | U-Boots-Frontspange in Bronze |
Militärischer Werdegang
| 01.06.1938 | Eintritt in die Kriegsmarine als Rekrut. |
| 01.06.1938 - 29.07.1938 | Infanteristische Grundausbildung bei der 1./6. Schiffsstammabteilung, Wilhelmshaven. |
| 28.08.1938 - 25.09.1939 | Außer Dienst (a.D.) |
| 26.09.1939 - 04.04.1940 | Steuermann bei Sperrfahrzeuge Elbe im Sperrwachdienst. |
| 05.04.1940 - 25.05.1940 | Reserve-Offiziersanwärterlehrgang bei der II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung, Wesermünde. |
| 26.05.1940 - 24.07.1940 | Wachoffizier in der 8. Vorpostenflottille, Wesermünde. Ab 01.06.1940 - Reserve-Offiziersanwärter R.O.A. (Ernennung). |
| 25.07.1940 - 19.02.1942 | Wachoffizier und Bootskommandant in der 20. Vorpostenflottille, Cherbourg/Rotterdam. |
| 20.02.1942 - 07.06.1942 | Bootskommandant in der 22. Minensuchflottille, Cuxhaven/Tromsö. |
| 08.06.1942 - 02.08.1942 | U-Wachoffizierslehrgang bei der 1. U-Lehrdivision, Pillau. |
| 03.08.1942 - 27.09.1942 | Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik. |
| 28.09.1942 - 28.10.1942 | Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik. |
| 29.10.1942 - 07.07.1943 | Wachoffizier auf U 460 (Typ XIV) unter Ebe Schnoor. 3 Unternehmungen: |
| ↳ 11.11.1942 - 19.12.1942 - Nordatlantik. 18 U-Boote versorgt. | |
| ↳ 27.01.1943 - 05.03.1943 - Nordatlantik. 20 U-Boote versorgt. | |
| ↳ 24.04.1943 - 25.06.1943 - Mittelatlantik, vor Freetown. 12 U-Boote versorgt. | |
| 08.07.1943 - 15.07.1943 | Fahrgerät-Lehrgang bei der 2. U-Ausbildungsabteilung, Neustadt. |
| 16.07.1943 - 30.08.1943 | Kommandanten-Lehrgang und 52. Kommandanten-Schießlehrgang bei der 24. U-Flottille, Memel. |
| 31.08.1943 - 01.11.1943 | Kommandantenschüler auf UD 4 unter Friedrich Schäfer. (Schulboot). |
| 02.11.1943 - 21.11.1943 | Nicht ermittelt. |
| 22.11.1943 - 30.11.1943 | Baubelehrung für U 298 bei der 6. Kriegsschiffbaulehrabteilung, Bremen. |
| 01.12.1943 - 21.12.1943 | Kommandant von U 298 (Typ VII C/41) - (Ausbildungsboot). |
| ↳ Kriegsgerichtsverhandlung gegen Hensellek, er war mit seinem Boot, stark alkoholisiert, mit U 297 kollidiert. Nach einem erneuten Vorfall, daß beim Beladen von Torpedos aufgetreten war, dabei hat er nicht nur die Mannschaft beleidigt, sondern den ganzen Vorgang in Gefahr gebracht, wurde der Vorfall von zwei Offizieren zur Meldung gebracht. Er wurde von seinem Kommando entbunden. | |
| 22.12.1943 - 21.06.1944 | Zur Verfügung der 5. U-Flottille, Kiel. |
| 24.02.1944 | Gerichtsverhandlung wegen militärischen Ungehorsams. Er bekam 3 Monate Gefängnis. Urteil am 19.05.1944 bestätigt. |
| 21.06.1944 - 01.08.1944 | Ableistung der Gefängnisstrafe in Graudenz. |
| 00.08.1944 - 00.05.1945 | Schreiboffizier in der 8. U-Flottille, Danzig und in der Marine-Nachrichtenabteilung 2, Gotenhafen, später Infanterieeinsatz im Panzer-Grenadierersatz- und Ausbildungsbataillon 465. Bei Kriegsende vermißt. |
Der Fall Hensellek
Zu den Vorfällen um Ortwin Hensellek auf U 298 lassen sich noch einige sehr spezifische Details aus den Disziplinarakten und dem Flottillenalltag ergänzen, die den Fall so außergewöhnlich machten:
1. Das „Alkohol-Problem“ auf U 298
Henselleks Problem war in der Flottille offenbar kein Geheimnis mehr. Die Kollision mit U 297 (Kommandant Wolfgang Aldegarmann) geschah während eines Manövers, bei dem Hensellek die Brückenwache trotz schwerer Trunkenheit nicht abgeben wollte. Dass er dabei ein wertvolles Frontboot beschädigte, galt als Gefährdung der Schlagkraft der U-Boot-Waffe.
2. Die Rolle der „Meuterei von oben“
Dass der I. Wachoffizier und ein weiterer Offizier (meist der II. WO) ihren eigenen Kommandanten meldeten, war das schwerstmögliche Zerwürfnis an Bord. In der Marinejustiz wurde dies oft als „Rettung des Bootes vor dem Kommandanten“ gewertet. Hensellek hatte durch seine Beleidigungen („Mannschaftsschikane“) den Geist der Bootsgemeinschaft gebrochen, was unter Dönitz als unverzeihlich galt.
3. Das Schicksal nach der Ablösung
Nachdem er am 23.10.1944 seines Kommandos auf U 298 enthoben wurde, folgte die Versetzung zur Personalreserve. In den letzten Kriegswochen 1945 wurden viele dieser „disziplinarisch auffälligen“ Offiziere in Marine-Schützen-Bataillone oder zur Infanterie versetzt. Dies erklärt sein Sterbedatum am 22.04.1945 in Berlin – er fiel mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Erdkämpfen während der Schlacht um Berlin, fernab der U-Boot-Waffe.
4. Personalhistorische Notiz
In den Stammrollen wird er nach der Ablösung oft nicht mehr als U-Boot-Kommandant geführt, was auf einen Rangverlust oder eine Degradierung zur Bewährung hindeutet. Sein Fall diente intern als warnendes Beispiel für den moralischen Verfall des Offizierskorps in der Endphase des Krieges.
Quellen & Literatur
Timothy P. Mulligan: "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Untersucht die psychische Belastung und Disziplinarfälle durch Alkoholmissbrauch im Offizierskorps).
Lohmann/Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Personalien und administrative Einordnung von Dienstenthebungen).
Günther Gribbohm: "Das Reichskriegsgericht" (Rechtliche Einordnung der Paragraphen zur Dienstpflichtverletzung und der Ablösung von Kommandanten).
Lothar Walmrath: "Justitia Et Disciplina - Strafgerichtsbarkeit in der deutschen Kriegsmarine 1939-1945" - Peter GmbH Lang Mai Verlag 1998.
Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com
