Konteradmiral
Konteradmiral
Der Rang eines Konteradmirals war in der Kriegsmarine des Dritten Reiches der Eingangsdienstgrad der Admiralsranggruppe und entsprach dem Dienstgrad eines Generalmajors im Heer und in der Luftwaffe. Er stand unmittelbar über dem Kapitän zur See und unter dem Vizeadmiral und kennzeichnete den Übergang vom Stabsoffizier zum Flaggoffizier. Konteradmirale wurden mit der Führung größerer Marineverbände, wichtiger Küstenabschnitte, Ausbildungs- und Inspektionsdienststellen oder leitender Abteilungen des Oberkommandos der Kriegsmarine betraut. Sie gehörten zur höheren Führungsebene und trugen Verantwortung für die operative Führung sowie die organisatorische Weiterentwicklung der Marine.
Innerhalb der Kriegsmarine nahmen Konteradmirale zahlreiche Schlüsselstellungen ein. Sie führten Sicherungsverbände, Marinekommandos oder Ausbildungsorganisationen und wirkten in den Führungsstäben an der Planung und Durchführung maritimer Operationen mit. Für die U-Boot-Waffe besaß dieser Dienstgrad besondere Bedeutung, da Karl Dönitz als Befehlshaber der Unterseeboote (BdU) seit dem 1. September 1940 den Rang eines Konteradmirals führte und in dieser Funktion die taktische Führung, Ausbildung und Weiterentwicklung der deutschen U-Boot-Flotte maßgeblich prägte. Konteradmirale waren darüber hinaus an der Einführung neuer Verfahren, der Koordinierung zwischen Frontverbänden und Ausbildungsdienststellen sowie an der Umsetzung technischer Neuerungen beteiligt.
Rang- & Laufbahnabzeichen
In der Kriegsmarine des Dritten Reiches wurde der Rang eines Konteradmirals durch die charakteristischen Rangabzeichen der Flaggoffiziere kenntlich gemacht. Auf den Schulterstücken trug der Konteradmiral reich geflochtene Schulterstücke aus Gold- und Silbergespinst auf marineblauer Unterlage ohne Rangsterne („Pickel“). Die Ärmelabzeichen bestanden aus einem breiten goldenen Admiralsstreifen, über dem sich ein schmaler goldener Rangstreifen sowie ein goldener fünfzackiger Stern befanden. Zur Uniform gehörten außerdem die goldgestickten Eichenlaubverzierungen an Schirmmütze und Paradeuniform sowie die hochrot unterlegten Reversaufschläge des Dienstrocks, welche die Zugehörigkeit zur Admiralsranggruppe deutlich hervorhoben.
Laufbahnabzeichen traten beim Konteradmiral gegenüber der Führungsfunktion weitgehend in den Hintergrund, da dieser Dienstgrad ausschließlich von erfahrenen Seeoffizieren erreicht wurde, die sämtliche Ausbildungs- und Verwendungsstufen erfolgreich durchlaufen hatten. Besondere Laufbahnzugehörigkeiten konnten weiterhin durch entsprechende Zusatzabzeichen kenntlich gemacht werden, standen jedoch hinter den umfangreichen Führungs- und Organisationsaufgaben eines Flaggoffiziers zurück.
Alle Angaben ohne Gewähr
Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com