Kommodore

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Kommodore


Die Bezeichnung Kommodore war in der Kriegsmarine des Dritten Reiches kein eigenständiger Dienstgrad, sondern eine besondere Dienststellung beziehungsweise ein Titel für einen Kapitän zur See, der mit der Führung eines größeren Schiffsverbandes oder einer besonderen Kommandobehörde betraut war. In der Rangordnung stand der Kommodore zwischen dem Kapitän zur See und dem Konteradmiral, ohne jedoch der Admiralsranggruppe anzugehören. Die Verleihung dieses Titels erfolgte in erster Linie dann, wenn ein erfahrener Seeoffizier Aufgaben wahrnahm, die üblicherweise einem Flaggoffizier vorbehalten waren, eine Beförderung zum Konteradmiral jedoch noch nicht erfolgt oder nicht vorgesehen war.

Innerhalb der Kriegsmarine wurden Kommodores vor allem mit der Führung von Zerstörer-, Torpedoboot- oder U-Boot-Verbänden sowie größeren Ausbildungs- und Sicherungsorganisationen betraut. Sie koordinierten den Einsatz mehrerer unterstellter Einheiten, überwachten die Durchführung operativer Befehle und dienten als Bindeglied zwischen den Flottillenführern und den höheren Kommandobehörden. In der U-Boot-Waffe konnten erfahrene Kapitäne zur See als Kommodore die Führung mehrerer Flottillen oder besonderer Organisationsbereiche übernehmen und damit wesentlich zur Einsatzbereitschaft, Ausbildung und Organisation der Unterseeboote beitragen.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Da der Kommodore kein eigener Dienstgrad war, behielt der betreffende Offizier grundsätzlich die Rangabzeichen eines Kapitäns zur See. Zur Kennzeichnung seiner besonderen Stellung führte er jedoch auf dem Ärmel zusätzlich einen goldenen fünfzackigen Stern über dem breiten goldenen Ärmelstreifen. Die Schulterstücke entsprachen weiterhin denen eines Kapitäns zur See und bestanden aus silbernem Schultergeflecht auf marineblauer Unterlage mit zwei vergoldeten Rangsternen („Pickel“). Als äußeres Zeichen seines Kommandos führte der Kommodore im Großtopp seines Flaggschiffes den Kommodorestander. Dieser bestand aus einem weißen Doppelstander mit einem Eisernen Kreuz auf quadratischem Feld und galt als Rangzeichen für Offiziere, die einen größeren Verband führten, ohne der Admiralsranggruppe anzugehören. Der Kommodorestander wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Deutschen Marine als Geschwaderstander übernommen und wird dort in abgewandelter Funktion bis heute verwendet.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com