Vulcan Stettiner Maschinenbau AG Stettin
U-Boot-Bau
Nach dem Beschluss, Anfang 1941 auch die beiden Stettiner Werften Oderwerke AG und die Stettiner Maschinenbau AG Vulcan in das U-Boot-Bauprogramm der Kriegsmarine einzubeziehen, erhielt die Stettiner Maschinenbau AG Vulcan Bauaufträge für U-Boote des Typs VII C. Für die Werft war zunächst eine jährliche Ablieferung von sechs U-Booten vorgesehen. Gleichzeitig sollte auch die benachbarte Oderwerke AG in das Serienbauprogramm einbezogen werden.
Die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Serienfertigung waren bei beiden Werften jedoch nicht in ausreichendem Umfang vorhanden. Deshalb wurde bereits im Sommer 1942 beschlossen, die beiden Stettiner Werften wieder aus dem U-Boot-Neubauprogramm herauszunehmen und keine weiteren Bauaufträge mehr zu vergeben. Bereits erteilte Aufträge wurden teilweise auf andere Werften übertragen, darunter die Flender Werke AG Lübeck, die H.C. Stülcken & Sohn Hamburg und die F. Schichau Werft GmbH Danzig.
Auf den Oderwerken waren die Boote U 821 bis U 824 vorgesehen. Von diesen konnten U 821 und U 822 fertiggestellt und an die Kriegsmarine abgeliefert werden. U 823 und U 824 wurden zwar noch auf Kiel gelegt, jedoch nicht mehr fertiggestellt. Auch die Stettiner Maschinenbau AG Vulcan hatte mit U 901 und U 902 zwei U-Boote des Typs VII C begonnen. U 901 wurde am 29.04.1944 in Dienst gestellt, während U 902 nach dem Stapellauf am 24.12.1943 nicht mehr fertiggestellt wurde. Damit konnten von den insgesamt sechs begonnenen U-Booten der beiden Stettiner Werften lediglich drei in Dienst gestellt werden.
Die Stettiner Maschinenbau AG Vulcan wurde darüber hinaus in die Entwicklung und Erprobung besonderer Unterwasserfahrzeuge einbezogen. Auf der Werft entstanden 1943 und 1944 mehrere Unterwasser-Schleppkörper für Erprobungszwecke der Kriegsmarine. Dazu gehörten Schleppkörper mit einer Verdrängung von etwa 90 t; später wurden auch größere Ausführungen mit etwa 300 t vorgesehen beziehungsweise in Auftrag gegeben. Die Versuche dienten der Untersuchung des Transports größerer Lasten unter Wasser und standen im Zusammenhang mit den deutschen Planungen für besondere Unterwasserfahrzeuge.
Die Beteiligung der beiden Stettiner Werften am U-Boot-Bau blieb damit insgesamt begrenzt. Während die geplante Serienproduktion nicht verwirklicht werden konnte, entstanden auf den Oderwerken zwei und bei der Stettiner Maschinenbau AG Vulcan ein fertiggestelltes U-Boot. Die übrigen begonnenen Boote wurden infolge der Umstellung des deutschen U-Boot-Bauprogramms und der sich verschlechternden Kriegslage nicht mehr fertiggestellt. Die Stettiner Werften blieben daneben in unterschiedlichem Umfang mit anderen Aufgaben für die Kriegsmarine befasst.
Bauaufträge
Typ VII C
| U 901 | U 902 |
Typ VII C (abgegeben an H.C. Stülcken & Sohn Hamburg)
| U 903 | U 904 |
Typ VII C (abgegeben an die Flender Werke AG Lübeck)
| U 905 | U 906 | U 907 | U 908 |
Typ VII C/41 (abgegeben an H.C. Stülcken & Sohn Hamburg)
| U 909 | U 910 | U 911 |
Typ VII C/41 (abgegeben an H.C. Stülcken & Sohn Hamburg)
| U 912 | U 913 | U 914 | U 915 | U 916 | U 917 | U 918 |
Literaturverweise
Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com