Schiffswerft Linz

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U-Boot-Bau


Die Schiffswerft Linz war während der Zwischenkriegszeit vor allem als Bauwerft für Binnenschiffe und durch die Entwicklung und Herstellung eigener Dieselmotoren der Marke „Climax“ bekannt. Die Werft gehörte damit zu den technisch bedeutenden Schiffbau- und Maschinenbaubetrieben Österreichs. Am 24.06.1938 wurde sie als erster oberösterreichischer Betrieb zum Rüstungsunternehmen erklärt und in der Folge in den Unternehmensverbund der Hermann-Göring-Werke eingegliedert.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde die Werft zunehmend in die deutsche Rüstungswirtschaft einbezogen. Ihre besondere Lage an der Donau machte sie vor allem für den Schiffbau und die Instandsetzung von Binnenschiffen geeignet. Ein regulärer Bau von Hochsee-U-Booten begann in Linz zunächst nicht.

Im Rahmen des auf eine arbeitsteilige Fertigung ausgerichteten Bauprogramms für das neue Elektroboot Typ XXIII wurde die Schiffswerft Linz 1944 in die Planungen einbezogen. Der Werft wurden die Boote U 2446 bis U 2460 zugeordnet. Diese 15 Boote waren ursprünglich als Bauaufträge der Deutsche Werft AG Nikolaev vorgesehen. Am 01.05.1944 wurden die Bauaufträge der Linzer Werft übertragen.

Die geplante Fertigung konnte jedoch in Linz nicht mehr aufgenommen werden. Kein einziges der 15 Boote wurde auf Kiel gelegt oder fertiggestellt. Die Bauaufträge wurden infolge der weiteren Verschlechterung der militärischen Lage schließlich annulliert. Damit blieb die Beteiligung der Schiffswerft Linz am U-Boot-Bau auf die Übernahme der Bauaufträge und die damit verbundene Produktionsplanung beschränkt.

Die Einbeziehung der Schiffswerft Linz in das Typ-XXIII-Programm war Ausdruck der zunehmenden Dezentralisierung des deutschen U-Boot-Baus in den letzten Kriegsjahren. Die Fertigung sollte auf zahlreiche Werften und Produktionsstandorte verteilt werden, um die Kapazitäten der vorhandenen U-Boot-Werften zu erweitern und die Produktion vor den zunehmenden alliierten Luftangriffen zu schützen. Aufgrund der militärischen Entwicklung konnten diese Planungen jedoch an vielen Standorten nicht mehr umgesetzt werden.

Die Schiffswerft Linz blieb damit ohne tatsächlich fertiggestelltes U-Boot. Ihre Bedeutung innerhalb der deutschen Rüstungswirtschaft lag während des Zweiten Weltkrieges vor allem im allgemeinen Schiff- und Maschinenbau sowie in ihrer Eingliederung in die Rüstungsorganisation der Hermann-Göring-Werke.

Bauaufträge

Typ XXIII (ursprünglich ein Auftrag der Deutsche Werft AG Nikolaev)

U 2446 U 2447 U 2448 U 2449 U 2450 U 2451 U 2452 U 2453 U 2454 U 2455
U 2456 U 2457 U 2458 U 2459 U 2460

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

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