Odero-Terni-Orlando La Spezia

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U-Boot-Bau


Die Odero-Terni-Orlando Società per la Costruzione di Navi, Macchine ed Artiglierie (OTO) war ein bedeutender italienischer Schiffbau-, Maschinenbau- und Rüstungskonzern. Das Unternehmen entstand Ende der 1920er Jahre durch den Zusammenschluss mehrerer italienischer Schiffbau- und Maschinenbaubetriebe. Zum Unternehmensverbund gehörten unter anderem die Werftanlagen in Muggiano bei La Spezia. Im Jahr 1933 gelangte die OTO unter die Kontrolle des staatlichen Instituts für den industriellen Wiederaufbau (IRI).

Die OTO war sowohl im zivilen als auch im militärischen Schiffbau tätig. Neben Handels- und Kriegsschiffen wurden Maschinenanlagen, Dieselmotoren, Kessel und Turbinen hergestellt. Einen besonders wichtigen Bereich bildete die Fertigung von Artilleriewaffen für die italienische Marine. Dazu gehörten Geschütze verschiedener Kaliber für Schlachtschiffe, Kreuzer und kleinere Überwassereinheiten sowie Marinegeschütze für U-Boote.

Auch der Bau von U-Booten gehörte zum Tätigkeitsbereich der OTO. Auf den Werftanlagen in Muggiano bei La Spezia entstanden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Unterseeboote für die Regia Marina. Die Werft verfügte dadurch über langjährige Erfahrungen im U-Boot-Bau und über die für diesen Bereich erforderlichen technischen und industriellen Einrichtungen.

Nach dem italienischen Waffenstillstand vom September 1943 wurden zahlreiche italienische Kriegsschiffe und U-Boote von der deutschen Kriegsmarine übernommen. Auch bei der OTO im Bau beziehungsweise in verschiedenen Fertigungsstadien befindliche italienische U-Boote wurden teilweise als Beuteboote übernommen und für die deutsche Kriegsmarine vorgesehen. Sie erhielten deutsche UIT-Nummern und sollten unter deutscher Flagge weitergebaut beziehungsweise fertiggestellt werden.

Die OTO war damit nicht durch eigene deutsche Neubauaufträge an der Entwicklung oder Serienfertigung der neuen deutschen U-Boot-Typen beteiligt. Ihre Bedeutung für die deutsche U-Boot-Waffe in den letzten Kriegsjahren ergab sich vielmehr aus der Übernahme bereits vorhandener italienischer U-Boote und deren geplanter Weiterverwendung unter deutschen Kennungen.

Die zunehmenden alliierten Luftangriffe sowie die militärische Entwicklung in Italien erschwerten jedoch die Fertigstellung und Inbetriebnahme dieser Boote erheblich. Die deutschen Planungen für die übernommenen italienischen U-Boote konnten deshalb nur teilweise verwirklicht werden. Die OTO blieb daneben weiterhin ein bedeutender italienischer Schiffbau- und Rüstungsbetrieb, dessen Anlagen bis zum Ende des Krieges für verschiedene militärische Aufgaben genutzt wurden.

Italienische U-Boote (Beute-Boote)

R-Klasse

UIT 1 UIT 2 UIT 3

Flutto-Klasse

UIT 15 UIT 16

Marconi-Klasse

UIT 25

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

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