Marineschule

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Marineschulen


Für die Ausbildung des späteren U-Boot-Personals waren vor allem die Marineschule Mürwik in Flensburg und die Marineschule Kiel in Kiel-Wik von Bedeutung. Beide Einrichtungen hatten unterschiedliche Aufgaben. Während Mürwik vor allem der Ausbildung des Seeoffiziernachwuchses diente, lag der Schwerpunkt der Marineschule Kiel auf der technischen Ausbildung.

Marineschule Mürwik


Die Marineschule Mürwik war ein zentraler Ausbildungsort für Seeoffiziersanwärter. Zahlreiche spätere U-Boot-Offiziere und U-Boot-Kommandanten durchliefen dort einen Teil ihrer allgemeinen Offiziersausbildung. Vermittelt wurden unter anderem Navigation, Seemannschaft, Taktik, Dienstkenntnis sowie Grundlagen verschiedener Waffen- und Fachgebiete. Die Ausbildung bildete die allgemeine Grundlage für die spätere Verwendung als Marineoffizier. Die besondere Ausbildung für den U-Boot-Dienst erfolgte erst anschließend an den dafür vorgesehenen U-Boot-Schulen, Lehrdivisionen und Ausbildungsverbänden. Am 1. Mai 1943 erhielt die Marineschule Mürwik die Bezeichnung Marinekriegsschule Mürwik. Die Aufgaben in der Offiziersausbildung wurden weiterhin fortgeführt.

Marineschule Kiel


Die Marineschule Kiel in Kiel-Wik war vor allem eine technische Ausbildungseinrichtung. Für die U-Boot-Waffe war sie insbesondere für Ingenieuroffiziere, Ingenieuroffizieranwärter und technisches Fachpersonal von Bedeutung. Die Ausbildung vermittelte Kenntnisse über Schiffsmaschinenanlagen, Dieselmotoren, elektrische Anlagen, Pumpen, Hilfsmaschinen sowie weitere technische Bordeinrichtungen. Diese Kenntnisse bildeten eine wichtige Grundlage für den späteren technischen Dienst auf U-Booten. Während des Zweiten Weltkrieges bestanden an der Marineschule Kiel außerdem besondere Sonderlehrgänge für die U-Bootausbildung. Damit war die Schule unmittelbar in Teile der technischen Ausbildung des U-Boot-Personals eingebunden.

Bedeutung für die U-Bootausbildung


Die beiden Schulen erfüllten innerhalb der U-Bootsausbildung unterschiedliche Aufgaben. Die Marineschule Mürwik vermittelte zukünftigen U-Boot-Offizieren zunächst die allgemeine seemännische, nautische und militärische Ausbildung eines Seeoffiziers. Die Marineschule Kiel bereitete dagegen insbesondere technisches Führungspersonal auf den Betrieb und die Überwachung der Maschinen- und Elektroanlagen vor. Erst in den anschließenden besonderen U-Boot-Ausbildungsabschnitten wurden diese allgemeinen beziehungsweise technischen Kenntnisse auf die besonderen Anforderungen des Dienstes an Bord eines U-Bootes übertragen.

Kriegsende


Die Marinekriegsschule Mürwik und die Marineschule Kiel führten ihre Ausbildungsaufgaben bis in die letzten Kriegsmonate fort. Mit der deutschen Kapitulation im Mai 1945 endete der reguläre Ausbildungsbetrieb der Kriegsmarine und damit auch ihre Tätigkeit innerhalb der U-Bootausbildung.

Quellen im Bundesarchiv


BArch RM 27-I: Inspektion des Bildungswesens der Reichsmarine und Kriegsmarine sowie Marine-Kriegsakademie.

BArch RM 129: Akademien und Schulen der Reichsmarine und Kriegsmarine.

BArch PERS 6: Personalunterlagen von Angehörigen der Reichswehr und Wehrmacht.

Literatur


Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Gliederung – Einsatz – Stellenbesetzung. 3 Bände. Podzun Verlag, Bad Nauheim, 1956–1964.

Hildebrand, Hans H.: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848–1945. Biblio Verlag, Osnabrück.

Peter, Karl Hinrich: Seeoffizieranwärter. Ihre Ausbildung von 1848 bis heute. 1969.

Hillmann, Jörg / Scheiblich, Reinhard: Das rote Schloß am Meer. Die Marineschule Mürwik seit ihrer Gründung. Convent Verlag, Hamburg, 2002.


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverzeichnis: → Literaturverzeichnis und Buchkauf


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com