Maschinenmaat
Maschinenmaat
Der Maschinenmaat gehörte zur Laufbahn II (Maschinenlaufbahn) der Kriegsmarine. Er war der niedrigste Unteroffiziersdienstgrad ohne Portepee bei den Maschinisten.
Der Maschinenmaat teilte sich in Diesel-Maschinenmaat (D), Elektro-Maschinenmaat (E) oder Zentrale-Maschinenmaat (Z). Alle gehörten zur Laufbahn II.
Aufgabe
Die Angehörigen der Maschinenlaufbahn waren für die Bedienung und Instandhaltung der Antriebs- und Hilfsmaschinen an Bord der Kriegsschiffe verantwortlich. Dazu gehörten Dampfmaschinen, Dampfturbinen, Diesel- und Elektromotoren, Kessel, elektrische Anlagen und Pumpenanlagen sowie Beibootsmaschinen und Scheinwerfer.
Anforderungen
Voraussetzung war eine abgeschlossene Lehrzeit in einem Metallhandwerk. In Ausnahmefällen genügte auch eine mehrjährige Arbeitszeit.
Zu den geeigneten Berufen gehörten unter anderem Maschinenschlosser, Maschinenbauer, Motorenschlosser, Schmied, Kesselschmied, Kupferschmied, Klempner, Mechaniker, Elektrotechniker und Schweißer sowie verwandte Handwerke.
Die Laufbahn ergänzte sich auch aus Freiwilligen.
Rang- & Laufbahnabzeichen
Auf den Kragenpatten der Unteroffiziere ohne Portepee war eine 0,5 cm breite goldene Gespinsttresse aufgenäht. Ab dem 12. Oktober 1939 war diese Tresse golden, zuvor war sie silbern. Die rechteckigen Kragenpatten waren 6 × 4 cm groß und aus kornblumenblauem Abzeichentuch gefertigt.
Der Maschinenmaat trug einen goldenen Streifen als Kragenabzeichen.
Die Ärmelabzeichen bestanden bei allen Laufbahnen aus einem oder zwei, gegebenenfalls gekreuzten, Ankern, die mit dem jeweiligen Laufbahnabzeichen verbunden waren. Die Laufbahnabzeichen entsprachen denen der Portepeeunteroffiziere, waren jedoch etwa doppelt so groß. Die ovale Unterlage war auf dem linken Oberarm so anzunähen, dass das Abzeichen beim Armbeugen nicht geknickt wurde.
Der Maschinenmaat trug einen goldenen Anker mit Zahnrad auf blauer Unterlage als Ärmelabzeichen.
Unteroffiziere ohne Portepee und Mannschaften erhielten nach erfolgreicher Teilnahme an Lehrgängen für Sonderausbildungen ein besonderes Abzeichen. Dieses wurde an allen Bekleidungsstücken der blauen Uniform auf dem linken Oberarm unter den Laufbahn- und Dienstgradabzeichen getragen. Die Stickerei bestand aus roter Wolle oder Baumwolle auf einer Unterlage aus marineblauem Tuch. Zu diesen Sonderausbildungsabzeichen gehörten unter anderem Abzeichen für Geschütz-, Flak-, Torpedowaffen- und Unterwasserhorchdienst sowie für Elektronik- und Motorenlehrgänge verschiedener Stufen.
Ausbildung
Die Ausbildung in den einzelnen Laufbahnen war vielseitig und gründlich. Nach der Einstellung erhielt jeder Freiwillige eine mehrmonatige militärische (infanteristische) Ausbildung als Grundausbildung für einen Soldaten der Kriegsmarine.
Die weitere Ausbildung erfolgte in mehreren Abschnitten. An die militärische Ausbildung schloss sich ein sechsmonatiger Gastenlehrgang an. Danach erfolgte die Kommandierung an Bord eines Schlachtschiffes, Kreuzers oder eines anderen Kriegsschiffes als Gast.
Nach Auswahl zum Unteroffiziersanwärter konnte ein achtmonatiger Maatenlehrgang und ein viermonatiger allgemeiner Unteroffizierslehrgang folgen. Nach Bestehen der Lehrgänge erfolgte die Beförderung zum Maat und die Kommandierung in eine Maatenstelle an Bord oder an Land.
Bei Auswahl zum Oberfeldwebelanwärter folgte eine zehnmonatige Ausbildung sowie ein allgemeiner Oberfeldwebellehrgang von etwa sechs Wochen. Die tüchtigsten Unteroffiziere konnten bereits nach einjähriger Dienstzeit als Unteroffizier zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt werden. Bei Bestehen der Lehrgänge konnten sie vom Maat unmittelbar zum Oberfeldwebel befördert werden, wobei die Zwischendienstgrade Obermaat und Feldwebel übersprungen wurden.
Wer nicht zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt wurde, konnte bei Eignung nach sechsjähriger Dienstzeit, davon drei Jahre als Maat, zum Obermaat befördert werden. Bei weiterer Eignung und Auswahl war nach siebenjähriger Dienstzeit, davon drei Jahre als Maat, die Beförderung zum Feldwebel möglich.
Die Freiwilligen der übrigen Lehrgänge erhielten andere Ausbildungslehrgänge. Die Beförderungsbedingungen hinsichtlich der Dienstzeit waren jedoch grundsätzlich gleich.
Beförderungen
Die folgende Übersicht gibt die allgemeinen Beförderungsbedingungen wieder:
- Gefreiter – nach Gesamtdienstzeit von 1 Jahr, davon 1 Jahr als Matrose.
- Obergefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 2 Jahren, davon 1 Jahr als Gefreiter.
- Hauptgefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 4 Jahren, davon 2 Jahre als Obergefreiter.
- Maat – nach einer Gesamtdienstzeit von 3 Jahren, davon 1 Jahr als Obergefreiter.
- Obermaat – nach einer Gesamtdienstzeit von 6 Jahren, davon 3 Jahre als Maat.
- Feldwebel – nach einer Gesamtdienstzeit von 7 Jahren, davon 3 Jahre als Maat.
- Oberfeldwebel – nach einer Gesamtdienstzeit von 6 Jahren, davon 2 Jahre als Maat.
Literatur
U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.
Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.
Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com