Matrosenobergefreiter

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Matrosenobergefreiter


Der Matrosenobergefreite gehörte zur Laufbahn I (Bootsmannslaufbahn) der Kriegsmarine. Er war der höchste Mannschaftsdienstgrad im seemännischen Bereich.

Mit dem Matrosenobergefreiten konnte sich die weitere Laufbahn in verschiedene Richtungen entwickeln. Mannschaften der Laufbahn I (Bootsmannslaufbahn) konnten unter bestimmten Voraussetzungen in die Laufbahn III (Steuermannslaufbahn) wechseln. Dort dann als nächstes als Steuermannsmaat weiter machen.

Aufgabe


Die Angehörigen der Bootsmannslaufbahn wurden im seemännischen Dienst an Bord der Schlachtschiffe, Panzerschiffe, Kreuzer, Zerstörer, Torpedoboote, Unterseeboote, Minensuch- und Minenräumboote, Schnellboote und sonstigen Schiffe der Kriegsmarine eingesetzt.

Zu ihren Aufgaben gehörten die Bedienung der verschiedenen Waffen, darunter Artillerie-, Torpedo- und Sperrwaffen, die Instandhaltung und Reinigung von Schiff, Waffen und Geräten sowie der Wachdienst.

Von den Freiwilligen wurden körperliche Gewandtheit und geistige Regsamkeit verlangt. Sie mussten in der Lage sein, Sonderlehrgänge, beispielsweise für Geschützführer, Fla-Geschützführer oder den Horchdienst, sowie die Lehrgänge der besonderen Laufbahngruppen zu absolvieren. Gute Leistungen und Bewährung im vielseitigen Dienst waren Voraussetzung für die weitere Laufbahnentwicklung.

Die Laufbahn ergänzte sich auch aus Freiwilligen.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Mannschaften, ausgenommen Kadetten, trugen auf dem linken Oberarm aller Bekleidungsstücke Winkel aus Tresse oder Blendenband. Die Unterlage war unmittelbar über dem Ellbogengelenk so anzunähen, dass das Abzeichen beim Armbeugen nicht geknickt wurde.

Der Matrosenobergefreite trug zwei goldene Winkel auf blauem Grund als Dienstgradabzeichen.

Mannschaften, ausgenommen Kadetten, trugen auf dem linken Oberarm außerdem das Laufbahnabzeichen in Maschinenstickerei über dem Dienstgradabzeichen.

Als Laufbahnabzeichen wurde ein goldener Stern auf blauem Grund getragen.

Unteroffiziere ohne Portepee und Mannschaften erhielten nach erfolgreicher Teilnahme an Lehrgängen für Sonderausbildungen besondere Abzeichen. Diese wurden auf allen Bekleidungsstücken der blauen Uniform am linken Oberarm unter den Laufbahn- und Dienstgradabzeichen getragen. Die Stickerei bestand aus roter Wolle oder Baumwolle auf einer Unterlage aus marineblauem Tuch. Zu diesen Sonderausbildungsabzeichen gehörten unter anderem Abzeichen für Geschütz-, Flak-, Torpedowaffen- und Unterwasserhorchdienst sowie für Elektronik- und Motorenlehrgänge verschiedener Stufen.

Ausbildung


Die Ausbildung in den einzelnen Laufbahnen war vielseitig und gründlich. Nach der Einstellung erhielt jeder Freiwillige eine mehrmonatige militärische, infanteristische Ausbildung als Grundausbildung für einen Soldaten der Kriegsmarine.

Die weitere Ausbildung vollzog sich in mehreren Abschnitten. An die militärische Ausbildung schloss sich ein sechsmonatiger Gastenlehrgang an. Danach erfolgte die Kommandierung an Bord eines Schlachtschiffes, Kreuzers oder eines anderen Kriegsschiffes als Gast.

Nach Auswahl zum Unteroffiziersanwärter konnte ein achtmonatiger Maatenlehrgang und ein viermonatiger allgemeiner Unteroffizierslehrgang folgen. Nach Bestehen der Lehrgänge erfolgte die Beförderung zum Maat und die Kommandierung in eine Maatenstelle an Bord oder an Land.

Bei Auswahl zum Oberfeldwebelanwärter folgte eine zehnmonatige Ausbildung sowie ein allgemeiner Oberfeldwebellehrgang von etwa sechs Wochen. Die tüchtigsten Unteroffiziere konnten bereits nach einjähriger Dienstzeit als Unteroffizier zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt werden. Bei Bestehen der Lehrgänge konnten sie vom Maat unmittelbar zum Oberfeldwebel befördert werden, wobei die Zwischendienstgrade Obermaat und Feldwebel übersprungen wurden.

Wer nicht zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt wurde, konnte bei Eignung nach sechsjähriger Dienstzeit, davon drei Jahre als Maat, zum Obermaat befördert werden. Bei weiterer Eignung und Auswahl war nach siebenjähriger Dienstzeit, davon drei Jahre als Maat, die Beförderung zum Feldwebel möglich.

Die Freiwilligen der übrigen Lehrgänge erhielten andere Ausbildungslehrgänge. Die Beförderungsbedingungen hinsichtlich der Dienstzeit waren jedoch grundsätzlich gleich.

Beförderungen


  • Gefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 1 Jahr, davon 1 Jahr als Matrose.
  • Obergefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 2 Jahren, davon 1 Jahr als Gefreiter.
  • Hauptgefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 4 Jahren, davon 2 Jahre als Obergefreiter.
  • Maat – nach einer Gesamtdienstzeit von 3 Jahren, davon 1 Jahr als Obergefreiter.
  • Obermaat – nach einer Gesamtdienstzeit von 6 Jahren, davon 3 Jahre als Maat.
  • Feldwebel – nach einer Gesamtdienstzeit von 7 Jahren, davon 3 Jahre als Maat.
  • Oberfeldwebel – nach einer Gesamtdienstzeit von 6 Jahren, davon 2 Jahre als Maat.

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com