Obersteuermannsmaat

Aus uboot Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Obersteuermannsmaat


Der Obersteuermannsmaat gehörte zur Laufbahn III (Steuermannslaufbahn). Er war der höchste Steuermanns-Dienstgrad ohne Portepee. Die Laufbahn ergänzte sich aus Unteroffizieren der Bootsmannslaufbahn (I) und der Signallaufbahn (IV Sig.), die sich für den Steuermannsdienst eigneten.

Aufgabe


Hilfeleisten bei der Schiffsführung (Navigation). Zu den Aufgaben des Steuermanns gehörten das Berechnen des Schiffskurses und des jeweiligen Schiffsstandortes, das Eintragen des Schiffskurses und des jeweiligen Schiffsstandortes in die Seekarten, das Verwalten des Steuermannsgerätes (Seekarten mit Zubehör, optische Instrumente) sowie das Führen des Schiffstagebuches.

Anforderungen


Vorausgesetzt wurden gute Anlagen für das Aneignen der notwendigen seemännischen und mathematischen Kenntnisse, volle Sehschärfe auf beiden Augen und sicheres Farbenunterscheidungsvermögen.

Freiwillige wurden nicht eingestellt.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Auf den Kragenpatten war eine 0,5 cm breite goldene Gespinsttresse aufgenäht. Ab dem 12. Oktober 1939 war diese Tresse golden, zuvor war sie silbern. Die rechteckigen Kragenpatten waren 6 × 4 cm groß und aus kornblumenblauem Abzeichentuch gefertigt.

Der Obersteuermannsmaat trug zwei goldene Streifen als Kragenabzeichen.

Die Ärmelabzeichen bestanden bei allen Laufbahnen aus einem oder zwei, gegebenenfalls gekreuzten, Ankern, die mit dem jeweiligen Laufbahnabzeichen verbunden waren. Die Laufbahnabzeichen entsprachen denen der Portepeeunteroffiziere, waren jedoch etwa doppelt so groß. Die ovale Unterlage war auf dem linken Oberarm so anzunähen, dass das Abzeichen beim Armbeugen nicht geknickt wurde.

Der Obersteuermannsmaat trug zwei goldene gekreuzte Anker und darunter einen Winkel auf blauer Unterlage als Ärmelabzeichen.

Unteroffiziere ohne Portepee und Mannschaften erhielten nach erfolgreicher Teilnahme an Lehrgängen für Sonderausbildungen besondere Abzeichen. Diese wurden auf allen Bekleidungsstücken der blauen Uniform am linken Oberarm unter den Laufbahn- und Dienstgradabzeichen getragen. Die Stickerei bestand aus roter Wolle oder Baumwolle auf einer Unterlage aus marineblauem Tuch. Zu diesen Sonderausbildungsabzeichen gehörten unter anderem Abzeichen für Geschütz-, Flak-, Torpedowaffen- und Unterwasserhorchdienst sowie für Elektronik- und Motorenlehrgänge verschiedener Stufen.

Ausbildung


Die Ausbildung in den einzelnen Laufbahnen war vielseitig und gründlich. Nach der Einstellung erhielt jeder Freiwillige eine mehrmonatige militärische (infanteristische) Ausbildung als Grundausbildung für einen Soldaten der Kriegsmarine.

Die weitere Ausbildung erfolgte in mehreren Abschnitten. An die militärische Ausbildung schloss sich ein sechsmonatiger Gastenlehrgang an. Danach erfolgte die Kommandierung an Bord eines Schlachtschiffes, Kreuzers oder eines anderen Kriegsschiffes als Gast.

Nach Auswahl zum Unteroffiziersanwärter konnte ein achtmonatiger Maatenlehrgang und ein viermonatiger allgemeiner Unteroffizierslehrgang folgen. Nach Bestehen der Lehrgänge erfolgte die Beförderung zum Maat und die Kommandierung in eine Maatenstelle an Bord oder an Land.

Bei Auswahl zum Oberfeldwebelanwärter folgte eine zehnmonatige Ausbildung sowie ein allgemeiner Oberfeldwebellehrgang von etwa sechs Wochen. Die tüchtigsten Unteroffiziere konnten bereits nach einjähriger Dienstzeit als Unteroffizier zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt werden. Bei Bestehen der Lehrgänge konnten sie vom Maat unmittelbar zum Oberfeldwebel befördert werden, wobei die Zwischendienstgrade Obermaat und Feldwebel übersprungen wurden.

Wer nicht zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt wurde, konnte bei Eignung nach sechsjähriger Dienstzeit, davon drei Jahre als Maat, zum Obermaat befördert werden. Bei weiterer Eignung und Auswahl war nach siebenjähriger Dienstzeit, davon drei Jahre als Maat, die Beförderung zum Feldwebel möglich.

Die Freiwilligen der übrigen Lehrgänge erhielten andere Ausbildungslehrgänge. Die Beförderungsbedingungen hinsichtlich der Dienstzeit waren jedoch grundsätzlich gleich.

Die vorstehenden Angaben zur Ausbildung geben die allgemeine Ausbildung der betreffenden Laufbahnen wieder und stellen keinen ausschließlich für den Obersteuermannsmaat geltenden Ausbildungsweg dar.

Beförderungen


  • Gefreiter – nach Gesamtdienstzeit von 1 Jahr, davon 1 Jahr als Matrose.
  • Obergefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 2 Jahren, davon 1 Jahr als Gefreiter.
  • Hauptgefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 4 Jahren, davon 2 Jahre als Obergefreiter.
  • Maat – nach einer Gesamtdienstzeit von 3 Jahren, davon 1 Jahr als Obergefreiter.
  • Obermaat – nach einer Gesamtdienstzeit von 6 Jahren, davon 3 Jahre als Maat.
  • Feldwebel – nach einer Gesamtdienstzeit von 7 Jahren, davon 3 Jahre als Maat.
  • Oberfeldwebel – nach einer Gesamtdienstzeit von 6 Jahren, davon 2 Jahre als Maat.

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com