Rangdienstalter

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Rangdienstalter


Das Rangdienstalter (RDA) war in der Kriegsmarine des Deutschen Reiches das maßgebliche Kriterium zur Bestimmung der Seniorität innerhalb eines Dienstgrades. Es bezeichnete den Tag, an dem ein Soldat seinen jeweiligen Dienstgrad erhalten hatte, und entschied bei gleichrangigen Soldaten über das Vorrang- und Unterstellungsverhältnis. Da insbesondere innerhalb der Offiziersjahrgänge (Crews) zahlreiche Offiziere am selben Tag befördert wurden, reichte das Datum allein zur eindeutigen Feststellung der Dienstältestenstellung häufig nicht aus. Aus diesem Grund wurde dem Rangdienstalter zusätzlich eine Ordnungsnummer – auch Rangnummer genannt – zugeordnet. Innerhalb eines identischen Rangdienstalters galt der Offizier mit der niedrigeren Ordnungsnummer als dienstälter und nahm gegenüber Offizieren mit höheren Nummern den Vorrang ein.

Das Rangdienstalter spielte insbesondere im täglichen Dienstbetrieb eine entscheidende Rolle. Trafen mehrere Offiziere gleichen Dienstgrades ohne eindeutiges Unterstellungsverhältnis zusammen, bestimmte das Rangdienstalter automatisch die Reihenfolge der Befehlsbefugnis. Dieses System sorgte für klare Führungsverhältnisse sowohl an Bord als auch in Stäben, Ausbildungsverbänden und Marineeinrichtungen. Das Rangdienstalter wurde in Personalunterlagen, Beförderungslisten und den jährlich erscheinenden Ranglisten der Kriegsmarine dokumentiert und bildete eine wesentliche Grundlage für Personalplanung, Beförderungen und spätere Kommandierungen.

Vergabe des Rangdienstalters


Die erstmalige Festlegung des Rangdienstalters erfolgte in der Regel mit der Ernennung zum Leutnant zur See beziehungsweise bei den entsprechenden Laufbahnen zum ersten Offiziersdienstgrad. Bei Offiziersanwärtern der Seeoffizierslaufbahn richtete sich die Reihenfolge innerhalb eines Crew-Jahrganges nach den Leistungen während der Ausbildung, den Prüfungsergebnissen sowie der abschließenden Gesamtbeurteilung. Daraus ergab sich die Ordnungsnummer innerhalb desselben Rangdienstalters. Die Vergabe und Fortschreibung des Rangdienstalters erfolgte durch das Marinepersonalamt (MPA), das für die Personalführung der Kriegsmarine zuständig war.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges konnten sich durch außergewöhnliche Beförderungen, besondere Verwendungen oder organisatorische Maßnahmen Veränderungen innerhalb der Rangfolge ergeben. Das Rangdienstalter blieb jedoch grundsätzlich das entscheidende Kriterium für die Seniorität gleichrangiger Offiziere und Unteroffiziere und wurde bei jeder weiteren Beförderung entsprechend fortgeschrieben.

Bedeutung innerhalb der U-Boot-Waffe


Gerade innerhalb der U-Boot-Waffe besaß das Rangdienstalter eine besondere praktische Bedeutung. Da viele Kommandanten und Wachoffiziere demselben Crew-Jahrgang angehörten und häufig gleichzeitig befördert wurden, entschied die Ordnungsnummer über die Dienstältestenstellung. Bei gemeinsamen Unternehmungen, Lehrgängen, Baubelehrungen oder in den U-Boot-Stützpunkten ließ sich dadurch eindeutig feststellen, welcher Offizier bei gleichem Dienstgrad den Vorrang besaß.

Auch bei der Besetzung von Kommandostellen, Lehrverwendungen oder Stabsfunktionen spielte das Rangdienstalter eine wichtige Rolle. Obwohl fachliche Leistungen, Fronterfahrung und persönliche Eignung stets berücksichtigt wurden, bildete das Rangdienstalter die formale Grundlage der militärischen Rangordnung. Eine niedrige Ordnungsnummer innerhalb eines Crew-Jahrganges galt als Zeichen einer erfolgreichen Offiziersausbildung und konnte sich günstig auf die weitere militärische Laufbahn auswirken.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com