Typ IX D1
U-Boote vom Typ IX D1
Der Typ IX D1 war die erste Ausführung der vergrößerten Typ-IX-D-Baureihe und wurde für besonders große Reichweiten und lange Unternehmungen entwickelt. Gegenüber den bisherigen Typ-IX-Booten besaß er einen verlängerten Rumpf und eine wesentlich größere Verdrängung. Die Boote waren mit einer neuartigen Antriebsanlage aus MAN-Dieselmotoren und zusätzlichen Daimler-Benz-MB-501-Hochleistungsdieselmotoren ausgerüstet, die eine höhere Überwassergeschwindigkeit ermöglichen sollten. In der Praxis erwiesen sich diese Motoren jedoch als störanfällig, wartungsintensiv und für den U-Boot-Einsatz nur bedingt geeignet. Aus diesem Grund wurden lediglich zwei Boote dieses Typs gebaut. Beide Einheiten entstanden 1940 und 1941 bei der Deschimag AG Weser in Bremen. Die Boote waren mit sechs Torpedorohren und bis zu 24 Torpedos bewaffnet sowie mit einem 10,5-cm-Deckgeschütz ausgerüstet. Aufgrund der technischen Probleme wurde die Entwicklung des Typs IX D1 nicht weitergeführt und stattdessen die verbesserte Variante IX D2 mit einer zuverlässigeren Maschinenanlage gebaut. Beide Boote gingen während des Krieges verloren. Der Typ IX D1 blieb damit eine seltene Übergangsausführung innerhalb der Typ-IX-Familie.
Das hebt die Besonderheit des Typs IX D1 deutlich hervor und erklärt zugleich, warum die Kriegsmarine anschließend den Typ IX D2 entwickelte. Tatsächlich war die problematische Daimler-Benz-Anlage der Hauptgrund dafür, dass nur U 180 und U 195 in dieser Ausführung gebaut wurden.
Technische Daten
| Tonnage gesamt: | 2.150 t |
| Verdrängung über Wasser: | 1.610 t |
| Verdrängung unter Wasser: | 1.799 t |
| Reserveauftrieb: | 189 t |
| Länge über alles: | 87,58 m |
| Breite: | 7,50 m |
| Durchmesser Druckkörper: | 4,40 m |
| Tiefgang: | 5,35 m |
| Betriebstauchtiefe: | 100 m |
| Maximale Tauchtiefe: | 200 m |
| Zerstörungstauchtiefe: | - |
| Tauchzeit gestoppt: | - |
| Schnelltauchzeit in Fahrt: | 35 Sekunden |
Maschinenanlagen & Geschwindigkeiten
| Dieselmaschine: | 2 Satz je 3 Daimler-Benz 20 Zylinder Viertakt-(Schnellboot)-Diesel MB 501 ohne Aufladung mit 9000 PS. |
| Dieselmaschine ab 1942/43: | 2 x GW 6 Zylinder Viertakt Diesel F 46 mit Aufladung mit 2 x 1.600 PS ersetzt. |
| E-Maschine: | 2 x SSW Doppelmaschinen 2 GU 345/34 mit 2 x 500 PS |
| Batterie: | 2 x 62 Zellen AFA-Akkus 44 MAL 740 W |
| Schrauben: | 2 Schrauben mit einem Durchmesser von 1,90 m |
| Höchstgeschwindigkeit über Wasser: | 20,8/16,6 kn |
| Höchstgeschwindigkeit unter Wasser: | 6,9 kn |
| Fahrstrecke bei Höchstfahrt: | 5.600 sm bei 16,6 kn |
| Fahrstrecke bei Marschfahrt: | 12.750 sm bei 10 kn |
| Fahrstrecke Dieselelektrisch: | 13.000 sm bei 10 kn |
| Getaucht bei Normalfahrt: | 115 sm bei 4 kn |
Bewaffnung
| Bugtorpedorohre: | 4 x 53,3 cm (ab 1943/44 keine Torpedorohre mehr/Umbau zum Transportboot) |
| Hecktorpedorohre: | 2 x 53,3 cm |
| Torpedos: | 24 Torpedos |
| Minen: | 48 TMA oder 66 TMB Minen |
| Deckgeschütz: | 1 x 10,5-cm Utof L/45 (180 Schuß) bis 1943/44 |
| Flugabwehr: | 1 x 3,7-cm (2575 Schuß), 1 x 2-cm Zwilling (4100 Schuß). Ab 1943/44 2 x 2 cm Zwilling (8100 Schuß) |
Besatzungsstärke
| Insgesamt: | 48 - 60 Mann |
| Offiziere: | 4 Mann |
| Mannschaften: | 44 - 56 Mann |
Sonstige Ausrüstung
| Ruder: | 1 Ruder und 2 Tiefenruder (vorn und achtern) |
| Schnorchel: | Ja |
| Sehrohre: | 2 Turmsehrohre |
Boote vom Typ IX D1
Alle Angaben ohne Gewähr
Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com