UIT 22
Kriegsmarine Unterseeboot UIT 22 (ex italienisch Alpino Bagnolini)
| Typ: | Liuzzi-Klasse |
| Bauwerft: | Franco Tosi, Tarent (Italien) |
| Kiellegung: | 15.12.1938 |
| Stapellauf: | 28.10.1939 |
| Indienststellung: | 22.12.1939 |
| Kommandant: | Franco Tosoni-Pittoni |
Kommandanten
| 22.12.1939 - 24.05.1941 | Capitano di Corvetta - Franco Tosoni-Pittoni |
| 25.05.1941 - 31.08.1941 | Capitano di Corvetta - Giulio Chialamberto |
| 01.09.1941 - 09.09.1943 | Tenente di Vascello - Angelo Amendolia |
| 11.10.1943 - 11.03.1944 | Oberleutnant zur See - Karl Wunderlich |
Flottillen
| 22.12.1939 - 29.08.1940 | IV Gruppo Sommergibili (4. U-Boot-Gruppe), Tarent (Frontboot) |
| 30.08.1940 - 09.09.1943 | Comando Gruppo Sommergibili Atlantico, Bordeaux – BETASOM (Frontboot) |
| 11.10.1943 - 11.03.1944 | 12. U-Flottille, Bordeaux (Frontboot) |
Einsätze
1. Unternehmung
07.09.1940 - 30.09.1940 Ausgelaufen von Tarent - Eingelaufen in Bordeaux
Am 07.09.1940 lief die Alpino Bagnolini unter dem Kommando von Capitani di Corvette Franco Tosoni-Pittoni von Tarent zu seiner 1. Unternehmung aus. Das Boot operierte, bei seiner Verlegung nach Frankreich, im Mittelmeer (Gibraltar-Durchbruch am 13.09.1940) und im Nordatlantik. Nach einer Gesamtdauer von 24 Tagen lief das Boot am 30.09.1940 in Bordeaux ein. Die Alpino Bagnolini konnte auf dieser Unternehmung 1 Schiff mit 3.302 BRT versenken. → Erfolge
2. Unternehmung
24.10.1940 - 15.11.1940 Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux
Am 24.10.1940 lief die Alpino Bagnolini unter dem Kommando von Capitani di Corvette Franco Tosoni-Pittoni von Bordeaux zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik und westlich der Kanarischen Inseln. Schiffe konnten nicht versenkt oder beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 23 Tagen lief das Boot am 15.11.1940 wieder in Bordeaux ein.
3. Unternehmung
08.12.1940 - 05.01.1941 Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux
Am 08.12.1940 lief die Alpino Bagnolini unter dem Kommando von Capitani di Corvette Franco Tosoni-Pittoni von Bordeaux zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik westlich von Gibraltar. Nach einer Gesamtdauer von 29 Tagen lief die Alpino Bagnolini am 05.01.1941 wieder in Bordeaux ein. Alpino Bagnolini konnte auf dieser Unternehmung 1 Schiff mit 3.660 BRT versenken. → Erfolge
4. Unternehmung
10.07.1941 - 18.08.1941 Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux
Am 10.07.1941 lief die Alpino Bagnolini unter dem Kommando von Capitani di Corvette Giulio Chialamberto von Bordeaux zu seiner 4. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, westlich Gibraltar. Es konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 40 Tagen lief die Alpino Bagnolini am 18.08.1941 wieder in Bordeaux ein.
5. Unternehmung
18.01.1942 - 20.02.1942 Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux
Am 18.01.1942 lief die Alpino Bagnolini unter dem Kommando von Capitani di Corvette Mario Tei von Bordeaux zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, westlich Gibraltar. Es konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 34 Tagen lief die Alpino Bagnolini am 20.02.1942 wieder in Bordeaux ein.
6. Unternehmung
26.04.1942 - 28.06.1942 Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux
Am 26.04.1942 lief die Alpino Bagnolini unter dem Kommando von Capitani di Corvette Mario Tei von Bordeaux zu seiner 6. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik. Es konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 64 Tagen lief die Alpino Bagnolini am 28.06.1942 wieder in Bordeaux ein.
7. Unternehmung
15.09.1942 - 17.11.1942 Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux
Am 15.09.1942 lief die Alpino Bagnolini unter dem Kommando von Capitani di Corvette Mario Tei von Bordeaux zu seiner 7. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nord- und Mittelatlantik, südwestlich Freetown. Es konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 64 Tagen lief die Alpino Bagnolini am 17.11.1942 wieder in Bordeaux ein.
8. Unternehmung
14.02.1943 - 13.04.1943 Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux
Am 14.02.1943 lief die Alpino Bagnolini unter dem Kommando von Tenente die Vascello Angelo Amendolia von Bordeaux zu seiner 8. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik, und vor der Nordostküste Brasiliens. Es konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 59 Tagen lief die Alpino Bagnolini am 13.04.1943 wieder in Bordeaux ein. Später nach Brest verlegt. Nach der Kapitulation Italien erfolgte am 08.09.1943, in Brest, die Übergabe des Bootes an die Deutsche Kriegsmarine. Dort wurde es als UIT 22 in Dienst genommen.
Verlegungsfahrt
02.12.1943 - 04.12.1943 Ausgelaufen von Brest - Eingelaufen in Bordeaux
Am 02.12.1943 lief UIT 22 unter dem Kommando von Leutnant zur See Karl Wunderlich von Brest aus. Das Boot verlegte in die Werft nach Bordeaux. Nach einer Gesamtdauer von 3 Tagen lief UIT 22 am 04.12.1943 in Bordeaux ein. Dort erfolgte der Umbau zum Transportboot.
9. Unternehmung
19.01.1944 - 21.01.1944 Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux
26.01.1944 - 11.03.1944 Ausgelaufen von Bordeaux - Verlust des Bootes
Am 19.01.1944 lief UIT 22 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Karl Wunderlich von Bordeaux zu seiner 9. Unternehmung aus. Nach zwei Tagen musste das Boot, wegen Maschinenstörungen, zurück nach Bordeaux. Nach der Reparatur und dem erneuten Auslaufen, fuhr das Boot in den Mittel- und Südatlantik. Es sollte mit. 18.200,7 kg Quecksilber und 130.829 kg Spezialstahl, nach Penang fahren. Dort kam es allerdings nicht an. Am 11.03.1944 wurde UIT 22 nach einer Gesamtdauer von 52 Tagen von britischen Flugzeugen versenkt.
Verbleib
| Datum: | 11.03.1944 |
| Letzter Kommandant: | Karl Wunderlich |
| Ort: | Südatlantik |
| Position: | 41° 28' Süd - 17° 40' Ost |
| Planquadrat: | JJ 4173 |
| Verlust durch: | Wasserbomben |
| Tote: | 43 |
| Überlebende: | 0 |
| Besatzung: | Besatzungsliste UIT 22 |
Verbleib im Detail
Am 11.03.1944 wurde UIT 22 um 10:22 Uhr, im Südatlantik, von der Consolidated PBY Catalina D unter Flight Lieutenant Frederick-James Roddick, P unter Flight Lieutenant Edgar-Shepherd-Stow Nash und A unter Flight Lieutenant Alber-Henley Surridge der RAF Squadron 262 versenkt.
Zitate aus der Literatur
Clay Blair schreibt dazu:
Zitat: Als nächstes Boot mit Nachschub für Penang lief die große, vormals italienische Bagnolini aus. Am 19. Januar verließ das auf die Bezeichnung UIT 22 umbenannte Boot Bordeaux unter dem Kommandanten Karl Wunderlich. Die alliierten Kryptonanalytiker verfolgten das Boot in Richtung Süden. Am 12. Februar griff im mittleren Südatlantik eine B-24 der US-Navy Squadron VB 107 das Boot an. Die auf der Insel Ascension stationierte Maschine warf in drei Anflügen sechs Wasserbomben ab. Die Wabos hätten, meldete Wunderlich, einen Mann getötet, das Sehrohr und einen Treibstofftank demoliert und weitere Schäden verursacht. Er fügte hinzu, daß er Penang noch erreichen könne, ohne nachzutanken, obwohl er durch den beschädigten Tank 32 Tonnen Diesel verloren habe - ein Glück für ihn, den am gleichen Tag vernichteten die Alliierten im Indischen Ozean die Charlotte Schliemann.
Wunderlich hatte an Bord seines Bootes einige zusätzliche Fu.M.B.´s Naxos, Enigma-Schlüssel und andere elektronisches Gerät. Da Wilhelm Spars, aus dem Indischen Ozean kommendes, Fern-U-Boot U 178 kein Fu.M.B. Naxos besaß, wies die U-Boot-Führung Wunderlich an, ungefähr am 11. März südlich vom Kap der Guten Hoffnung mit Spahr zusammenzutreffen. Wiederrum auf Grund von Enigma-Entzifferungen legten die Alliierten für diese beiden Boote an der Position des Treffpunkts eine Falle mit Luft- und Seestreitkräften. Am 11. März griffen drei Catalinas der britischen Squadron 262 UIT 22 an. In mehreren aufeinanderfolgenden Wasserbombenangriffen versenkten die kanadischen Piloten Frederick J. Roddick, E.S.S. Nash und A.H. (Oscar) Surridge UIT 22 mit der gesamten Besatzung. Spahr von U 178 berichtete von einem großen Ölfleck am Treffpunkt und setzte die Fahrt nach Frankreich ohne Fu.MB Naxos fort. Zitat Ende.
Aus Clay Blair - Band 2 Die Gejagten - S. 627.
Quellen & Literatur
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB
Clay Blair "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 627.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 261.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 131, 132, 140.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 204 - 205.
Axel Niestlé "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 184.
Herbert Ritschel "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 171 - U 222" - Eigenverlag - S. 175 - 176.