U 1200

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U 1199
   U 1201

Kriegsmarine Unterseeboot U 1200

Typ: VII C
Bauauftrag: 14.10.1941
Bauwerft: F. Schichau Werft GmbH Danzig
Baunummer: 1574
Serie: U 1191 - U 1210
Kiellegung: 17.04.1943
Stapellauf: 04.11.1943
Indienststellung: 05.01.1944
Kommandant: Hinrich Mangels
Feldpostnummer: M - 42 508

Kommandanten

05.01.1944 - 12.11.1944 Oberleutnant zur See Hinrich Mangels

Flottillen

06.01.1943 - 31.08.1944 8. U-Flottille, Danzig (Ausbildungsboot)
01.09.1944 - 12.11.1944 11. U-Flottille, Bergen (Frontboot)

Einsätze


Verlegungsfahrt

09.09.1944 - 11.09.1944: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Horten


Am 09.09.1944 lief U 1200 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hinrich Mangels von Kiel aus. Das Boot verlegte, zusammen mit U 867, nach Horten. Nach insgesamt 3 Tagen lief U 1200 am 11.09.1944 in Horten ein. Dort wurde es Bereitschaftsboot der Gruppe Mitte.



Verlegungsfahrt

29.09.1944 - 30.09.1944: Ausgelaufen von Horten - Eingelaufen in Kristiansand

01.10.1944 - 01.10.1944: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Larvik

02.10.1944 - 03.10.1944: Ausgelaufen von Larvik - Eingelaufen in Kristiansand


Am 29.09.1944 lief U 1200 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hinrich Mangels von Horten aus. Das Boot verlegte, über Kristiansand (Luftgefahr) und Larvik (in Bereitschaft), nach Kristiansand. Nach insgesamt 5 Tagen lief U 1200 am 03.10.1944 in Kristiansand ein.



1. Unternehmung

07.10.1944 - 17.10.1944: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Bergen

20.10.1944 - 12.11.1944: Ausgelaufen von Bergen - Verlust des Bootes


Am 07.10.1944 lief U 1200 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hinrich Mangels von Kristiansand zu seiner 1. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik. Am 17.10.1944 lief es wegen defektem Schnorchel in Bergen ein und setzte anschließend die Unternehmung fort. Schiffe konnten nicht versenkt oder beschädigt werden. Das Boot ist nach dem 12.11.1944 aus unbekannter Ursache gesunken. U 1200 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen.

Original Kriegstagebuch U 1200 - 1. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: Nach dem 12.11.1944
Letzter Kommandant: Hinrich Mangels
Ort: Ärmelkanal
Position: 50° 01,3' Nord - 02° 59,7' West
Planquadrat: BF 2631
Verlust durch: Unbekannt
Tote: 53
Überlebende: 0
Besatzung: Besatzungsliste U 1200

Verbleib im Detail


U 1200 ging nach dem 12.11.1944, im Ärmelkanal südöstlich Start Point, aus unbekannter Ursache verloren.

Im Jahr 1999 stießen Vermessungsschiffe bei Tiefsee-Echolotungen im Nordatlantik südwestlich von Irland (nahe dem westlichen Zugang zum Ärmelkanal) auf ein bis dahin unbekanntes, signifikantes Untersee-Objekt. Das Objekt wurde anhand der Sonarprofile als das charakteristische Wrack eines U-Bootes der Klasse VII C erfasst. Es lag flach auf dem Meeresgrund, ohne dass zu diesem Zeitpunkt sofort eine Verbindung zu einer bestimmten Bootsnummer hergestellt werden konnte.

Dass dieses 1999 gefundene Wrack zweifelsfrei U 1200 ist, wurde erst über ein Jahrzehnt später durch die bahnbrechende Arbeit des U-Boot-Historikers Dr. Axel Niestlé bewiesen: Dr. Niestlé wertete die originalen Angriffsberichte und Logbücher der britischen Castle-Klasse-Korvetten (HMS Pevensey Castle etc.) kritisch gegen die britischen Geheimdokumente aus. Er wies nach, dass der Angriff vom 11. November 1944 nachweislich kein U-Boot getroffen hatte (Nicht-U-Boot-Ziel). Da es im weiten Umkreis keine anderen alliierten U-Boot-Angriffe zu dieser Zeit gab, das gefundene Wrack jedoch eindeutig ein Typ VII C ist, blieb durch den Abgleich deutscher Marschbefehle nur ein Schluss zulässig: Es handelt sich um das vermisste Boot von Oberleutnant zur See Hinrich Mangels. Da das unbeschädigte Wrack an der Position liegt, an der U 1200 plangemäß operieren sollte, und kein feindlicher Angriff stattfand, ist das Boot ohne Fremdeinwirkung (z.B. durch einen tragischen Tauchunfall, Schnorchel-Defekt oder eine Fehlfunktion der eigenen Torpedos) gesunken.


  • Die ursprüngliche Nachkriegsbewertung der Versenkung wurde im Dezember 2013 von Axel Niestlé geändert. Das Wrack von U 1200 wurde bereits 1999 an der angegebenen Position geortet und konnte nun eindeutig identifiziert werden. Das Boot hätte am oder um den 12.11.1944 auf dem Weg zu seinem Einsatzgebiet im Ärmelkanal ankommen oder sich Ende November 1944 auf den Heimweg begeben müssen. Für den Verlust von U 1200 gibt es derzeit keine plausible Erklärung. Die Angriffe der Korvetten HMS Pevensey Castle (K.449) (Comdr. Denys-Arthur Rayner), HMS Launceston Castle (K.397) (Lt. Roland-Maurice Roberts), HMS Portchester Castle (K.362) (Lt. Alexander-Gordon Scott) und HMS Kenilworth Castle (K.420) (Lt. James-Joseph Allon), am 11.11.1944 auf Position 50° 24' Nord - 09° 10' West, dem früher die Versenkung von U 1200 zugeschrieben wurden, richtete nicht gegen ein U-Boot. (Dr. Axel Niestlé - S. 226 - 227).



Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag - 1999 - S. 738.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag - 1996 - S. 153.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag - 1997 - S. 140, 141, 240.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag - 2008 - S. 302.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 95, 226, 227.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 1101 - U 4718" - S. 35 - 36.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 170.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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