U 419

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Kriegsmarine Unterseeboot U 419

Typ: VII C
Bauauftrag: 20.01.1941
Bauwerft: Danziger Werft AG Danzig
Serie: U 401 - U 430
Baunummer: 120
Kiellegung: 07.11.1941
Stapellauf: 22.08.1942
Indienststellung: 18.11.1942
Kommandant: Dietrich Giersberg
Feldpostnummer: M - 51 062

Kommandanten

18.11.1942 - 08.10.1943 Oberleutnant zur See Dietrich Giersberg

Flottillen

18.11.1942 - 31.07.1943 8. U-Flottille, Danzig (Ausbildungsboot)
01.08.1943 - 08.10.1943 11. U-Flottille, Bergen (Frontboot)

Einsätze


Verlegungsfahrt

31.08.1943 - 01.09.1943: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

02.09.1943 - 02.09.1943: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Haugesund

03.09.1943 - 03.09.1943: Ausgelaufen von Haugesund - Eingelaufen in Bergen

06.09.1943 - 06.09.1943: Ausgelaufen von Bergen - Eingelaufen in Hatvik

07.09.1943 - 07.09.1943: Ausgelaufen von Hatvik - Eingelaufen in Bergen


Am 31.08.1943 lief U 419 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Dietrich Giersberg von Kiel aus. Das Boot verlegte über Kristiansand zur Brennstoffergänzung, Haugesund zur Übernachtung, Bergen zum Geleitwechsel und Hatvik zur U-Abwehrschule zurück nach Bergen. Nach 8 Tagen lief U 419 am 07.09.1943 in Bergen ein. Dort erfolgten vom 07.09.1943 bis zum 12.09.1943 eine Einzelausbildung sowie die Restausrüstung für die erste Unternehmung.



1. Unternehmung

13.09.1943 - 08.10.1943: Ausgelaufen von Bergen - Verlust des Bootes


Am 13.09.1943 lief U 419 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Dietrich Giersberg von Bergen zu seiner ersten und einzigen Unternehmung aus. Das Boot operierte im mittleren Nordatlantik. Es gehörte auf dieser Unternehmung zur U-Boot-Gruppe Rossbach. Nach 26 Tagen wurde U 419 am 08.10.1943 von einem britischen Flugzeug versenkt. Auf dieser Unternehmung konnte das Boot keine Schiffe versenken oder beschädigen.

Original Kriegstagebuch U 419 - 1. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 08.10.1943
Letzter Kommandant: Dietrich Giersberg
Ort: Nordatlantik
Position: 56° 31' Nord - 27° 05' West
Planquadrat: AK 0394
Verlust durch: Wasserbomben
Tote: 48
Überlebende: 1
Besatzung: Besatzungsliste U 419

Verbleib im Detail


Am 08.10.1943 wurde U 419 im Nordatlantik durch Wasserbomben der Consolidated B-24 Liberator R unter Flight Lieutenant John Wright der britischen RAF Squadron 86 versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Bericht des Kommandanten:

U 419 lief am 13.09.43 aus Bergen aus mit der Aufgabe, im Nordatlantik gegen feindliche Geleitzüge zu operieren. Das Erreichen der befohlenen Position im Atlantik und das Warten dort verlief, abgesehen von den ständigen Stürmen, ohne wesentliche Ereignisse. Am 07.10.43 wurden nachmittags von einem Boot feindliche Zerstörer gemeldet. Da sie einen Geleitzug vermuteten ließen, operierten wir auf sie. In der Nacht zum 8. Oktober hatte U 419 Fühlung zu zwei Zerstörern, wurde aber dann von diesen abgedrängt. Etwa eine Stunde später konnte voraus eine Detonation beobachtet werden, die von starkem Leuchtgranatenschießen begleitet wurde. Im Morgengrauen kamen zwei Zerstörer auf Gegenkurs in Sicht und kurz danach wurde U 419 von einer Liberator überflogen, ohne bemerkt worden zu sein. Nach einer weiteren Stunde kamen an Steuerbord voraus Rauchfahnen, die den Konvoi vermuten ließen, in Sicht. Gleich danach konnte der Angriff einer viermotorigen Maschine auf ein tauchendes U-Boot beobachtet werden.

Da wir von dem Flugzeug in Kürze bemerkt werden mußten, tauchten wir etwa für 20 Minuten. Zehn Minuten nach dem Wiederauftauchen wurde U 419 von einer Liberator angeflogen. Da ein erfolgreiches Tauchen auf sichere Tiefe ungewiß war und den Verlust der Sicht auf dem Geleitzug bedeutet hätte - eine Funksichtmeldung sollte gerade abgegeben werden - wurde das angreifende Flugzeug mit den Abwehrwaffen unter Feuer genommen. Eine im entscheidenden Moment eintretende Störung am Seitenrichtwerk der 2-cm-Vierlig (wohl durch den starken Seegang verursacht) und der Ausfall des einen 2-cm in Einzellafette ermöglichten dem Flugzeug, ungehindert seine Bomben zu werfen. Beide 500-kg-Bomben gingen etwa 100 Meter an Backbordseite voraus neben dem Boot in Wasser. Gleich darauf gab es eine riesige Detonation, die das ganze Boot anhob (ich brach mir dabei das linke Bein) und im Bruchteil von Sekunden schoß das Boot in die Tiefe, wohl bedingt durch das Aufreißen der Tauchzellen und die mit äußerster Kraft laufenden Maschinen.

Als ich nach Entledigung meines Lederzeugs nach etwa zwei Minuten schwimmend an die Oberfläche kam, sah ich keinen einzigen der Besatzung mehr und bekam auch bis zum Zeitpunkt meiner Rettung durch den britischen Zerstörer HMS ORIBI (G.66) niemand mehr zu Gesicht.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 153 - 154.



Clay Blair schreibt dazu:

Eine B-24 der britischen Squadron 86, die in Nordirland stationiert war und von John Wright geflogen wurde, griff das neue VII-Boot U 419 unter Dietrich Giersberg, 25 Jahre alt, an. Wright hatte zuvor schon das VII-Boot U 456 versenkt und warf jetzt zwei auf seichte Tiefe eingestellte Wasserbomben nahe bei U 419. Er meldete, das U-Boot habe sich aufgestellt und sei Heck voraus gesunken. Er habe fünfzehn Deutsche im Wasser gesehen, aber nur der Kommandant Giersberg überlebte, der ein gebrochenes Bein hatte, aber von den Zerstörer HMS Orwell (G.98) aus der Support Group 10 gerettet wurde. 48 Deutsche kamen bei der Versenkung ums Leben.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 509.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 509.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 78 - 79.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 94, 247.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 153 - 154.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 62, 282.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 375 - U 435" - Eigenverlag - S. 289.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 172.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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