U 760

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Kriegsmarine Unterseeboot U 760

Typ: VII C
Bauauftrag: 09.10.1939
Bauwerft: Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven
Serie: U 751 - U 782
Baunummer: 143
Kiellegung: 05.08.1940
Stapellauf: 21.06.1942
Indienststellung: 15.10.1942
Kommandant: Otto-Ulrich Blum
Feldpostnummer: M - 49 952

Kommandanten

15.10.1942 - 08.09.1943 Kapitänleutnant Otto-Ulrich Blum

Flottillen

15.10.1942 - 30.04.1943 8. U-Flottille, Danzig (Ausbildungsboot)
01.05.1943 - 08.09.1943 3. U-Flottille, La Pallice (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

29.04.1943 - 01.05.1943: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

02.05.1943 - 31.05.1943: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in La Pallice


Am 29.04.1943 lief U 760 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Otto-Ulrich Blum von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch über die Ostsee, sowie Brennstoffergänzung in Kristiansand, operierte das Boot im Nordatlantik und südwestlich von Island. Es gehörte zu den U-Boot-Gruppen Iller und Donau 1. Das Boot konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 33 Tagen und zurückgelegten 4,681 sm über und 410 sm unter Wasser, lief U 760 am 31.05.1943 in La Pallice ein.

Original Kriegstagebuch U 760 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

10.07.1943 - 11.07.1943: Ausgelaufen von La Pallice - Eingelaufen in La Pallice

24.07.1943 - 08.09.1943: Ausgelaufen von La Pallice - Eingelaufen in Vigo


Am 10.07.1943 lief U 760 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Otto-Ulrich Blum von La Pallice zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik, bei den Azorischen Inseln und westlich von Spanien. Es wurde am 07.08.1943 von U 664 mit Brennstoff versorgt. Am 12.08.1943 kam ein Mann bei einem Fliegerangriff ums Leben. Auf dem Rückmarsch wurde das Boot am 06.09.1943 von Flugzeugen angegriffen und schwer beschädigt. Das Boot konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 61 Tagen lief U 760 am 08.09.1943 in Vigo ein, wurde dort interniert und später nach El Ferrol verbracht. Bei Kriegsende an Großbritannien ausgeliefert.

Original Kriegstagebuch U 760 - 2. Unternehmung



Überführungsfahrt

23.07.1945 - 27.07.1945: Ausgelaufen von El Ferrol - Eingelaufen in Loch Ryan


U 760 lief am 23.07.1945 von El Ferrol aus. Das Boot Überführte nach Loch Ryan. Dort wurde das U 760 den Briten übergeben und die Besatzung ging in Kriegsgefangenschaft. U 760 wartete hier auf seine Versenkung bei der Operation Deadlight.



Operation Deadlight

11.12.1945 - 13.12.1945: Ausgelaufen von Loch Ryan - Versenkt


U 760, lief am 11.12.1945 von Loch Ryan aus. Das Boot wurde am 13.12.1945 bei der Operation Deadlight versenkt.


Verbleib

Datum: 13.12.1945
Letzter Kommandant: Otto-Ulrich Blum
Ort: Nordatlantik
Position: 55° 50' Nord - 10° 05' West
Planquadrat: AM 5169
Verlust durch: Operation Deadlight
Tote: 0
Überlebende: -
Besatzung: Besatzungsliste U 760

Verbleib im Detail


Am 06.09.1943 wurde U 760 im Nordatlantik vor Vigo durch Wasserbomben der Vickers Wellington C unter Wing Commander Donald-Farquhar McRae der britischen RAF Squadron 179 schwer beschädigt, lief anschließend am 08.09.1943 in Vigo ein und wurde dort interniert. Bei Kriegsende wurde das Boot an Großbritannien ausgeliefert.

Am 23.07.1945 wurde das Boot nach Loch Ryan überführt. U 760 wurde am 11.12.1945 vom britischen Zerstörer HMS Mendip (L.60) unter Lieutenant Commander Charles-Roger-Vernon Pugh auf die Position für die Operation Deadlight geschleppt und am 13.12.1945 um 10:00 Uhr im Nordatlantik nordwestlich von Irland durch Bristol Beaufighter der britischen RAF Squadron 254 mit Raketen versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 08.09.43 in Vigo/El Ferrol (Spanien) interniert, nachdem das Boot bereits am 06.09.1943 durch Wasserbomben der Wellington C der britischen 179. Squadron vor Vigo (Position 43° 18'N/09° 22'W) schwer beschädigt worden war. In Vigo stand das stark in Mitleidenschaft gezogene U-Boot unter Aufsicht des spanischen Kreuzers NAVARRA. Nach 24 Stunden Aufenthalt in Vigo wurde U 760 beschlagnahmt und die Besatzung interniert. Das Boot wurde dann nach El Ferrol verbracht. U 760 lief am 24.07.43 von La Pallice aus mit dem Auftrag, vor der US-Küste zu operieren. Dort wurde es am 12.08.43 durch eine Consolidated B-24 Liberator der US-Navy-Squadron VB-103 gebombt. Nach Kriegsende, am 23.07.45 nach Loch Ryan überführt. Dort bei Operation Deadlight versenkt.

Bis Kriegsende gelang es einigen Besatzungsmitgliedern von U 760, illegal nach Deutschland zu kommen. 36 Mann der Besatzung kehrten im August 1945 in die Heimat zurück, vier Mann bereits 1944. Der Matrosengefreite Günter Werner, war auf U 760 am 12.08.43 durch Fliegerbeschuß gefallen.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 146, 147.



Clay Blair schreibt dazu:

Am 6. September entdeckte kurz nach Mitternacht eine mit Leigh-Light ausgerüstete Wellington der britischen Squadron 179, geflogen von dem Kanadier Donald F. McRea, U 760 auf dem Radar. McRea griff aus einer Höhe von 30 Metern an und gabelte das Boot mit sechs Wasserbomben ein. Obwohl U 760 übel zugerichtet war, rettete sich Blum am 8. September nach Vigo in Spanien. Da er nicht imstande war, sein Boot zu reparieren, wurde er und seine Besatzung interniert, aber schon kurze Zeit später erreichten alle Mann Deutschland. Auf dem Rückflug zum Stützpunkt fielen bei der Wellington beide Motoren aus, McRea mußte notlanden. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt, aber die gesamte Besatzung überlebte.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 461.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag - 1999 - S. 461.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag - 1996 - S. 31.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag - 1997 - S. 90, 251.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Mittler Verlag - 2008 - S. 146, 147, 382.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 85.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 661 - U 849" - Eigenverlag - S. 271 - 274.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 231.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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