U 765

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Kriegsmarine Unterseeboot U 765

Typ: VII C
Bauauftrag: 15.08.1940
Bauwerft: Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven
Serie: U 751 - U 782
Baunummer: 148
Kiellegung: 15.02.1941
Stapellauf: 22.04.1943
Indienststellung: 19.06.1943
Kommandant: Werner Wendt
Feldpostnummer: M - 52 665

Kommandanten

19.06.1943 - 06.05.1944 Oberleutnant zur See Werner Wendt

Flottillen

19.06.1943 - 31.03.1944 8. U-Flottille, Danzig (Ausbildungsboot)
01.04.1944 - 06.05.1944 7. U-Flottille, St. Nazaire (Ausbildungsboot)

Einsätze


Verlegungsfahrt

18.03.1944 - 22.03.1944: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Bergen


Am 18.03.1944 lief U 765 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Werner Wendt von Kiel aus. Das Boot verlegte nach Bergen. Nach einer Gesamtdauer von 5 Tagen lief U 765 am 22.03.1944 in Bergen ein. Dort trat es, als Bereitschaftsboot, zur Gruppe Mitte.



1. Unternehmung

03.04.1944 - 06.05.1944: Ausgelaufen von Bergen - Verlust des Bootes


Am 03.04.1944 lief U 765 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Werner Wendt von Bergen zu seiner 1. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, zwischen Irland und Neufundland. Das Boot konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 34 Tagen wurde U 765 von einem britischen Flugzeug und britischen Kriegsschiffen versenkt.

Original Kriegstagebuch U 765 - 1. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 06.05.1944
Letzter Kommandant: Werner Wendt
Ort: Nordatlantik
Position: 52° 30' Nord - 28° 28' West
Planquadrat: AK 9537
Verlust durch: Wasserbomben
Tote: 37
Überlebende: 11
Besatzung: Besatzungsliste U 765

Verbleib im Detail


Am 06.05.1944 wurde U 765 im Nordatlantik durch zwei Wasserbomben der Fairey Swordfish V unter Lieutenant Commander Frederick-George Barrington Sheffield der FAA Squadron 825 des britischen Geleitflugzeugträgers HMS Vindex (D.15) unter Captain Horace-Temple-Taylor Bayliss, sowie der britischen Fregatten HMS Bickerton (K.466) unter Commander Donald-George-Frederick-Wyville MacIntyre, HMS Bligh (K.467) unter Lieutenant Commander Robert-Edwin Blyth und HMS Aylmer (K.463) unter Lieutenant Allan-Donald-Peter Campbell versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 06.05.44 im Nordatlantik von der Swordfish X der FAA Squadron 825 des britischen Geleitflugzeugträgers HMS VINDEX entdeckt und nach einer langen Jagd durch die britischen Fregatten AYLMER, BICKERTON, KEATS und BLIGH zum Auftauchen gezwungen. Anschließend von der Swordfish V der FAA Squadron 825 vom britischen Geleitflugzeugträger HMS VINDEX mit zwei Wasserbomben versenkt.

Britischer Versenkungsbericht:

Die Swordfish X der 825. FAA startet um 03:30 h am 06.05.44 zum Patrouillenflug. Das Wetter war schlecht, die Sicht betrug nur eine Viertelmeile. Trotzdem sichtet das Flugzeug ein U-Boot. Der Sichtkontakt von zwei Fregatten der 5. Escort Group gelang jedoch erst gegen 05:15 Uhr. Ein Signalkontakt gibt darüber Auskunft, dass die Kriegsschiffe das U-Boot gestellt haben. Die Fregatten bitten das Flugzeug zwei weitere Fregatten heranzuführen. Nach Erledigung dieser Aufgabe kehrt die Swordfish zurück zur vermuteten Position des U-Bootes. Inzwischen hat die Fregatte BICKERTON das U-Boot mit Asdic geortet. Um 05:45 h beginnen die Fregatten mit dem Abwurf ihrer Wasserbomben.

Zehn Minuten nach eine Serie der BLIGH taucht U 765 etwa eine halbe Meile achteraus der Kriegsschiffe auf. Sofort greift die zur Ablösung eingetroffene Swordfish V das U-Boot aus einer Höhe von etwa 75 Fuß und mit einer Geschwindigkeit von 120 Meilen von der Backbordseite an. Durch den einsetzenden Flakbeschuss wurde die Maschine im Rumpf und die Steuerbordtragfläche getroffen und beschädigt. Dennoch kann der Pilot zwei Wasserbomben werfen, die auf der Höhe des Turmes links und rechts vom U-Boot einschlagen. Auf dem Turm des U-Bootes gab es eine Explosion. Kurz darauf sackte das Boot rasch tiefer und brach nach etwa 30 Sekunden in der Mitte auseinander. Bug und Heck versanken in einem 45 Grad Winkel. Wenige Überlebende wurden von den Fregatten aufgenommen. Die Swordfish V landete um 06:40 h auf ihrem Geleitträger HMS VINDEX.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 233, 234.



Clay Blair schreibt dazu:

U 765 war unter dem Kommando von Werner Wendt am 3. April von Bergen ausgelaufen. Am 3. Mai, als U 473 die USS Donnell (DE-56) torpedierte, befand sich Wendts Wetterboot U 765 nicht weit entfernt. Nach der DF-Einpeilung seiner Funksprüche befahl das Western Approaches Command der britischen Support Group 5, die festgestellte Position anzulaufen. Dort sollten der Geleitträger Vindex und sein Geleit von sechs Fregatten das U-Boot erbarmungslos jagen. Swordfish-Maschinen von der Vindex und vier Fregatten, die Aylmer, Bickerton, Bligh und Keats, peilten die Wettermeldungen von U 765 ein, liefen die Position an und eröffneten das Gefecht.

Wendt schoß einen T-5 auf die Bickerton oder die Bligh, doch dieser ging fehl. Nach Einbruch der Dunkelheit tauchte er auf, um abzulaufen, doch eine Swordfish lokalisierte das Boot, leuchtete es mit einem Suchscheinwerfer an und zwang Wendt, erneut zu tauchen. Als er bei Sonnenaufgang am 6. Mai zum Aufladen der Batterien wieder auftauchte, stürzten sich die Fregatten und eine Swordfish auf das Boot, trieben es unter Wasser und bombten es unablässig. Wieder zum Auftauchen gezwungen gab Wendt das Boot auf und flutete es. Die Briten retteten elf Mann der 48 köpfigen Besatzung, einschließlich Wendt und seinen Ersten Wachoffizier, den 21jährigen Alexander Gelhaus.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 601, 602.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag - 1999 - S. 601, 602.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag - 1996 - S. 252.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag - 1997 - S. 116, 117, 251.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Mittler Verlag - 2008 - S. 233, 234.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Mittler Verlag - 2008 - S. 299.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 85, 266, 268, 274, 278.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 661 - U 849" - Eigenverlag - S. 293.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 232.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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