U 512

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Kriegsmarine Unterseeboot U 512

Typ: IX C
Bauauftrag: 20.10.1939
Bauwerft: Deutsche Werft AG Hamburg
Serie: U 501 - U 524
Baunummer: 308
Kiellegung: 24.02.1941
Stapellauf: 09.10.1941
Indienststellung: 20.12.1941
Kommandant: Wolfgang Schultze
Feldpostnummer: M - 47 986

Kommandanten

20.12.1941 - 02.10.1942 Kapitänleutnant Wolfgang Schultze

Flottillen

20.12.1941 - 31.08.1942 4. U-Flottille, Stettin (Ausbildungsboot)
01.09.1942 - 02.10.1942 10. U-Flottille, Lorient (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

15.08.1942 - 16.08.1942: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

17.08.1942 - 02.10.1942: Ausgelaufen von Kristiansand - Verlust des Bootes


Am 15.08.1941 lief U 512 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wolfgang Schultze von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch über die Ostsee sowie Brennstoff- und Wasserergänzung in Kristiansand operierte das Boot im Nordatlantik, der Karibik, südöstlich von Trinidad und nördlich von Cayenne. Am 05.09.1942 wurde es von U 462 mit 40 m³ Brennstoff und 14 Tagen Proviant versorgt. Im Verlauf der Unternehmung gelang die Versenkung von 3 Schiffen mit 20.619 BRT. Nach einer Gesamtdauer von 49 Tagen wurde das Boot am 02.10.1942 von einem amerikanischen Flugzeug versenkt. → Erfolge U 512.

Original Kriegstagebuch U 512 - 1. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 02.10.1942
Letzter Kommandant: Wolfgang Schultze
Ort: Mittelatlantik
Position: 06° 50' Nord - 52° 25' West
Planquadrat: EO 6632
Verlust durch: Wasserbomben
Tote: 51
Überlebende: 1
Besatzung: Besatzungsliste U 512

Verbleib im Detail


Am 02.10.1942 wurde U 512 im Mittelatlantik nördlich der Teufelsinsel durch Wasserbomben der Douglas B-18 Bolo 71 unter Captain Howard Burhanne Jr. der US-Army Squadron 99 versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 02.10.42 im Westatlantik 20 Meilen nördlich der Teufelsinsel vor Französisch-Guyana durch die Douglas/B-18 A 71, der US-Army 99. Squadron versenkt. Die Flugzeugbesatzung beobachtete eine halbe Stunde lang das Aufsteigen von Luftblasen und Öl. Dann erschien inmitten der Öllache ein Mann (Matrosengefreiter Franz Machen) mit Tauchretter an der Oberfläche. Die B-18 warf ein Rettungsfloß ab, das der Mann schwimmend erreichen konnte. Zehn Tage später, am 12.10.42 wurde er von US-Zerstörer USS ELLIS (DD-154) gerettet.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 59.



Clay Blair schreibt dazu:

In den letzten Septembertagen fuhren Schultze mit U 512 und Wiebe mit U 516 in lockerem Verband vor der Küste von Französisch-Guyana nach Süden. Am 28. September stieß Wiebe auf das 1200 BRT große, brasilianische Küstenmotorschiff Antonico. Da er nur noch wenige Torpedos hatte, versenkte er das Schiff mit dem Deckgeschütz in einem Gefecht, das seiner Meldung zufolge nur 20 Minuten dauerte. Zwei Tage später versenkte er mit Torpedos und Deckgeschütz den 5300 BRT großen britischen Frachter Alipore.

Schultze hielt sich mit U 512 in der Nähe auf, doch er fand keine Ziele. Obwohl alliierte Flugzeuge das Boot zuvor bereits angegriffen und Schultze leicht verwundet hatten, fuhr er unklugerweise auch tagsüber aufgetaucht. Am Morgen des 2. Oktober entdeckte eine mit Radar ausgestattete B-18 der auf Trinidad stationierten Squadron 99 der Army Air Forces das über Wasser marschierende U-Boot. Der Pilot ging im Sturzflug auf 15 Meter und warf zwei Standartwasserbomben des Typs Mark XVII und zwei Kolosse des Versuchstyps XXIX, die links und rechts neben dem Boot einschlugen. Die Explosionen zertrümmerten das Boot, und es sank auf den 42 Meter tiefen Grund. Anscheinend liefen die Abteilungen des Bootes sofort voll Wasser, und zwei Drittel der Besatzung, einschließlich Schultzes, ertranken.

Auch der Bugtorpedoraum war stark beschädigt, lief jedoch nur allmählich voll. Dort saßen 16 Männer fest. Mit Tauchrettern hätten diese Männer vielleicht überlebt, doch die Tauchretter des Bootes waren wegen unsachgemäßer Lagerung durch Kondenswasser feucht geworden und alle bis auf vier zum Trocknen in den Maschinenraum gebracht worden. Als das Wasser in der Abteilung immer weiter stieg, reagierte es mit den Batterien der Elektro-Torpedos, so daß sich Chlorgas bildete. Vier Mann legten die verfügbaren an, während andere durch das Gas, den steigenden Luftdruck, den Schock und die Panik zusammenbrachen.

Zwei Mann, von denen einer einen Tauchretter trug, versuchten, durch das schräge Torpedoladeluk zu entkommen. Sie entriegelten das Luk und fluteten den Raum, bis der Druck ausgeglichen war und sie das Luk öffnen konnten. Dann schwammen sie aus dem Boot hinaus, doch nur der Mann mit dem Tauchretter erreichte lebend die Wasseroberfläche. Er winkte verzweifelt dem über ihm kreisenden, und die Besatzung der B-18 warf einen Rettungsring und ein Schlauchboot für ihn ab. Danach trieb der einzige Überlebende von U 512 zehn Tage lang in dem Schlauchboot, bis ihn am 12. Oktober der amerikanische Glattdeck-Zerstörer Ellis aus der See fischte. Die restlichen 48 Besatzungsmitglieder von U 512 blieben verschwunden.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 799 - 800.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 146.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 221.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 64, 230.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 59.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 219 - 220.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 121, 267.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 501 - U 560" - Eigenverlag - S. 101 - 102.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 187.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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