U 462

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U 461
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Kriegsmarine Unterseeboot U 462

Typ: XIV
Bauauftrag: 14.05.1940
Bauwerft: Deutsche Werke AG Kiel
Serie: U 459 - U 464
Baunummer: 293
Kiellegung: 02.01.1941
Stapellauf: 29.11.1941
Indienststellung: 05.03.1942
Kommandant: Bruno Vowe
Feldpostnummer: M - 26 839

Kommandanten

05.03.1942 - 30.07.1943 Oberleutnant zur See Bruno Vowe

Flottillen

05.03.1942 - 31.07.1942 4. U-Flottille, Stettin (Ausbildungsboot)
01.08.1942 - 31.10.1942 10. U-Flottille, Lorient (Frontboot)
01.11.1942 - 30.07.1943 12. U-Flottille, Bordeaux (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

23.07.1942 - 24.07.1942: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

25.07.1942 - 21.09.1942: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 23.07.1942 lief U 462 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Bruno Vowe von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch über die Ostsee sowie der Aufnahme von drei Kisten Bolde in Kristiansand wurden → 14 U-Boote im Nordatlantik östlich der Karibik versorgt; dabei gehörte das Boot zur U-Boot-Gruppe Lohs. Nach einer Gesamtdauer von 61 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 8.481,5 sm lief U 462 am 21.09.1942 in St. Nazaire ein.

Original Kriegstagebuch U 462 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

18.10.1942 - 07.12.1942: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 18.10.1942 lief U 462 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Bruno Vowe von St. Nazaire zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot versorgte → 16 U-Boote im Mittelatlantik. Nach einer Gesamtdauer von 51 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 6.225 sm über und 300 sm unter Wasser lief das Boot am 07.12.1942 wieder in St. Nazaire ein.

Original Kriegstagebuch U 462 - 2. Unternehmung



3. Unternehmung

20.01.1943 - 22.01.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 20.01.1943 lief U 462 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Bruno Vowe von St. Nazaire zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot musste diese Unternehmung in der Biskaya wegen Schwierigkeiten mit der Trimmung abbrechen. Nach einer Gesamtdauer von 3 Tagen lief es am 22.01.1943 wieder in St. Nazaire ein.

Original Kriegstagebuch U 462 - 3. Unternehmung



4. Unternehmung

19.02.1943 - 11.03.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in Bordeaux


Am 19.02.1943 lief U 462 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Bruno Vowe von St. Nazaire zu seiner 4. Unternehmung (erneutes Auslaufen) aus. Das Boot versorgte → 16 U-Boote im Mittelatlantik. Nach einer Gesamtdauer von 21 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 3.308 sm über und 184 sm unter Wasser lief das Boot am 11.03.1943 in Bordeaux ein.

Original Kriegstagebuch U 462 - 4. Unternehmung



5. Unternehmung

01.04.1943 - 24.04.1943: Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux


Am 01.04.1943 lief U 462 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Bruno Vowe von Bordeaux zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot versorgte → 14 U-Boote im mittleren Nordatlantik. Nach einer Gesamtdauer von 24 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 3.371 sm über und 238 sm unter Wasser lief das Boot am 24.04.1943 wieder in Bordeaux ein.

Original Kriegstagebuch U 462 - 5. Unternehmung



6. Unternehmung

17.06.1943 - 23.06.1943: Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux


Am 17.06.1943 lief U 462 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Bruno Vowe von Bordeaux zu seiner 6. Unternehmung aus. Das Boot musste die Fahrt in der Biskaya nach einem schweren Fliegerangriff, bei dem ein Mann getötet und vier weitere verletzt wurden, aufgrund starken Ölaustritts vorzeitig abbrechen. Nach einer Gesamtdauer von 7 Tagen lief das Boot am 23.06.1943 wieder in Bordeaux ein.

Original Kriegstagebuch U 462 - 6. Unternehmung



7. Unternehmung

28.06.1943 - 06.07.1943: Ausgelaufen von Bordeaux - Eingelaufen in Bordeaux


Am 28.06.1943 lief U 462 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Bruno Vowe von Bordeaux zu seiner 7. Unternehmung (erneutes Auslaufen) aus. Das Boot musste die Fahrt in der Biskaya nach einem erneuten schweren Fliegerangriff, bei dem zwei Besatzungsmitglieder verletzt wurden, vorzeitig abbrechen. Nach einer Gesamtdauer von 9 Tagen lief das Boot am 06.07.1943 wieder in Bordeaux ein.

Original Kriegstagebuch U 462 - 7. Unternehmung



8. Unternehmung

27.07.1943 - 30.07.1943: Ausgelaufen von Bordeaux - Verlust des Bootes


Am 27.07.1943 lief U 462 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Bruno Vowe von Bordeaux zu seiner 8. und letzten Unternehmung aus. Das Boot operierte in der Biskaya. Nach einer Gesamtdauer von 4 Tagen wurde U 462 am 30.07.1943, nach schweren Beschädigungen durch ein britisches Flugzeug sowie britische Kriegsschiffe, selbst versenkt.

Original Kriegstagebuch U 462 - 8. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 30.07.1943
Letzter Kommandant: Bruno Vowe
Ort: Nordatlantik
Position: 43° 33' Nord - 10° 58' West
Planquadrat: BF 7123
Verlust durch: Selbstversenkung
Tote: 1
Überlebende: 64
Besatzung: Besatzungsliste U 462

Verbleib im Detail


U 462 wurde am 30.07.1943 im Nordatlantik nordwestlich von Kap Ortegal, nachdem es durch die Handley Page Halifax S unter Flying Officer August van Rossum der britischen RAF Squadron 502 sowie durch Artilleriebeschuss der heraneilenden britischen Sloops HMS Kite (U.87) unter Lieutenant Commander William-Francis-Roderick Segrave, HMS Wren (U.28) unter Lieutenant Commander Robert-Mariott Aubrey, HMS Woodcock (U.90) unter Lieutenant Commander Clive Gwinner, HMS Woodpecker (U.08) unter Lieutenant Commander Rowland-Etienne-Sinclair Hugonin und HMS Wild Goose (U.45) unter Commander Frederic-John Walker schwer beschädigt worden war, selbst versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Britischer Bericht über die Versenkung von U 461, U 462 und U 504:

Am 30.07.43 errangen Begleitschiffe der Königlichen Marine, die Luftwaffe des Küstenkommandos und die US-Heeres-Luftwaffe in einer gemeinsamen Aktion einen bemerkenswerten Sieg, der den Feind drei U-Boote kostete, darunter zwei seiner wenigen Versorgungs-U-Boote. Bei ruhigem, klarem Wetter sichtete eine Consolidated B-24 Liberator der britischen 16. Group des Coastal Command drei U-Boote in Überwasserfahrt mit Kurs auf hohe See, etwa 90 Meilen nordwestlich Kap Ortegal. Eine Short Sunderland und eine Consolidated PBY Catalina der 19. Group stießen zu der Liberator. Liberators der 53. Squadron unterstützten die Angreifenden und überließen es der Catalina mit den in der Nähe befindlichen Überwasserstreitkräften der 2. Support Group, die von Kapitän F.J. Walker auf der Sloop HMS KITE (U.87) befehligt wurden, in Verbindung zu bleiben.

Unsere Schiffe änderten den Kurs auf die feindlichen U-Boote zu, während sich angesichts des Flaksperrfeuers der U-Boote die Flugzeuge in günstige Position manövrierten, um mit Wasserbomben anzugreifen. Die U-Boote wurden gezwungen, sich zu trennen, doch beschäftigten die U-Boot-Flak-Kanonen die Angreifer noch immer, als zwei Handley Page Halifax-Flugzeuge der britischen 502. Squadron und die Sunderland U der australischen Luftwaffe, alle zur 19. Group gehörend, in die Schlacht eingriffen. Kurz darauf versuchte eines der Versorgungs-U-Boote durch Tauchen zu entkommen. Dabei flog die Sunderland U niedrig über das U-Boot hinweg und griff es mit Wasserbomben an. Eine Explosion vernichtete den Feind. Gerade bevor das U-Boot sank, erschienen etwa 20 Besatzungsangehörige an Deck und sprangen ins Meer.

Zu dieser Zeit waren die Sloops Seiner Majestät in Sichtweite des Kampfplatzes, und die Beobachtungsposten auf den Schiffen sahen große Wassersäulen, die von Wasserbomben herrührten, die auf die übriggebliebenen U-Boote abgeworfen wurden. Bald sichteten die Schiffe Seiner Majestät den Feind an der Steuerbordseite. Der Dienstälteste Offizier der Gruppe hißte das Signal Allgemeine Jagd, und die KITE eröffnete das Feuer auf eine Entfernung von über sieben Meilen. Alle anwesenden Schiffe folgten schnell, und die Escort Group feuerte insgesamt 121 Schuß aus 4-Zoll-Geschützen. Vor dieser Phase der Aktion hatte ein Bombenangriff der Halifax S das zweite Versorgungsboot schwer getroffen. Es drehte sich langsam nach Steuerbord, wobei dunkler Qualm hinter dem Kommandoturm sichtbar wurde. Als es zu sinken begann, verließ die Besatzung das Boot und begab sich in die Schlauchboote. Später signalisierte die Halifax - kein U-Boot mehr.

Die Schiffe Seiner Majestät fuhren dicht an die Schlauchboote heran, die mit Überlebenden der beiden U-Boote voll besetzt waren, nahmen diese aber noch nicht auf. Das dritte U-Boot war ihr Ziel, das durch einen Einschließungsring vernichtet werden sollte. Es war bereits weggetaucht, aber die Escort Group, die von der Luftwaffe unterstützt wurde, erlangte schnell Gefechtsberührung. Unter Beobachtung der Überlebenden beider U-Boote führten die Schiffe Seiner Majestät KITE und HMS WREN (U.28) Angriffe mit Wasserbomben durch. Das U-Boot war offensichtlich tief getaucht, um den Angreifern zu entgehen. Später gewann die Escort Group erneut Fühlung mit dem Feind, und zwar in einiger Entfernung von den ursprüglichen Angriffsort. HMS WOODPECKER (U.08) warf Wasserbomben ab, die Öl an die Oberfläche brachten. Ein ähnlicher Angriff von HMS WILD GOOSE (U.45) traf das U-Boot schließlich vernichtend. Ein großer Schwall Öl und Wrackteile kamen an die Oberfläche. Ferner eine Uniformjacke und Nahrungsmittel deutschen Ursprungs. Danach wurden die Überlebenden beider Versorgungs-U-Boote von den Sloops aufgenommen.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 126 - 127.



Clay Blair schreibt dazu:

[...] Die Aktion begann am Morgen, als eine von W. Irving geflogene B-24 der britischen Squadron 53 die drei U-Boote entdeckte und Alarm gab. Das führte sechs weitere Flugzeuge heran: eine Sunderland der britischen Squadron 228, eine Catalina der britischen Squadron 210, eine B-24 der USAAF ASW-Squadron 19, zwei Halifax der britischen Squadron 502 und eine Sunderland der australischen Squadron 461. Die Flugzeuge führten auch die fünf Sloops aus Johnny Walkers Support Group 2 heran.

Aus Respekt vor der Flak-Bewaffnung auf den U-Booten kreisten die Bomber außerhalb deren Reichweite und entwarfen einen Angriffsplan. Eine Halifax der britischen Squadron 502 flog den ersten Angriff und warf mit Hilfe eines besonderen Bombenzielgerätes drei neue 270-Kilogramm-ASW-Bomben aus einer Höhe 480 Metern ab. Eine zweite Halifax der Squadron 502 folgte mit drei unabhängigen Anflügen und warf jedesmal aus einer Höhe von 900 Metern eine 270-Kilogramm-Bombe ab. Eine Bombe traf Bruno Vowes Tanker U 462. Er wurde langsamer und lag dann bewegungslos im Wasser.

Drei oder vier Flugzeuge griffen Vowes manövrierunfähigen Tanker und Wolf-Harro Stieblers unbeschädigten Tanker U 461 an. An der Spitze der Gruppe war die von W. Irving geflogene B-24 der Squadron 53. Als nächste folgte eine B-24 der USAAF ASW-Squadron 19, geflogen von A.L. Leal, und schließlich eine langsamere Sunderland der australischen Squadron 461, geflogen von Dudley Marrows. Pilot Irving warf achte Wasserbomben nahe U 462. Pilot Leal richtete keinen Schaden an, weil seine von der Flak beschädigte Vorrichtung zum Lösen der Bomben nicht funktionierte. Das Verdienst für die Versenkung des wertvollen U-Tankers U 462 ging an eine Halifax der britischen Squadron 502, geflogen von dem Holländer A. van Rossum, der später des DFC (Distinguished Flying Cross) erhielt. Ein deutscher Schütze auf U 462 wurde getötet. Vowe und 63 andere Überlebende versenkten das Boot und kletterten in Schlauchboote.

Marrows in der Sunderland drehte ab und griff den anderen XIV-Tanker an, Stieblers U 461. Beim Anflug tötete das Maschinengewehrfeuer die beiden Ladeschützen der 2-cm-Vierlingsflak und verwundete zwei Offiziere schwer. Infolgedessen war das Abwehrfeuer von U 461 nicht mehr so dicht, und Marrows konnte aus einer Höhe von 15 Metern sieben auf geringe Tiefe eingestellte Wasserbomben abwerfen. Vier Geschosse fielen nahe an Back- und Steuerbord von U 461 und rissen das Boot in Stücke. Stiebler und 14 andere Überlebende seiner 60köpfigen Besatzung kletterten in Schlauchboote. Bei der Versenkung kamen 45 Deutsche ums Leben. Die Admiralität sprach Marrows das alleinige Verdienst für die Versenkung von U 461 zu.

|Zur selben Zeit trafen die fünf Sloops von Johnny Walkers am Schauplatz ein. Alle fünf Kriegsschiffe eröffneten mit ihren Hauptgeschützen das Feuer gegen den sinkenden U-Tanker U 462 und gegen Wilhelm Luis in dem IXC-Boot U 504. In einem verzweifelten Fluchtversuch tauchte Louis. Walker empfing in der Sloop Kite eine gute Ortung im Sonar und führte den ersten Angriff mit Wasserbomben. Die Wren folgte nach. Die Kite griff daraufhin zum zweitenmal an, gefolgt von der Woodpecker, die unter Walkers Anweisungen 32 Wasserbomben warf. Zuletzt folgte ein ähnlicher Angriff der HMS Woodcock (U.90) und der Wild Goose. Nach diesen Angriffen stiegen eine deutsche Uniformjacke, die Lunge eines Menschen und ein geräucherter Schinken an die Oberfläche, die letzte Überreste von U 504, das mit der gesamten Besatzung zerstört wurde. Die Admiralität schrieb allen fünf Sloops das Verdienst für die Versenkung zu, die sich auch die Versenkung von U 462 geteilt hatten. Anschließend führte Walker seine Sloops zurück zu der Versenkungsstelle der U-Tanker U 461 und U 462. Die Sloops retteten 79 Deutsche aus den Wellen.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 467 - 468.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 467, 468.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 248.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 70, 190.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 126 - 127.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 143, 265, 271, 272, 277, 278, 280.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 436 - U 500" - Eigenverlag - S. 230 - 243.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 24.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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