Hans-Georg von Friedeburg

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Lebensdaten

Name: von Friedeburg

Hans Georg von Friedeburg
Vorname: Hans Georg Friedrich Ludwig Robert
Geburtsdatum: 15.07.1895
Geburtsort: Straßburg
Geburtsort Lage - Damals: Stadtkreis Straßburg - Hauptstadt der Reichslande Elsaß-Lothringen
Geburtsort Lage - Heute: Strasbourg - Hauptstadt des Départements Bas-Rhin - Region Grand Est - Republik Frankreich
Todesdatum: 23.05.1945 (49 Jahre)
Todesort: Flensburg-Mürwik
Todesort - Damals: Stadtteil von Flensburg - Regierungsbezirk Schleswig - Gau Schleswig-Holstein
Todesursache: Freitod
Beigesetzt: Auf dem Friedhof von Flensburg-Adelby

Dienstgrade

23.12.1914 Fähnrich zur See
13.07.1916 Leutnant zur See
28.09.1920 Oberleutnant zur See
01.07.1925 Kapitänleutnant
01.04.1933 Korvettenkapitän
01.01.1937 Fregattenkapitän
01.01.1939 Kapitän zur See
01.09.1942 Konteradmiral
01.02.1943 Vizeadmiral
01.04.1943 Admiral mit Wirkung vom 01.04.1943 und Rangdienstalter vom 01.04.1943 (-2-)
01.05.1945 Generaladmiral mit Rangdienstalter vom 01.02.1944

Orden und Ehrenzeichen

30.06.1916 Eiserne Kreuz 2. Klasse 1914
06.05.1918 Ritterkreuz des Großherzoglich Badischen Ordens vom Zähringer Löwen II. Klasse mit Schwertern
23.09.1919 Eiserne Kreuz 1. Klasse 1914
20.02.1926 Ehrenritter des Johanniterordens
00.12.1934 Ehrenkreuz für Frontkämpfer
06.06.1939 Deutsche Spanien-Kreuz in Silber ohne Schwerter
13.02.1940 Spange 1939 zum Eisernen Kreuz 2. Klasse 1914
05.04.1940 Spange 1939 zum Eisernen Kreuz 1. Klasse 1914
06.06.1942 Deutsche Kreuz in Silber
00.00.1943 Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern
00.00.1944 Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern
17.01.1945 Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern

Militärischer Werdegang

01.04.1914 Eintritt in die Kaiserliche Marine als Seeoffiziersanwärter der Crew 14.
01.04.1914 - 13.05.1914 Infanteristische Grundausbildung an der Marineschule, Flensburg-Mürwik.
14.05.1914 - 03.08.1914 Praktische Bordausbildung auf dem Großen Kreuzer S.M.S. Hansa.
04.08.1914 - 02.12.1917 Auf dem Großlinienschiff S.M.S. Kronprinz.
03.12.1917 - 15.01.1918 U-Offizierslehrgang an der U-Schule und dem Dockschiff S.M.S. Vulkan.
25.03.1918 - 18.05.1918 U-Torpedooffizierslehrgang auf dem Torpedoschulschiff S.M.S. Württemberg.
19.05.1918 - 19.06.1918 Zur Verfügung der IV. U-Flottille.
20.06.1918 - 27.11.1918 I. Wachoffizier auf SM U 114.
00.11.1918 - 00.12.1918 Zur Verfügung der Inspektion des U-Bootswesens.
00.12.1918 - 00.10.1919 Zur Verfügung der Marinestation der Ostsee.
00.10.1919 - 00.05.1920 Wachoffizier auf dem Kleinen Kreuzer Königsberg.
00.06.1920 - 00.09.1920 Adjutant in der Schiffsstammabteilung der Nordsee.
00.09.1920 - 00.02.1922 Adjutant auf dem Kleinen Kreuzer Hamburg.
00.02.1922 - 00.09.1922 Zugoffizier in der Küstenwehrabteilung II.
00.09.1922 - 00.06.1924 Abteilungsadjutant in der Küstenwehrabteilung II.
00.06.1924 - 00.12.1924 Zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Nordsee.
00.12.1924 - 00.03.1925 Wach- und Torpedooffizier auf dem Kleinen Kreuzer Hamburg.
00.04.1925 - 00.05.1925 Lehrer an der Torpedoschule.
00.05.1925 - 00.06.1927 Wach- und Torpedooffizier auf dem Kleinen Kreuzer Hamburg.
00.07.1927 - 00.08.1927 Zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Nordsee.
00.08.1927 - 00.09.1927 An der Marineschule, Flensburg-Mürwik.
00.10.1927 - 00.04.1929 Führergehilfenausbildung.
00.04.1929 - 00.06.1932 Verbindungsoffizier im Wehrkreiskommando I (Typ Königsberg) im Stab der 1. Division.
00.06.1932 - 00.01.1933 Referent im Wehrmachtsamt des Reichswehrministerium.
00.02.1933 - 00.09.1936 Adjutant des Reichskriegsministers im Reichswehrministerium.
30.09.1936 - 16.03.1938 1. Offizier auf dem Leichten Kreuzer Karlsruhe.
00.03.1938 - 00.11.1938 Admiralstabsoffizier im Stab des Befehlshabers der Seestreitkräfte Spanien.
00.11.1938 - 00.02.1939 Admiralstabsoffizier im Stab des Befehlshabers der Sicherung der Nordsee.
06.02.1939 - 05.06.1939 Zur Verfügung des Führers der U-Boote.
06.06.1939 - 08.07.1939 Kommandant von U 27 (Typ VII A).
09.07.1939 - 24.09.1939 Stabsoffizier beim Stab Führers der U-Boote.
25.09.1939 - 11.09.1941 Chef der Operationsabteilung im Stab des Befehlshabers der U-Boote.
12.09.1941 - 31.01.1943 2. Admiral der U-Boote.
01.02.1943 - 30.04.1945 Kommandierender Admiral der U-Boote.
01.05.1945 - 23.05.1945 Oberbefehlshaber der Marine.
23.05.1945 In Flensburg-Mürwik Freitod.

Der Fall von Friedeburg

Hans-Georg von Friedeburg, der letzte reguläre Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, entzog sich seiner Festnahme durch alliierte Truppen am 23.05.1945 durch Suizid. Nachdem er in den Wochen zuvor maßgeblich an den Verhandlungen zur Teilkapitulation im Nordraum (Lüneburger Heide) und der Gesamtkapitulation in Reims und Berlin-Karlshorst teilgenommen hatte, kehrte er in den Sonderbereich Mürwik bei Flensburg zurück. Am Morgen des 23.05.1945 leitete die britische Armee die Auflösung der letzten geschäftsführenden Reichsregierung unter Karl Dönitz ein.

Als britische Offiziere das Gebäude der Marine-Lehrabteilung in Mürwik betraten, um Friedeburg gefangen zu nehmen, bat dieser um einen Moment privater Zeit im Waschraum. Dort nahm er eine Giftkapsel (Zyankali) ein. Er verstarb kurze Zeit später, noch bevor medizinische Hilfe wirksam werden konnte. Sein Tod markierte das Ende der obersten militärischen Führungsebene der Kriegsmarine.

Friedeburg galt als psychisch gebrochen durch die Last der Kapitulationsverhandlungen, die er als Vertreter der Wehrmacht an allen Fronten (Lüneburg, Reims, Berlin) unterzeichnen musste. Er wurde auf dem Friedhof in Flensburg-Adelby beigesetzt, unweit der Gräber anderer hochrangiger Marineoffiziere.


Quellen & Literatur

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 72.

Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 291 - S. 84.

Klaus D. Patzwall/Veit Scherzer: "Das Deutsche Kreuz 1941 - 1945" - Patzwall Verlag 2001 - Band 2 - S. 541.

Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com