Kriegsmarinewerft Drontheim

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U-Boot-Ausrüstungs- und Reparaturwerft


Der U-Boot-Stützpunkt Drontheim (heute Trondheim) gehörte während des Zweiten Weltkrieges zu den bedeutendsten deutschen U-Boot-Stützpunkten in Norwegen. Nach der deutschen Besetzung Norwegens im April 1940 wurde Trondheim zu einem wichtigen Marinestützpunkt ausgebaut. Bereits während des Unternehmens Weserübung liefen deutsche U-Boote den Hafen an und nutzten ihn als Operations- und Versorgungsstützpunkt. Der Standort bot aufgrund seiner geschützten Lage und der günstigen Verbindung zum Nordatlantik und zum Seegebiet vor Nordnorwegen wichtige Voraussetzungen für den U-Boot-Krieg.

Die Anlagen in Drontheim dienten nicht dem Neubau von U-Booten, sondern vor allem deren Ausrüstung, Versorgung, Wartung, Reparatur und Überholung. U-Boote konnten nach ihren Unternehmungen im Stützpunkt instand gesetzt und für weitere Einsätze vorbereitet werden. Die wachsende Bedeutung des Standortes führte deshalb zum Bau großer geschützter U-Boot-Bunkeranlagen, die den Reparatur- und Ausrüstungsbetrieb auch unter den Bedingungen des alliierten Luftkrieges aufrechterhalten sollten.

Im Frühjahr 1941 begann der Bau des U-Boot-Bunkers - Dora I. Die Anlage wurde am 20.06.1943 an die Kriegsmarine übergeben. Dora 1 verfügte über fünf Boxen, in denen insgesamt sieben U-Boote gleichzeitig aufgenommen werden konnten. Damit entstand in Trondheim eine geschützte Anlage für die Wartung und Reparatur der dort stationierten Boote.

Parallel dazu begann 1942 der Bau einer zweiten Anlage, Dora II. Dieser Bunker sollte die Kapazität des Stützpunktes erheblich erweitern und weitere vier Boxen für insgesamt sechs U-Boote aufnehmen. Die Arbeiten wurden jedoch bis zum Ende des Krieges nicht abgeschlossen; Dora 2 war 1945 erst zu etwas mehr als der Hälfte fertiggestellt.

Im Juni 1943 wurde in Drontheim die 13. U-Flottille aufgestellt. Der Verband blieb bis zur deutschen Kapitulation im Mai 1945 in Drontheim stationiert. Während seiner Existenz operierten dort insgesamt 55 U-Boote. Der Stützpunkt gewann insbesondere in der zweiten Kriegshälfte an Bedeutung, als immer mehr deutsche U-Boote von den französischen Atlantikstützpunkten nach Norwegen verlegt wurden.

Die Werft- und Bunkeranlagen dienten sowohl der planmäßigen Überholung als auch der Beseitigung von Schäden nach Feindfahrten. Hinzu kamen Arbeiten an Maschinen- und Hilfsanlagen sowie an der sonstigen technischen Ausrüstung der Boote. Auch kurzfristige Reparaturen mussten während der Einsatzbereitschaft der Boote durchgeführt werden. Die Bedeutung des Standortes zeigt sich unter anderem daran, dass U-Boote während ihrer Einsatzzeit wiederholt zwischen verschiedenen norwegischen Stützpunkten verlegten und dabei Trondheim als Reparatur- und Ausrüstungsstandort nutzten. So lief beispielsweise U 315 nach mehreren Unternehmungen regelmäßig wieder in Trondheim ein und befand sich dort bis zur deutschen Kapitulation.

Die geschützte Lage Trondheims und der Ausbau der Bunkeranlagen ermöglichten es der Kriegsmarine, einen erheblichen Teil der technischen Arbeiten unter Schutz vor Luftangriffen durchzuführen. Trondheim entwickelte sich dadurch neben Bergen, Narvik und anderen norwegischen Häfen zu einem wichtigen Bestandteil des deutschen U-Boot-Stützpunktsystems in Norwegen. Insgesamt wurden von Trondheim aus während des Krieges zahlreiche Feindfahrten durchgeführt.

Mit der Verlagerung weiterer U-Boote aus den französischen Atlantikstützpunkten nach Norwegen gewann die 13. U-Flottille in Trondheim gegen Ende des Krieges nochmals an Bedeutung. Die U-Boote blieben bis zum Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Mai 1945 im norwegischen Stützpunktsystem. Am 09.05.1945 ergaben sich die verbliebenen Boote in Trondheim den britischen Streitkräften beziehungsweise wurden anschließend im Rahmen der alliierten Übernahme des Stützpunktes übernommen.

Der U-Boot-Stützpunkt Drontheim war damit vor allem ein bedeutender Ausrüstungs-, Versorgungs- und Reparaturstandort der deutschen U-Boot-Waffe in Norwegen. Seine wichtigste technische Einrichtung war der Bunker Dora I, während die unvollendete Anlage Dora 2 die geplante Erweiterung der Reparaturkapazitäten erkennen lässt. Eine eigentliche U-Boot-Neubauwerft war der Standort dagegen nicht.

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

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Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com