Kriegsmarinewerft Bergen

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U-Boot-Ausrüstungs- und Reparaturwerft


Der U-Boot-Stützpunkt Bergen wurde nach der deutschen Besetzung Norwegens im April 1940 zu einem wichtigen deutschen Marinestützpunkt ausgebaut. Aufgrund seiner geschützten Lage an der norwegischen Westküste und seiner günstigen Verbindung zu den Operationsgebieten im Nordatlantik entwickelte sich Bergen zu einem der bedeutendsten Stützpunkte der deutschen U-Boot-Waffe in Norwegen.

Die Anlagen in Bergen dienten vor allem der Ausrüstung, Versorgung, Reparatur und Überholung der dort stationierten U-Boote. Nach Feindfahrten konnten die Boote im Stützpunkt instand gesetzt, mit Brennstoff und Torpedos versorgt sowie für weitere Unternehmungen vorbereitet werden. Daneben wurden planmäßige Wartungs- und Umbauarbeiten durchgeführt. Eine eigentliche U-Boot-Neubauwerft war der Standort nicht.

Im Laufe des Krieges wurden die vorhandenen Hafen- und Werftanlagen erheblich ausgebaut. Von besonderer Bedeutung war der ab 1941 errichtete U-Boot-Bunker Bruno, der die U-Boote vor den zunehmenden alliierten Luftangriffen schützen sollte. Die Bunkeranlage verfügte über mehrere geschützte Boxen für U-Boote und wurde im Verlauf des Krieges schrittweise erweitert und verstärkt. Ein Teil der Bunkeranlage wurde außerdem für Reparatur- und Ausrüstungsarbeiten genutzt.

Ab Juni 1942 war die 11. U-Flottille in Bergen stationiert. Der Verband war zunächst vor allem für die Ausbildung und Einsatzvorbereitung von U-Booten vorgesehen. Im weiteren Kriegsverlauf gewann Bergen jedoch zunehmend Bedeutung als operativer Stützpunkt. Zahlreiche Boote liefen Bergen nach Feindfahrten zu Reparatur- und Ausrüstungsarbeiten an.

Mit der zunehmenden Verlagerung deutscher U-Boot-Verbände nach Norwegen wurde Bergen zu einem wichtigen Ausgangs- und Rückkehrhafen für U-Boote im Nordatlantik. Neben den in Bergen stationierten Ausbildungs- und Einsatzbooten nutzten auch U-Boote anderer Verbände den Stützpunkt für Werftliegezeiten und technische Arbeiten.

Die geschützten Einrichtungen ermöglichten es, einen erheblichen Teil der Reparatur- und Ausrüstungsarbeiten auch unter den Bedingungen des verstärkten alliierten Luftkrieges fortzuführen. Der U-Boot-Bunker bot den Booten Schutz während der Werftaufenthalte, während die übrigen Hafen- und Werftanlagen für Versorgung, Ersatzteilversorgung und Arbeiten außerhalb des Bunkers genutzt wurden.

Im Verlauf des Krieges wurde Bergen zunehmend zu einem der wichtigsten technischen Stützpunkte der deutschen U-Boot-Waffe in Norwegen. Neben den Reparaturarbeiten wurden die Boote hier mit neuer Ausrüstung versehen und für weitere Unternehmungen vorbereitet. Dazu gehörten auch Nachrüstungen, die aufgrund der Veränderungen der U-Boot-Kriegsführung notwendig geworden waren.

Mit dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Mai 1945 endete die deutsche Nutzung Bergens als U-Boot-Stützpunkt. Die verbliebenen deutschen U-Boote wurden nach der Kapitulation unter alliierte Kontrolle gestellt. Der U-Boot-Bunker Bruno blieb als bedeutendes Relikt der deutschen U-Boot-Infrastruktur in Norwegen erhalten.

Der U-Boot-Stützpunkt Bergen gehörte damit zu den wichtigsten deutschen Ausrüstungs-, Versorgungs- und Reparaturstandorten in Norwegen. Seine Bedeutung beruhte insbesondere auf der geschützten Lage, dem Ausbau der Hafen- und Bunkeranlagen und der Möglichkeit, eine große Zahl von U-Booten während ihrer Einsatzzeit technisch zu betreuen.

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com