Hauptlehrgang für Fähnriche

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Der Hauptlehrgang für Fähnriche war ein zentraler Ausbildungsabschnitt der Offizierausbildung der Kriegsmarine. Er wurde an der Marineschule Mürwik durchgeführt und schloss sich an die praktische Bordausbildung sowie die Ernennung zum Fähnrich zur See an. Ziel des Lehrgangs war die Vertiefung der theoretischen und militärischen Kenntnisse sowie die Vorbereitung auf die Seeoffizier-Hauptprüfung.

In Friedenszeiten betrug die Lehrgangsdauer in der Regel etwa neun Monate. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Ausbildung aufgrund des steigenden Offizierbedarfs mehrfach verkürzt und den jeweiligen Kriegsverhältnissen angepasst. Je nach Crew und Ausbildungsjahrgang konnten Dauer und Umfang des Lehrgangs daher unterschiedlich ausfallen.

Der Unterricht umfasste insbesondere Navigation, Astronavigation, Seemannschaft, Schiffsführung, Gezeitenkunde, Artillerie- und Torpedowesen, Nachrichtentechnik, Wehrrecht sowie Grundlagen der Seekriegstaktik. Ergänzt wurde die theoretische Ausbildung durch Exerzieren, Sport, praktische seemännische Übungen und Ausbildungsfahrten auf der Flensburger Förde. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Unterrichtseinheiten zur Menschenführung, Dienstaufsicht und militärischen Organisation.

Den Abschluss des Lehrgangs bildete die Seeoffizier-Hauptprüfung. Ihr Bestehen war Voraussetzung für den weiteren Verlauf der Offizierlaufbahn und die anschließende Beförderung zum Oberfähnrich zur See. Je nach vorgesehener Verwendung schlossen sich anschließend weitere Fachlehrgänge oder Spezialausbildungen der jeweiligen Waffengattung an.

Für Offiziere der U-Boot-Waffe bildete der Hauptlehrgang die allgemeine seemännische und militärische Grundlage. Die eigentliche U-Boot-spezifische Ausbildung begann erst nach Abschluss der allgemeinen Offizierausbildung mit den entsprechenden Lehrgängen an den U-Lehrdivisionen und den weiteren Fachausbildungen.

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com