Marinewerft Horten

Aus uboot Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
   Werften

Reparaturwerft


Die Marinewerft Horten befand sich im Bereich der norwegischen Marinebasis Karljohansvern am Oslofjord. Nach der deutschen Besetzung Norwegens am 09.04.1940 wurde Karljohansvern von der Kriegsmarine übernommen und zu einem bedeutenden deutschen Marine- und Werftstützpunkt im Oslofjord ausgebaut. Die vorhandenen Anlagen dienten der Wartung, Reparatur und Ausrüstung von Kriegsschiffen.

Auch U-Boote nutzten die Marinewerft Horten für Werftaufenthalte. Der Schwerpunkt lag dabei nicht auf dem Neubau von U-Booten, sondern auf Reparatur-, Überholungs- und Instandsetzungsarbeiten. Insbesondere nach technischen Schäden oder während längerer Aufenthalte im norwegischen Stützpunktsystem konnten U-Boote in Horten Werftarbeiten durchführen lassen. Ein regelmäßiger Neubau von U-Booten ist für Horten nicht nachweisbar.

Die Werft war in das allgemeine deutsche Marineversorgungssystem Norwegens eingebunden. Neben Reparaturen an Schiffen und Maschinen wurden in Horten auch Instandsetzungs- und Ausrüstungsarbeiten für die verschiedenen im Oslofjord eingesetzten Marineeinheiten durchgeführt. Die Werft verfügte damit über eine wesentlich breitere Funktion als eine reine U-Boot-Reparaturanlage.

Die Nutzung durch U-Boote lässt sich auch in den Unterlagen einzelner Boote und Marineangehöriger nachweisen. So war beispielsweise U 775 Anfang November 1944 in Horten, bevor das Boot nach Bergen weiterfuhr. Ebenso befand sich U 874 noch nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 in Horten.

Im Unterschied zu den großen deutschen U-Boot-Stützpunkten in Bergen und Drontheim besaß Horten keine vergleichbare U-Boot-Bunkeranlage und entwickelte sich auch nicht zum Sitz einer eigenen U-Flottille. Seine Bedeutung für die U-Boot-Waffe lag vielmehr in der Einbindung in das allgemeine Marine- und Werftsystem des Oslofjordes sowie in der Möglichkeit, U-Boote bei Bedarf zu reparieren, zu überholen und technisch zu betreuen.

Die Marinewerft Horten blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Bestandteil des deutschen Marine-Stützpunktsystems in Norwegen. Nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 endete die deutsche Nutzung der Werft.

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

→ Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com