Kriegsmarinewerft La Pallice

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U-Boot-Ausrüstungs- und Reparaturwerft


Der U-Boot-Stützpunkt La Pallice bei La Rochelle wurde nach der Besetzung der französischen Atlantikküste durch die deutsche Wehrmacht zu einem wichtigen deutschen Marinestützpunkt ausgebaut. Bereits ab September 1940 diente La Pallice als Ausweichstützpunkt für die italienischen U-Boote der deutschen U-Boot-Basis BETASOM in Bordeaux. Am 27.10.1941 übernahm die 3. U-Flottille den Stützpunkt, der sich anschließend zu einem bedeutenden Operations-, Ausrüstungs- und Reparaturstandort der deutschen U-Boot-Waffe entwickelte.

Die Anlagen dienten nicht dem Neubau von U-Booten, sondern vor allem deren Ausrüstung, Wartung, Reparatur und Überholung. U-Boote wurden nach Feindfahrten oder bei technischen Schäden in La Pallice instand gesetzt und für weitere Unternehmungen vorbereitet. Auch während längerer Werftaufenthalte konnten die Boote im Stützpunkt mit Ersatzteilen, Treibstoff, Torpedos und weiterer Ausrüstung versorgt werden. Zahlreiche Einsatz- und Werftaufenthalte von U-Booten in La Pallice belegen die Bedeutung des Standortes. Beispielsweise kehrten U 753, U 333 und zahlreiche weitere Boote nach ihren Feindfahrten nach La Pallice zurück.

Im April 1941 begann der Bau eines geschützten U-Boot-Bunkers. Die ersten beiden U-Boot-Boxen waren im Oktober 1941 fertiggestellt. Der Bunker war rund 195 m breit, 165 m lang und 19 m hoch. Im weiteren Verlauf des Jahres 1942 wurde die Anlage um zusätzliche Boxen erweitert, so dass insgesamt sieben geschützte Liegeplätze für U-Boote zur Verfügung standen. Das erste U-Boot, U 82, lief am 19.11.1941 in den neuen Bunker ein.

Die 3. U-Flottille nutzte La Pallice vor allem als Einsatz- und Ausbildungsstützpunkt für die U-Boote. Die Boote liefen nach ihrer Ausbildung, nach Feindfahrten oder für notwendige Reparatur- und Wartungsarbeiten den Stützpunkt an. Neben den eigentlichen Reparaturen wurden auch Nachrüstungen und Umbauten durchgeführt, soweit diese während der regulären Werftliegezeit möglich waren. Der geschützte Bunker war dabei ein wesentlicher Bestandteil der technischen Infrastruktur des Stützpunktes.

Mit dem Ausbau der deutschen U-Boot-Basen an der französischen Atlantikküste gewann La Pallice zunehmend an Bedeutung. Der Standort lag außerhalb der großen französischen Schiffbauzentren und war dennoch unmittelbar an das Atlantiknetz der deutschen U-Boot-Waffe angebunden. Dadurch konnten die Boote nach ihren Einsätzen vergleichsweise schnell wieder ausgerüstet und für weitere Unternehmungen vorbereitet werden.

Nach der alliierten Landung in der Normandie und dem deutschen Rückzug aus Frankreich verschlechterte sich die Lage des Stützpunktes zunehmend. Im August 1944 erreichten mehrere aus Brest kommende U-Boote La Pallice, nachdem der dortige Stützpunkt eingeschlossen worden war. Der reguläre deutsche U-Boot-Betrieb wurde jedoch zunehmend eingeschränkt. Das letzte U-Boot verließ La Pallice am 10.09.1944 im Rahmen der Verlegung der verbliebenen Boote nach Norwegen.

La Pallice blieb anschließend als Teil der deutschen Festung La Rochelle unter deutscher Kontrolle. Die Garnison kapitulierte erst am 08.05.1945. Zu diesem Zeitpunkt befand sich noch U 766 im U-Boot-Bunker. Außerdem erreichten im Frühjahr 1945 noch einzelne U-Boote den Stützpunkt zur Versorgung. Mit der deutschen Kapitulation endete die Nutzung La Pallices als deutscher U-Boot-Stützpunkt.

Der U-Boot-Stützpunkt La Pallice gehörte damit zu den bedeutenden deutschen Ausrüstungs- und Reparaturstandorten an der französischen Atlantikküste. Seine Bedeutung lag vor allem in der geschützten Versorgung, Wartung, Reparatur und Vorbereitung der U-Boote der 3. U-Flottille und anderer vorübergehend in La Pallice liegender Boote.

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

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