Leutnant zur See

Aus uboot Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Leutnant zur See

Der Leutnant zur See (Lt.z.S.) war der niedrigste reguläre Offiziersdienstgrad innerhalb der Seeoffizierslaufbahn der Kriegsmarine. Er stand über dem Oberfähnrich zur See und unter dem Oberleutnant zur See. Mit seiner Ernennung endete die reguläre Offiziersanwärterzeit und der bisherige Offiziersanwärter gehörte nun dem Offizierskorps an. Rangmäßig entsprach der Leutnant zur See dem Leutnant des Heeres und der Luftwaffe. Der Dienstgrad war nicht an eine bestimmte Dienststellung gebunden.

Der Weg vom Oberfähnrich zum Leutnant zur See


Der Leutnant zur See ging innerhalb der regulären Seeoffizierslaufbahn aus dem Dienstgrad Oberfähnrich zur See hervor. Der Offizieranwärter hatte zuvor die vorgeschriebenen militärischen, seemännischen und fachlichen Ausbildungsabschnitte sowie die praktische Bordausbildung durchlaufen. Nach erfolgreichem Abschluss der vorgeschriebenen Ausbildung und bei entsprechender Eignung erfolgte die Ernennung zum Leutnant zur See. Damit begann die reguläre Verwendung als Seeoffizier. In der Friedensausbildung der 1930er Jahre wurde dieser Ausbildungsstand ungefähr zwei Jahre nach Eintritt in die Marine erreicht. Während des Zweiten Weltkrieges konnten Ausbildungsdauer und Ablauf entsprechend den Erfordernissen verändert oder verkürzt werden.

Leutnant zur See der Reserve


Der Leutnant zur See der Reserve (Lt.z.S.d.R.) gehörte dem Reserveoffizierskorps der Kriegsmarine an. Der Zusatz „d. R.“ kennzeichnete die Zugehörigkeit zur Reserve und stellte keinen eigenen Dienstgrad dar. Reserveoffiziere konnten aus dem Beurlaubtenstand hervorgehen oder während der Aufrüstung und des Krieges für den Marinedienst herangezogen und entsprechend ausgebildet werden. Ihre zivile Vorbildung war unterschiedlich. Bei einem Teil bestanden nautische oder technische Kenntnisse aus der Handelsmarine oder anderen zivilen Berufen. Eine solche Herkunft kann jedoch nicht für alle Reserveoffiziere vorausgesetzt werden.

Leutnant zur See als Kriegsoffizier


Als Kriegsoffizier wurden während des Zweiten Weltkrieges besonders geeignete und erfahrene Unteroffiziere mit Portepee in die Kriegsoffizierslaufbahn übernommen werden. In Personalunterlagen wurden diese Offiziere mit dem Zusatz „Kr.O.“ geführt. Ein Leutnant zur See (Kr.O.) konnte zuvor eine langjährige Mannschafts- und Unteroffizierslaufbahn durchlaufen haben. Besonders häufig finden sich entsprechende Werdegänge aus seemännischen Fachlaufbahnen. Die Ernennung zum Kriegsoffizier erfolgte nach den hierfür geltenden Bestimmungen aufgrund von Eignung, dienstlicher Bewährung und Auswahl. Sie war nicht lediglich eine Auszeichnung für Tapferkeit oder lange Dienstzeit.

Sonderführer im Leutnantsrang


Sonderführer waren zivile Fachleute, die aufgrund besonderer Kenntnisse für bestimmte Aufgaben in die Wehrmacht übernommen wurden. Sie durchliefen nicht zwingend die reguläre militärische Offizierslaufbahn und besaßen eine ihrer Verwendung entsprechende Rangstellung. Der Sonderführer (Z) entsprach einer Stellung im Leutnantsrang. Bei der Kriegsmarine wurde ab 1940 auch die Dienstbezeichnung „Sonderführer (Leutnant z. S.)“ verwendet. Damit wurde die militärische Rangstellung gekennzeichnet. Der Betreffende war dadurch jedoch nicht automatisch regulärer Leutnant zur See der Seeoffizierslaufbahn.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Die Schulterstücke des Leutnants zur See bestanden aus vier nebeneinanderliegenden silberfarbenen Plattschnüren auf marineblauer Unterlage. Im Gegensatz zum Oberleutnant zur See trug der Leutnant zur See auf den Schulterstücken keinen Rangstern. Auf beiden Unterärmeln wurde ein mittelbreiter goldfarbener Rangstreifen von etwa 1,6 cm Breite getragen. Bei Seeoffizieren befand sich oberhalb des Ärmelstreifens der goldgestickte fünfzackige Seestern als Laufbahnabzeichen. Der Leutnant zur See trug außerdem die für Marineoffiziere vorgeschriebene Schirmmütze. Die weitere Ausführung der Uniform richtete sich nach Uniformart und Anlass.

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe) - Kriegsmarine 1939.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine - Motorbuch Verlag 1995.


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverzeichnis: → Literaturverzeichnis und Buchkauf


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

Genau dieses Schema nehme ich nun für die nächsten Dienstgrade.