Paul Frerks

Aus uboot Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Lebensdaten

Name: Frerks

Kein Bild vorhanden
Vorname: Paul Heinrich
Geburtsdatum: 25.06.1908
Geburtsort: Hadersleben
Geburtsort Lage - Damals: Kreis Hadersleben - Regierungsbezirk Schleswig - Preußische Provinz Schleswig-Holstein
Geburtsort Lage - Heute: Haderslev (seit 1920) - Kommune Haderslev - Region Syddanmark - Königreich Dänemark
Todesdatum: 02.08.1963 (55 Jahre)
Todesort: Haderslev
Todesort - Lage: Kommune Haderslev - Region Syddanmark - Königreich Dänemark

Dienstgrade

01.02.1940 Bootsmannsmaat der Reserve
01.07.1940 Bootsmann der Reserve
01.11.1940 Leutnant zur See der Reserve
01.01.1943 Oberleutnant zur See der Reserve
01.07.1944 Matrose I der Reserve Rangverlust

Orden und Ehrenzeichen

25.12.1940 Kriegsabzeichen für Minensuch-, Ubootsjagd- und Sicherungsverbände
14.04.1941 Eiserne Kreuz 2. Klasse
12.10.1941 Eiserne Kreuz 1. Klasse
02.09.1943 U-Bootskriegsabzeichen 1939

Militärischer Werdegang

07.09.1939 Eintritt in die Kriegsmarine als Rekrut. (ehemaliger Handelsschiffsoffizier H.S.O.) Stammrollennummer: UN 1603/39 ES.
07.09.1939 - 26.09.1939 Infanteristische Grundausbildung bei der II. Marine-Artillerieabteilung, Wilhelmshaven.
27.09.1939 - 28.10.1939 Nicht ermittelt.
29.10.1939 - 01.12.1939 Lehrgang an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
02.12.1939 - 01.02.1940 In der Marine-Unteroffizierslehrabteilung.
02.02.1940 - 26.03.1940 In der 12. Minensuchflottille, St. Malo.
27.03.1940 - 24.03.1942 Kommandant des Minensuchbootes M 1401 der 14. Minensuchflottille.
25.03.1942 - 05.07.1942 Bootskommandant in der 40. Minensuchflottille, Brest.
06.07.1942 - 24.10.1942 U-Wachoffizierslehrgang bei der 2. U-Lehrdivision, Gotenhafen.
25.10.1942 - 03.01.1943 Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
04.01.1943 - 30.01.1943 Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
31.01.1943 - 14.02.1943 Zur Verfügung der 10. U-Flottille, Lorient.
15.02.1943 - 06.08.1943 Wachoffizier auf U 117 (Typ X B) unter Hans-Werner Neumann. 2 Unternehmungen:
↳ 31.03.1943 - 14.05.1943 - Mittelatlantik, 66 Minen vor Fedala.
↳ 22.07.1943 - 06.08.1943 - Nordatlantik, südlich der Azoren. In See überstieg auf U 66 (Typ IX C).
06.08.1943 - 01.09.1943 Kommandant in Vertretung auf U 66 (Typ nach Verwundung des eigentlichen Kommandanten). 1 Unternehmung:
↳ 06.08.1943 - 29.09.1943 - Mittelatlantik. (nur Rückmarsch).
02.09.1943 - 30.09.1943 Zur Verfügung der 12. U-Flottille, Bordeaux.
01.10.1943 - 16.11.1943 Kommandanten-Lehrgang und Kommandanten-Schießlehrgang bei der 23. U-Flottille, Danzig.
17.11.1943 - 16.03.1944 Kommandant von U 975 (Typ VII C) - (Ausbildung und Erprobung).
↳ Nach Ausbildung in der Ostsee abgelöst wegen eines Disziplinarverfahrens, 4 x disziplinar bestraft, davon 2 x unter Alkohol. Führung mangelhaft.
23.03.1944 - 11.06.1944 Zur Verfügung der 7. U-Flottille, St. Nazaire.
↳ 01.05.1944 bedrohte er unter Alkoholeinfluss mehre Soldaten und Passanten mit einer Pistole und wurde deshalb am 06.05.1944 zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt § 330 RStGB. Das OKM bestand auf Degradierung zum Matrosen.
12.06.1944 - 28.08.1944 Matrose zur Verfügung der 1. U-Ausbildungsabteilung, Plön. Entlassung aus dem Offiziersstand.
29.08.1944 - 03.12.1944 Zur Verfügung der 3. U-Ausbildungsabteilung, Schleswig.
04.12.1944 - 04.05.1945 Matrose an Bord der U 711 (Typ VII C). 3 Unternehmungen:
↳ 09.02.1945 - 24.02.1945 - Nordmeer, Bäreninsel, Kola Halbinsel.
↳ 14.03.1945 - 31.03.1945 - Nordmeer, Bäreninsel.
↳ 15.04.1945 - 02.05.1945 - Nordmeer, Kola Mündung.
Verlust von U 711 seines Bootes in Kilbotn.
09.05.1945 - 24.08.1945 Britische Kriegsgefangenschaft in Deutschland.

Der Fall Frerks

Der Fall von Paul Frerks (Kommandant von U 975) ist ein bezeichnendes Beispiel für die drakonische Disziplinarpolitik des Oberkommandos der Marine (OKM) in der späten Kriegsphase.

Am 01.05.1944 verursachte Frerks in angetrunkenem Zustand einen folgenschweren öffentlichen Eklat, bei dem er mehrere Soldaten und Passanten mit seiner Dienstpistole bedrohte. Die Marinejustiz reagierte angesichts der Schwere des Vorfalls und der Gefährdung der öffentlichen Ordnung prompt. Bereits am 06.05.1944 verurteilte ihn ein Marinegericht gemäß § 330 RStGB zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten.

Während das Gericht zunächst nur die Freiheitsstrafe vorsah, intervenierte das OKM (unter dem Einfluss von Karl Dönitz) massiv. In der Personalakte im Bundesarchiv ist dokumentiert, dass das Oberkommando auf der härtesten disziplinarischen Konsequenz bestand: der Ausstoßung aus dem Offizierskorps und der Degradierung zum Matrosen.

Dieser Schritt bedeutete den vollständigen Verlust aller militärischen Privilegien und des Offiziersranges. Frerks wurde mit Wirkung vom 12.05.1944 offiziell seines Kommandos auf U 975 enthoben.

Am 04.12.1944 erfolgte seine Kommandierung als Matrose an Bord von U 711, einem Boot des Typs VII C unter dem Kommando von Hans-Günther Lange. An Bord dieses Frontbootes absolvierte Frerks bis zum 04.05.1945 insgesamt drei Unternehmungen im Nordmeer. Diese Verwendung als einfacher Dienstgrad auf einem Boot seiner ehemaligen Waffengattung galt als extreme Form der „Bewährung vor dem Feind“. Er erlebte das Kriegsende aktiv an Bord, bevor U 711 am 04.05.1945 bei einem Luftangriff in Kilbotn (Norwegen) versenkt wurde.

Anerkennung durch Lange: Es wird berichtet, dass Hans-Günther Lange die Fähigkeiten von Frerks erkannte und ihn trotz seines niedrigen Ranges als verlässliche Stütze der Besatzung betrachtete. Die Tatsache, dass er drei harte Unternehmungen im Eismeer unter ständigem Feinddruck als wertvolles Mitglied überstand, festigte seinen Ruf als professioneller Seemann.

In der Literatur, etwa bei Busch / Röll, wird dieser Fall oft als mahnendes Beispiel für die kompromisslose Haltung der Führung gegenüber Alkoholmissbrauch und „unwürdigem Verhalten“ von U-Boot-Kommandanten angeführt.


Quellen & Literatur

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 71.

Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 293 - S. 21.

Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com