Typ XVII B

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Typ XIV

U-Boote vom Typ XVII B


Der U-Boot-Typ XVII B war eine Weiterentwicklung der von dem Ingenieur Hellmuth Walter entwickelten Walter-U-Boote und zählte zu den fortschrittlichsten U-Boot-Konstruktionen des Zweiten Weltkrieges. Ziel des Entwurfs war die Schaffung eines U-Bootes mit hoher Unterwassergeschwindigkeit und großer Unterwasserausdauer. Dies wurde durch den neuartigen Walter-Antrieb ermöglicht, der hochkonzentriertes Wasserstoffperoxid (Perhydrol) als Sauerstoffträger nutzte und somit einen luftunabhängigen Betrieb erlaubte.

Die Entwicklung basierte auf den Erfahrungen mit dem Versuchsboot V 80 sowie den Erprobungsbooten des Typs XVII A. Gegenüber diesen erhielten die Boote des Typs XVII B einen verbesserten Rumpf, eine optimierte Antriebsanlage und eine für den Fronteinsatz vorgesehene Bewaffnung mit zwei Bugtorpedorohren und zwei Reservetorpedos. Mit einer Unterwassergeschwindigkeit von bis zu 21 Knoten übertraf der Typ XVII B die damals in Dienst stehenden U-Boote der Kriegsmarine bei weitem.

Insgesamt wurden nur die Boote U 1405, U 1406 und U 1407 fertiggestellt. Weitere geplante Einheiten wurden infolge der sich verschlechternden Kriegslage und der Konzentration auf den Bau des U-Boot-Typs XXI nicht mehr vollendet oder bereits vor Baubeginn gestrichen. Keines der Boote kam mehr zu einem Fronteinsatz.

Nach Kriegsende wurden die drei fertiggestellten Boote im Mai 1945 von ihren Besatzungen selbstversenkt. Während U 1405 und U 1406 nach ihrer Hebung zu Erprobungszwecken ausgewertet wurden, gelangte U 1407 nach Großbritannien, wo es nach umfangreicher Instandsetzung als HMS Meteorite in Dienst gestellt wurde. Die mit diesem Boot gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Entwicklung späterer britischer Walter-Versuchs-U-Boote ein.

Obwohl der U-Boot-Typ XVII B aufgrund seines späten Erscheinens keinen Einfluss mehr auf den Verlauf des U-Boot-Krieges hatte, gilt er als wegweisender Schritt auf dem Weg zum modernen Unterwasserboot. Das von Walter entwickelte Prinzip des luftunabhängigen Antriebs nahm technische Konzepte vorweg, die erst Jahrzehnte später in Form moderner AIP-Systeme wieder aufgegriffen wurden. Gleichzeitig beeinflussten die hydrodynamischen Erkenntnisse aus dem Walter-Programm die Konstruktion der deutschen Elektroboote des Typs XXI und trugen damit wesentlich zur Entwicklung der Nachkriegs-U-Boottechnik bei.

Technische Daten

Tonnage gesamt: 415 t
Verdrängung über Wasser: 312 t
Verdrängung unter Wasser: 337 t
Reserveauftrieb: -
Länge über alles: 41,45 m
Breite: 4,50 m
Durchmesser Druckkörper: 3,30 m
Tiefgang: 4,30 m
Betriebstauchtiefe: 80 m
Maximale Tauchtiefe: 150 m
Zerstörungstauchtiefe: -
Tauchzeit gestoppt: -
Schnelltauchzeit in Fahrt: -

Maschinenanlagen & Geschwindigkeiten

Dieselmaschine: 1 x Deutz 8 Zylinder Viertakt Diesel SAA 8 M 517 mit Aufladung und 1 x Brückner & Kanis
Walterantrieb: GW - Turbine mit Kanis - Roeder - Getriebe mit 230 PS
E-Maschine: 1 x AEG Einfachkollektormaschine AT 98 mit 77,5 PS
Batterie: 1 x 62 Zellen AFA-Akkus 26 MAL 570 E mit 3.240 Ah
Schrauben: 1 Schraube mit einem Durchmesser von 1,75 m bzw. 1,90 m
Höchstgeschwindigkeit über Wasser: 8,8 kn
Höchstgeschwindigkeit unter Wasser: 25 kn
Getaucht/Schnorchel konventioneller Antrieb: 763 sm bei 2 kn
Getaucht Walterantrieb: 125 sm bei 25 kn
Getaucht Walterantrieb: 163 sm bei 15 kn
Höchste Zuladung: 20.0 t Treiböl und 55 t Aurol H²O²

Bewaffnung

Bugtorpedorohre: 2 x 53.3 cm
Hecktorpedorohre: Keine
Torpedos: 4 Torpedos
Minen: Keine
Deckgeschütz: Nein
Flugabwehr: Keine

Besatzungsstärke

Insgesamt: 19 Mann
Offiziere: 3 Mann
Mannschaften: 16 Mann

Sonstige Ausrüstung

Ruder: 1 Heck-, 1 Seiten- und 2 Tiefenruder im Stabilisierungs-Flossenkreuz. Keine vorderen Tiefenruder. Ausdrehbare Stabilisierungsflosse auf Vorschiff.
Schnorchel: Ja
Sehrohre: 2 Zentralesehrohre

Boote vom Typ XVII B


U 1405, U 1406, U 1407, U 1408, U 1409, U 1410, U 1411, U 1412, U 1413, U 1414, U 1415, U 1416



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com