U 431
Kriegsmarine Unterseeboot U 431
| Typ: | VII C |
| Bauauftrag: | 23.09.1939 |
| Bauwerft: | F. Schichau Werft GmbH Danzig |
| Serie: | U 431 - U 450 |
| Baunummer: | 1472 |
| Kiellegung: | 04.01.1940 |
| Stapellauf: | 02.02.1941 |
| Indienststellung: | 05.04.1941 |
| Kommandant: | Wilhelm Dommes |
| Feldpostnummer: | M - 40 228 |
Kommandanten
| 05.04.1941 - 31.12.1942 | Kapitänleutnant Wilhelm Dommes (bzw. bis 06.01.1943) |
| 15.12.1942 - 21.10.1943 | Oberleutnant zur See Dietrich Schöneboom (bzw. vom 01.01.1943 / 06.01.1943) |
Flottillen
| 05.04.1941 - 00.07.1941 | 3. U-Flottille, Kiel (Ausbildungsboot) |
| 00.07.1941 - 31.12.1941 | 3. U-Flottille, La Pallice (Frontboot) |
| 01.01.1942 - 21.10.1943 | 29. U-Flottille, La Spezia / Toulon (Frontboot) |
Einsätze
1. Unternehmung
11.07.1941 - 11.08.1941: Ausgelaufen von Drontheim - Eingelaufen in St. Nazaire
Am 11.07.1941 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von Drontheim zu seiner 1. Unternehmung aus. Das Boot operierte im mittleren Nordatlantik sowie in den Gewässern westlich von Gibraltar. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 32 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 5.718 sm lief U 431 am 11.08.1941 in St. Nazaire ein.
Original Kriegstagebuch U 431 - 1. Unternehmung
2. Unternehmung
13.09.1941 - 12.10.1941: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire
Am 13.09.1941 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von St. Nazaire zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im mittleren Nordatlantik sowie südöstlich von Grönland und gehörte dabei zur Brandenburg. Nach einer Gesamtdauer von 30 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 5.151 sm lief U 431 am 12.10.1941 wieder in St. Nazaire ein. Auf dieser Unternehmung gelang die Versenkung von einem Schiff mit 3.198 BRT → Erfolge U 431.
Original Kriegstagebuch U 431 - 2. Unternehmung
3. Unternehmung
16.11.1941 - 28.11.1941: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in Messina
28.11.1941 - 20.12.1941: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in La Spezia
Am 16.11.1941 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von St. Nazaire zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot operierte, nach dem Durchbruch durch die Straße von Gibraltar am 23.11.1941, im östlichen Mittelmeer. Zur Fortsetzung der Fahrt wurden am 28.11.1941 in Messina Brennstoff, Wasser und Proviant ergänzt. Nach einer Gesamtdauer von 35 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 5.837,9 sm über sowie 456,7 sm unter Wasser lief U 431 am 20.12.1941 in La Spezia ein. Auf dieser Unternehmung konnte ein Schiff mit 3.560 BRT beschädigt werden → Erfolge U 431.
Original Kriegstagebuch U 431 - 3. Unternehmung
4. Unternehmung
18.01.1942 - 18.01.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in La Spezia
20.01.1942 - 22.01.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in Messina
25.01.1942 - 08.02.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in Messina
08.02.1942 - 10.02.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in La Spezia
Am 18.01.1942 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von La Spezia zu seiner 4. Unternehmung aus. Noch am gleichen Tag musste das Boot aufgrund eines Bruchs der Lenkerwelle wieder in La Spezia einlaufen. Am 22.01.1942 wurde die Unternehmung in Messina wegen Operationen verbündeter Seestreitkräfte unterbrochen. Nach dem endgültigen Auslaufen operierte das Boot im Mittelmeer vor der Küste der Cyrenaika sowie vor Tobruk. Nach einer Gesamtdauer von 24 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 2.348 sm über sowie 308 sm unter Wasser lief U 431 am 10.02.1942 wieder in La Spezia ein. Auf dieser Unternehmung gelang die Versenkung eines Minensuchers mit 316 ts → Erfolge U 431.
Original Kriegstagebuch U 431 - 4. Unternehmung
5. Unternehmung
18.03.1942 - 20.03.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in Messina
20.03.1942 - 13.04.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in Messina
13.04.1942 - 15.04.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in La Spezia
Am 18.03.1942 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von La Spezia zu seiner 5. Unternehmung aus. Nach einer Kommandantenmusterung in Messina operierte das Boot im Mittelmeer sowie in den Gewässern vor Malta und Tobruk. Der Rückmarsch erfolgte über Messina zum Befehlsempfang. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 29 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 3.353 sm über sowie 602,5 sm unter Wasser lief U 431 am 15.04.1942 wieder in La Spezia ein.
Original Kriegstagebuch U 431 - 5. Unternehmung
6. Unternehmung
14.05.1942 - 16.05.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in Messina
16.05.1942 - 30.05.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in Salamis
Am 14.05.1942 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von La Spezia zu seiner 6. Unternehmung aus. Nach einer Musterung sowie einer Tauchretterübung für neue Besatzungsmitglieder in Messina operierte das Boot im Mittelmeer und vor Tobruk. Nach einer Gesamtdauer von 17 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 2.211 sm über sowie 259,2 sm unter Wasser lief U 431 am 30.05.1942 in Salamis ein. Auf dieser Unternehmung gelang die Versenkung eines Schiffes mit 4.216 BRT → Erfolge U 431.
Original Kriegstagebuch U 431 - 6. Unternehmung
7. Unternehmung
04.06.1942 - 18.06.1942: Ausgelaufen von Salamis - Eingelaufen in Messina
18.06.1942 - 20.06.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in La Spezia
Am 04.06.1942 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von Salamis zu seiner 7. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelmeer sowie vor Tobruk. Der Rückmarsch erfolgte über Messina, wo eine Musterung durch den Führer der Unterseeboote (F.d.U.) stattfand. Nach einer Gesamtdauer von 17 Tagen lief U 431 am 20.06.1942 wieder in La Spezia ein. Auf dieser Unternehmung konnte ein Landungsschiff mit 119 ts beschädigt werden → Erfolge U 431.
Original Kriegstagebuch U 431 - 7. Unternehmung
8. Unternehmung
02.09.1942 - 27.09.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in La Spezia
Am 02.09.1942 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von La Spezia zu seiner 8. Unternehmung aus. Das Boot operierte im westlichen Mittelmeer, konnte jedoch keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 26 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 3.396 sm über sowie 1.445,7 sm unter Wasser lief U 431 am 27.09.1942 wieder in La Spezia ein.
Original Kriegstagebuch U 431 - 8. Unternehmung
9. Unternehmung
29.09.1942 - 05.11.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in La Spezia
Am 29.09.1942 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von La Spezia zu seiner 9. Unternehmung aus. Das Boot operierte im östlichen Mittelmeer, wobei die Fahrt aufgrund eines defekten Sehrohrs vorzeitig abgebrochen werden musste. Auf dieser Unternehmung konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 38 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 3.035,1 sm über sowie 139,2 sm unter Wasser lief U 431 am 05.11.1942 wieder in La Spezia ein.
Original Kriegstagebuch U 431 - 9. Unternehmung
10. Unternehmung
07.11.1942 - 17.11.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in Messina
18.11.1942 - 22.11.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in Pola
Am 07.11.1942 lief U 431 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilhelm Dommes von La Spezia zu seiner 10. Unternehmung aus. Das Boot operierte zu Beginn der alliierten Landung in Nordafrika im westlichen Mittelmeer sowie vor Algier. Der Rückmarsch erfolgte über Messina zur Durchführung von Reparaturen und Ergänzungen nach Pola. Nach einer Gesamtdauer von 16 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 2.297,4 sm über sowie 277 sm unter Wasser lief U 431 am 22.11.1942 in Pola ein. Auf dieser Unternehmung gelang die Versenkung von zwei Zerstörern mit einer Gesamttonnage von 3.548 ts → Erfolge U 431.
Original Kriegstagebuch U 431 - 10. Unternehmung
11. Unternehmung
07.01.1943 - 08.02.1943: Ausgelaufen von Pola - Eingelaufen in Pola
Am 07.01.1943 lief U 431 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Dietrich Schöneboom von Pola zu seiner 11. Unternehmung aus. Das Boot operierte im östlichen Mittelmeer sowie vor der Küste Palästinas. Nach einer Gesamtdauer von 33 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 4.205,2 sm über sowie 584,2 sm unter Wasser lief U 431 am 08.02.1943 wieder in Pola ein. Auf dieser Unternehmung gelang die Versenkung von vier Schiffen mit insgesamt 265 BRT → Erfolge U 431.
Original Kriegstagebuch U 431 - 11. Unternehmung
12. Unternehmung
11.03.1943 - 15.03.1943: Ausgelaufen von Pola - Eingelaufen in Messina
15.03.1943 - 29.03.1943: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in Toulon
Am 11.03.1943 lief U 431 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Dietrich Schöneboom von Pola zu seiner 12. Unternehmung aus. Nach der Übernahme eines zweiten Metox-Gerätes in Messina operierte das Boot im westlichen Mittelmeer sowie vor der Küste Algeriens. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 19 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 2.152,9 sm über sowie 449,3 sm unter Wasser lief U 431 am 29.03.1943 in Toulon ein.
Original Kriegstagebuch U 431 - 12. Unternehmung
13. Unternehmung
20.05.1943 - 20.05.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon
22.05.1943 - 29.05.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon
Am 20.05.1943 lief U 431 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Dietrich Schöneboom von Toulon zu seiner 13. Unternehmung aus. Aufgrund von Defekten an der Entlüftung musste das Boot noch am selben Tag nach Toulon zurückkehren. Nach der Reparatur und dem erneuten Auslaufen operierte es im westlichen Mittelmeer, musste die Unternehmung jedoch infolge von Schäden durch Wasserbomben vorzeitig abbrechen. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 10 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 617,5 sm über sowie 260,6 sm unter Wasser lief U 431 am 29.05.1943 wieder in Toulon ein.
Original Kriegstagebuch U 431 - 13. Unternehmung
14. Unternehmung
05.06.1943 - 27.06.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon
Am 05.06.1943 lief U 431 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Dietrich Schöneboom von Toulon zu seiner 14. Unternehmung aus. Das Boot operierte im westlichen Mittelmeer, musste die Fahrt jedoch aufgrund von Schäden am Tiefenruder, dem Sehrohr, dem Metox-Gerät sowie an einer E-Maschine vorzeitig abbrechen. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 23 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.419,4 sm über sowie 657,2 sm unter Wasser lief U 431 am 27.06.1943 wieder in Toulon ein. Im Anschluss an diese Unternehmung wurde das Boot mit einer neuen Vierlingsflak ausgerüstet.
Original Kriegstagebuch U 431 - 14. Unternehmung
15. Unternehmung
09.08.1943 - 11.08.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon
12.08.1943 - 01.09.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon
Am 09.08.1943 lief U 431 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Dietrich Schöneboom von Toulon zu seiner 15. Unternehmung aus. Bereits am 11.08.1943 musste das Boot zu Instandsetzungsarbeiten nochmals in Toulon einlaufen. Nach dem erneuten Auslaufen operierte es im westlichen Mittelmeer sowie in den Gewässern nördlich von Sizilien und vor Tunesien. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 24 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.483 sm über sowie 535 sm unter Wasser lief U 431 am 01.09.1943 wieder in Toulon ein.
Original Kriegstagebuch U 431 - 15. Unternehmung
16. Unternehmung
26.09.1943 - 21.10.1943: Ausgelaufen von Toulon - Verlust des Bootes
Am 26.09.1943 lief U 431 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Dietrich Schöneboom von Toulon zu seiner 16. und letzten Unternehmung aus. Das Boot operierte im westlichen Mittelmeer sowie vor der algerischen Küste, konnte jedoch keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 26 Tagen wurde U 426 am 21.10.1943 von einem britischen Flugzeug versenkt.
Original Kriegstagebuch U 431 - 16. Unternehmung (B.d.U. op.)
Verbleib
| Datum: | 21.10.1943 |
| Letzter Kommandant: | Dietrich Schöneboom |
| Ort: | Mittelmeer |
| Position: | 37° 23' Nord - 00° 35' Ost |
| Planquadrat: | CH 8214 |
| Verlust durch: | Wasserbomben |
| Tote: | 53 |
| Überlebende: | 0 |
| Besatzung: | Besatzungsliste U 431 |
Verbleib im Detail
Am 21.10.1943 wurde U 431 im Mittelmeer, östlich von Cartagena, durch Wasserbomben der Vickers Wellington Z/MP 741 unter Sergeant Donald-Mervin Cornish der britischen RAF Squadron 179 versenkt.
Zitate aus der Literatur
Busch/Röll schreiben dazu:
U 431 verließ am 26.09.43 Toulon. Das Boot meldete sich am 29.10.43 mit einem Funkspruch an den F.d.U. Mittelmeer zum letzten Mal. Dieser Funkspruch hatte folgenden Wortlaut: Uhrzeitgruppe 1907/19/501, Qu. CH 7496, 03:06 h 10.000 Tonner, 2 Treffer, 3 Min. 55 Sek., Sinken wahrscheinlich. T 5 (Zaunkönig) auf 8000 Tonner, 7 Min. 20 Sek. gesunken. Mitlaufend nachgeladen. 04:45 h Qu. CH 7494 Treffer 6 Min. 47 Sek., brannte gestoppt liegend. Rückmarsch. Am 20.10.43 um 00:14 h gab U 73 (Deckert) eine Notmeldung durch Kurzsignal: Kr FFF Qu. CH 8223. Auf diesen Funkspruch hin erhält U 431 am 20.10.43 den Befehl, auf seinem Rückmarsch über CH 8223 zu gehen, um nach U 73 zu suchen. Wie sich später herausstellte, wurde U 73 am 20.10.43 nicht im Planquadrat CH 8223, sondern im Planquadrat CH 8374 von einem Flugzeug angegriffen und mit vier Bomben belegt. Diese Tatsache wurde dem F.d.U. Mittelmeer aber erst nach der Heimkehr von U 73 bekannt.
Somit erging auch keine Korrektur bezüglich des Marschbefehls an U 431. Das Boot hielt weiter Kurs auf PQ CH 8223. Am 23.10. und weiter am 24. und 25.10.43 wird U 431 jeweils aufgefordert, sein Standort zu melden. Das Boot gab keine Antwort mehr. U 431 wird seit dem 23.10.43 als vermißt geführt. Nach dem Kriege erklärte das Admiralty U-Boot Assessment Commitee, daß U 431 am 30.10.43 südlich von Toulon auf 43° 04' Nord - 05° 57' Ost von dem britischen U-Boot HMS ULTIMATUM (P.34) versenkt wurde. Die Untersuchungsergebnisse des U-Boot-Komitees mußte revidiert werden, nachdem erst jetzt bekannt wurde, daß U 431 schon eine Woche vor dem mutmaßlichen Versenkungsdatum keine an das Boot gerichteten Funksprüche beantwortet hat. Der Angriff der ULTIMATUM, der gegen ein einlaufendes U-Boot am 30.10.43 um 07:16 h erfolgte, galt offensichtlich U 73, welches gerade von einer Eskorte aus Toulon in Empfang genommen wurde.
HMS ULTIMATUM berichtete ebenfalls von einer Explosion und reklamierte einen erfolgreichen Angriff. Aus dem Kriegstagebuch von U 73 geht jedoch hervor, daß das Boot bis auf die erwähnten Bombenschäden vom 20.10.43 keine weiteren Feindberührungen mehr hatte. Die Angaben der ULTIMATUM besagen, daß es auf Sehrohrtiefe drei Torpedos abfeuerte, welche im Siebensekundentakt und mit einer maximalen Laufstrecke von etwa 6300 Metern eingestellt waren. Es wurde eine Explosion gehört nach einer Laufstrecke von 6600 Yards, gefolgt von einer sogenannten gedämpften Innenexplosion. Der Kommandant der ULTIMATUM berichtete weiter, einen offensichtlich sinkenden U-Boot-Turm durch sein Sehrohr erfaßt zu haben.
Torpedos, die mit einer solchen großen Reichweiteneinstellung abgeschossen werden, detonieren nach Ende der Laufzeit von selbst - Enddetonierer. Dies war hier möglicherweise der Fall. Das Fehlen von Angaben über eine Explosion in der fraglichen Zeit im KTB U 73 könnte bedeuten, daß die Explosion ignoriert oder als entfernter Minenselbstzünder gedeutet wurde.
Die Erklärung für den Verlust von U 431 liegt nahezu sicher in einem Angriff der Wellington Z der 179. Squadron am 21.10.43 um 01:51 h. Das Flugzeug sichtete im Mondlicht auf Position 37° 23' Nord - 00° 35' Ost ein aufgetaucht marschierendes U-Boot. Das Flugzeug ging auf eine Höhe von 200 Fuß (ca. 60 Meter) und schaltet im Abstand von etwa ¼ Meile die Angriffsbeleuchtung (Leigh-Light) ein und illuminierte das Boot, welches sofort mit seiner Flakbewaffnung antwortete und die Steuerbordtragfläche, den Motor und den Treibstofftank der Wellington traf. Der Angriff erfolgte dann aus 15 Meter Höhe. Zwei Wasserbomben wurden auf das noch immer nicht getauchte Boot geworfen. Die Bomben streiften das Ziel, welches im hellen Mondlicht klar zu sehen war, bevor es endgültig verschwand. Die Maschine beleuchtete anschließend die Untergangsstelle. Es waren lediglich Schaum und leichte Ölspuren zu sehen. Für weitere zwei Stunden umkreiste die Wellington die Versenkungsstelle, konnte aber keine Merkmale einer Versenkung mehr erkennen.
Der Angriff dieses Flugzeuges, der Wellington Z der 179. Squadron, muß hiermit als Vernichtungserfolg über U 431 angenommen werden. Außer U 431 befanden sich zu dieser Zeit nur noch U 73 und U 371 im Mittelmeer auf Feindfahrt. Tatsächlich waren weder U 73 noch U 371 in Sichtweite. Zu dieser Zeit war U 73 auf Position CH 8386 und U 371 in Position CH 9633. Mehr noch, die Position, in der der Angriff erfolgte, war nur wenige Meilen von dem Punkt entfernt, an dem nach Weisung des F.d.U. Mittelmeer U 431 nach U 73 suchen sollte. Ebenso deutet auf eine Versenkung hin, daß seit diesem Angriff keine Meldung von U 431 mehr erfolgte. Es ist daher anzunehmen, daß U 431 am 21.10.43 um 01:51 h von der Wellington Z der 179. Squadron des Coastal Command auf Position 37° 23' Nord - 03° 50' Ost versenkt wurde.
Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 158 - 159.
Clay Blair schreibt dazu:
Die in Toulon stationierte, schrumpfende U-Boot-Flottille im Mittelmeer, die immer noch von Leo Kreisch befehligt wurde, verlor am Abend des 21. Oktober ein weiteres Boot. Es handelte sich um U 431 unter dem Kommandanten Dietrich Schöneboom. Der Kanadier Donald M. Cornish griff mit seiner mit Leigh Light ausgerüsteten Wellington der britischen Squadron 179 trotz starken Flakfeuers an und warf sechs Wasserbomben. Diese zerstörten U 431 unter Verlust der gesamten Besatzung. Weil aber kein Beweis für die Versenkung gefunden wurde, rechneten die Briten diese Versenkung nicht Cornish und seiner Besatzung zu. Statt dessen schrieb die Admiralität das Verdienst irrtümlich dem britischen U-Boot Ultimatum unter dem tüchtigen und hochdekorierten W. Hendley Kett zu, der zehn Tage später vor Toulon ein deutsches U-Boot angriff. In einer Neubewertung nach dem Krieg wurde entdeckt, daß Kett erfolglos U 73 angegriffen hatte. Daraufhin sprach die Admiralität dem Piloten Cornish die Versenkung von U 431 zu.
Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 537.
Quellen & Literatur
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB
Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 537.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 52, 53.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 42, 240.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 158 - 159.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 195 - 197.
Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 63, 268.
Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 375 - U 435" - Eigenverlag - S. 323 - 340.
Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 169.