U 549

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U 548
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Kriegsmarine Unterseeboot U 549

Typ: IX C/40
Bauauftrag: 05.06.1941
Bauwerft: Deutsche Werft AG Hamburg
Serie: U 525 - U 550
Baunummer: 370
Kiellegung: 28.09.1942
Stapellauf: 28.04.1943
Indienststellung: 14.07.1943
Kommandant: Detlev Krankenhagen
Feldpostnummer: M - 53 434

Kommandanten

14.07.1943 - 29.05.1944 Kapitänleutnant Detlev Krankenhagen

Flottillen

14.07.1943 - 31.12.1943 4. U-Flottille, Stettin (Ausbildungsboot)
01.01.1944 - 29.05.1944 10. U-Flottille, Lorient (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

11.01.1944 - 12.01.1944: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

13.01.1944 - 26.03.1944: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Lorient


Am 11.01.1944 lief U 549 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Detlev Krankenhagen von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch über die Ostsee sowie einer Brennstoffergänzung in Kristiansand operierte das Boot im Nordatlantik, westlich von Irland. Es gehörte auf dieser Unternehmung zu den U-Boot-Gruppen Igel 1, Hai 1 und Preussen. Im Verlauf der Unternehmung gelangen keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 76 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 6.290 sm über und 1.734,7 sm unter Wasser lief das Boot am 26.03.1944 in Lorient ein. Nach dieser Fahrt erfolgte vom 26.03.1944 – 14.05.1944 der Einbau einer Schnorchelanlage bei der Kriegsmarinewerft Lorient.

Original Kriegstagebuch U 549 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

14.05.1944 - 29.05.1944: Ausgelaufen von Lorient - Verlust des Bootes


Am 14.05.1944 lief U 549 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Detlev Krankenhagen von Lorient zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik und westlich der Insel Madeira. Nach einer Gesamtdauer von 16 Tagen wurde U 549 von amerikanischen Kriegsschiffen versenkt. U 549 konnte auf dieser Unternehmung 1 Flugzeugträger mit 8.600 ts versenken und 1 Zerstörer mit 1.300 ts beschädigen → Erfolge U 549.

Original Kriegstagebuch U 549 - 2. Unternehmung


Verbleib

Datum: 29.05.1944
Letzter Kommandant: Detlev Krankenhagen
Ort: Mittelatlantik
Position: 31° 13' Nord - 23° 03' West
Planquadrat: DH 4187
Verlust durch: Hedgehog
Tote: 57
Überlebende: 0
Besatzung: Besatzungsliste U 549

Verbleib im Detail


Am 29.05.1944 wurde U 549 im Mittelatlantik südwestlich der Insel Madeira durch Hedgehog der US-Zerstörer USS Eugene E. Elmore (DE-686) unter Lieutenant Commander George-Lissant Conkey und USS Ahrens (DE-575) unter Commander Morgan-Hamilton Harris versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 29.05.44 im Mittelatlantik südwestlich Madeira durch Hedgehog-Wasserbomben vom Geleitzerstörer EUGENE E. ELMORE versenkt. U 549 wurde am Morgen des 29.05.1944 von einer Avenger-Maschine des US-Geleitflugzeugträgers USS BLOCK ISLAND (CVE-21) gesichtet, konnte aber den Angriff unbeschadet überstehen. Sofort begann die Jagd auf U 549. Die US Task-Group 22.1 mit dem Geleitträger BLOCK ISLAND sowie den Geleitzerstörern USS BARR (DE-576), EUGENE E. ELMORE, AHRENS und USS ROBERT I. PAINE (DE-578) versuchten, den Kontakt zum U-Boot herzustellen.

Doch während der Suche durch die Geleitzerstörer, konnte U 549 ungehindert die Sicherung zum Geleitträger durchstoßen. Drei Torpedos trafen die USS BLOCK ISLAND. Jetzt erst sichtete die USS EUGENE E. ELMORE das Sehrohr und lief zum Angriff an. Die Wasserbomben hatten jedoch nicht die erhoffte Wirkung. Krankenhagen konnte zwar einen akustischen T-5 Torpedo Zaunkönig abschießen, der das Heck des Zerstörers BARR traf, dabei wurde das Achterschiff schwer beschädigt, Die BARR sank jedoch nicht. Inzwischen fing die BLOCK ISLAND an zu sinken. Schnell eilte die AHRENS heran, um die Besatzung des Trägers zu übernehmen.

Zur gleichen Zeit verfehlte ein weiterer T-5 Zaunkönig die EUGENE E. ELMORE. Jetzt aber wurde das U-Boot von der AHRENS mit Sonar geortet. Da die AHRENS jedoch mit der Rettung der Besatzung der BLOCK ISLAND beschäftigt war, beorderte Crd. Henry Mullins, der Kommandant der AHRENS, der inzwischen mit der Führung der Task Group beauftragt worden war, die beiden noch einzigen zur Verfügung stehenden Zerstörer EUGENE J. ELMORE und ROBERT I. PAINE zu der Stelle, an der das U-Boot geortet worden war. USS EUGENE E. ELMORE bekam sofort Kontakt zum U-Boot. Nach dem dritten Hedgehog-Angriff erfolgten zwei schwache und eine starke Detonation. Sie bedeuteten das Ende von U 549.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 249.



Clay Blair schreibt dazu:

Am 14. Mai lief in Frankreich das IXC/40-Schnorchelboot U 549 unter dem 26jährigen Detlev Krankenhagen aus. Die amerikanischen Kryptoanalytiker vermuteten, daß U 549 nach Argentinien fahren könnte, um dort Agenten und eine geheime Funkausrüstung abzusetzen, doch in den deutschen Aufzeichnungen sind keine Sondermissionen vermerkt, lediglich das zugeteilte Patrouillengebiet Brasilien. Auf Grund von entzifferten Enigma-Funkverkehr setzte die Tenth Fleet am 23. Mai die in Casablanca auslaufende U-Jagdgruppe um die Block Island auf die Fährte von U 549, die in die Nähe der Insel Madeira führte.

Am 28. Mai kam die Block-Island-Group in Kontakt mit U 549, doch das Boot tauchte und entkam. In den frühen Morgenstunden des 29. Mai erhielt eine unbewaffnete Avenger, die einen Nachtflug absolvierte, eine klare Radarortung. Zwei andere Avengers stiegen auf, doch der Angriff schlug fehl, und U 549 tauchte erneut in die Sicherheit der Tiefe. Entschlossen, dieses U-Boot zur Strecke zu bringen, leitete der Commander der U-Jagdgruppe, Francis M. Hughes, am 29. Mai Suchaktionen rund um die Uhr ein. Die Suche fand ihren Höhepunkt um 17 Uhr mit dem Start von sechs Wildcats, die ungefähr drei Stunden später von sechs Avengers und einer anderen Wildcat abgelöst werden sollte.

Um 20 Uhr, eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit, traf Krankenhagen die 9.393 Tonnen große Block Island mit drei Torpedos. Einer der vier Geleitzerstörer, die Barr unter dem Kommando von Henry H. Love, sichtete ein Periskop und griff mit 13 Wasserbomben an, die aber aller weitab niedergingen. Daraufhin schoß Krankenhagen einen T-5 auf die Barr. Der Torpedo traf präzise das Heck des Geleitzerstörers. Dabei wurden zwölf Mann getötet und 17 verwundet und das Schiff außer Gefecht gesetzt.

Die Block Island, tödlich getroffen, sank langsam. Um 21 Uhr befahl Hughes den 957 Mann auf dem Flugzeugträger, das Schiff aufzugeben. Die in der Luft befindlichen sechs Wildcats flogen in Richtung Kanarische Inseln, aber alle Maschinen mußten in der Dunkelheit notlanden und nur zwei Piloten überlebten. Die Geleitzerstörer Ahrens unter Morgan H. Harris und die Robert I. Pain unter Dayton Cochran näherten sich langsam und retteten die Überlebenden der Block Island. Die Ahrens holte 674 Mann aus dem Wasser, die Pain 277. Überraschenderweise kamen nur sechs Mann des Geleitträgers ums Leben.

Die Ahrens erhielt mitten in der Rettungsaktion einen Sonarkontakt. Da die Ahrens dem Kontakt nicht nachgehen konnte, gab sie dem vierten Geleitzerstörer, der Eugene E. Elmore unter dem Kommando von George L. Conkey, Anweisungen für einen Angriff. Conkey nahm den Sonarkontakt auf und feuerte nacheinander drei Hedgehog-Salven ab. Er meldete drei Explosionen und ein reißendes lautes Geräusch. Vermutlich hörte er, wie U 549 unter Wasser zerbarst.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 662 - 663.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 662, 663.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 132.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 119, 230.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 249.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 232.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 127, 268, 271.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 501 - U 560" - Eigenverlag - S. 279 - 281.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 188.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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