U 590

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U 589
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Kriegsmarine Unterseeboot U 590

Typ: VII C
Bauauftrag: 16.01.1940
Bauwerft: Blohm & Voss Hamburg
Serie: U 551 - U 650
Baunummer: 90
Kiellegung: 31.10.1940
Stapellauf: 06.08.1941
Indienststellung: 02.10.1941
Kommandant: Heinrich Müller-Edzards
Feldpostnummer: M - 23 773

Kommandanten

02.10.1941 - 07.06.1943 Kapitänleutnant Heinrich Müller-Edzards
08.06.1943 - 09.07.1943 Oberleutnant zur See Werner Krüer

Flottillen

02.10.1942 - 00.04.1942 6. U-Flottille, Danzig (Ausbildungsboot)
00.04.1942 - 09.07.1943 6. U-Flottille, St. Nazaire (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

04.04.1942 - 04.04.1942: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Brunsbüttel

05.04.1942 - 17.04.1942: Ausgelaufen von Brunsbüttel - Eingelaufen in Helgoland

05.04.1942 - 17.04.1942: Ausgelaufen von Helgoland - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 04.04.1942 lief U 590 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinrich Müller-Edzards von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal, Übernachtung und Geleitaufnahme in Brunsbüttel sowie Abgabe des Eisschutz in Helgoland operierte das Boot auf der Überführungsfahrt nach Frankreich im Nordatlantik. Nach einer Gesamtdauer von 14 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.021,5 sm über und 239,8 sm unter Wasser lief das Boot am 17.04.1942 in St. Nazaire ein. Im Verlauf dieser Unternehmung gelang die Versenkung oder Beschädigung von Schiffen nicht.

Original Kriegstagebuch U 590 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

03.05.1942 - 05.05.1942: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire

05.05.1942 - 25.06.1942: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 03.05.1942 lief U 590 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinrich Müller-Edzards von St. Nazaire zu seiner 2. Unternehmung aus. Nach dem Defekt des Echolots musste das Boot zurück nach St. Nazaire; nach der Reparatur und dem erneuten Auslaufen operierte das Boot im Nordatlantik, dabei gehörte es zu der U-Boot-Gruppe Hecht. Am 26.05.1942 wurde es von U 116 mit 34 m³ Brennstoff, 14 Tagen Proviant, 100 Tafeln Schokolade, 180 Eiern, 200 Zigarren und einem Karton Tabak versorgt. Nach einer Gesamtdauer von 54 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 7.442,8 sm über und 309,3 sm unter Wasser lief das Boot am 25.06.1942 wieder in St. Nazaire ein. Im Verlauf dieser Unternehmung gelang die Versenkung oder Beschädigung von Schiffen nicht.

Original Kriegstagebuch U 590 - 2. Unternehmung



3. Unternehmung

11.08.1942 - 23.08.1942: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire

27.08.1942 - 24.11.1942: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 11.08.1942 lief U 590 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinrich Müller-Edzards von St. Nazaire zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik vor Freetown. Am 23.08.1942 lief U 590 nach Waboschäden wieder in St. Nazaire ein; nach der Reparatur und dem erneuten Auslaufen setzte das Boot die Unternehmung fort. Am 26.09.1942 wurde es von U 460 mit 20 m³ Brennstoff, 3 m³ Motorenöl und 7 Tagen Proviant versorgt. U 590 gehörte auf dieser Fahrt zu den U-Boot-Gruppen Blücher und Iltis. Nach einer Gesamtdauer von 106 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 16.560,5 sm lief das Boot am 24.11.1942 wieder in St. Nazaire ein. Nach der Fahrt erfolgten vom 25.11.1942 bis zum 17.03.1943 der Ausbau beider Dieselmaschinen und der Umbau des Turmes. Im Verlauf dieser Unternehmung gelang die Versenkung oder Beschädigung von Schiffen nicht.

Original Kriegstagebuch U 590 - 3. Unternehmung



4. Unternehmung

31.01.1943 - 11.02.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire

22.02.1943 - 12.04.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 31.01.1943 lief U 590 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinrich Müller-Edzards von St. Nazaire zu seiner 4. Unternehmung aus. Am 11.02.1943 musste das Boot wegen Dieseldefekten zurück nach St. Nazaire; nach der Reparatur und dem erneuten Auslaufen operierte das Boot im Nordatlantik und südlich von Island. Es wurde am 05.03.1943 und 06.03.1943 von U 508 mit 15,6 m³ Brennstoff und am 03.04.1943 von U 463 mit 17 m³ Brennstoff versorgt. U 590 gehörte zu den U-Boot-Gruppen Neuland, Dränger und Seewolf. Nach einer Gesamtdauer von 72 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 6.457,5 sm über und 477,9 sm unter Wasser lief das Boot am 12.04.1943 wieder in St. Nazaire ein. Im Verlauf dieser Unternehmung gelang die Beschädigung von einem Schiff mit 5.464 BRT → Erfolge U 590.

Original Kriegstagebuch U 590 - 4. Unternehmung



5. Unternehmung

08.06.1943 - 09.07.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Verlust des Bootes


Am 08.06.1943 lief U 590 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Werner Krüer von St. Nazaire zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, östlich der Karibik und östlich der Mündung des Amazonas. Am 18.06.1943 wurde es von U 488 mit 29 m³ Brennstoff versorgt. Nach einer Gesamtdauer von 32 Tagen wurde U 590 von einem amerikanischen Flugzeug versenkt. Im Verlauf dieser Unternehmung gelang die Versenkung von einem Schiff mit 5.228 BRT → Erfolge U 590.

Original Kriegstagebuch U 590 - 5. Unternehmung (B.d.U.)


Verbleib

Datum: 09.07.1943
Letzter Kommandant: Werner Krüer
Ort: Mittelatlantik
Position: 03° 22' Nord - 48° 38' West
Planquadrat: EP 8577
Verlust durch: Wasserbombe
Tote: 45
Überlebende: 0
Besatzung: Besatzungsliste U 590

Verbleib im Detail


Am 09.07.1943 wurde U 590 im westlichen Mittelatlantik vor der Mündung des Amazonas durch Wasserbomben der Consolidated PBY Catalina P-1 unter Lieutenant Junior Grade Stanley-E. Auslander der US-Navy Squadron VP-94 versenkt.


Zitate aus der Literatur


Clay Blair schreibt dazu:

Die Angriffe auf zwei große Geleitzüge vor der südamerikanischen Küste, den nach Norden fahrenden BT 18 und den nach Süden fahrenden TJ 1 innerhalb von 24 Stunden lösten große Bestürzung im alliierten Hauptquartier der U-Boot-Abwehr für dieses Seegebiet aus. Der Befehlshaber der Fourth Fleet, Admiral Jonas Ingram, meinte, er müsse auf einem massiven U-Boot-Überfall reagieren, und verstärkte die Luft- und Überwassereskorten der Geleitzüge in diesen Gewässern. Außerdem erhöhte er die Zahl der U-Jagd-Patrouillen durch Flugzeuge. Infolgedessen machten die danach kommenden fünf Typ-VII-Boote auf Beutezug vor Brasilien eine schreckliche Zeit durch. Zusätzlich zu der schier unerträglichen Hitze und der ständigen Belastung durch knappen Treibstoff wurden die VII-Boote fast unablässig von Flugzeugen verfolgt. Ein Kommandant schilderte kurz und bündig die intensiven U-Jagd-Operationen der Führung: Luft wie in der Biskaya, Tag und Nacht.

Lediglich ein VII-Boot versenkte ein Schiff: das bewährte Boot U 590 mit dem neuen Kommandanten Werner Krüer, 28 Jahre alt. In einem gewagten Angriff in der Nähe der Amazonasmündung erwischte Krüer am 4. Juli den brasilianischen Frachter Pelotaslóide mit 5228 BRT, der von zwei brasilianischen U-Jäger gesichert wurde. Als Krüer die Versenkung meldete, löste die prompt eine massive U-Boot-Jagd durch die Catalinas der in Amapá stationierten US Navy Squadron VP 94 aus, einem Landeplatz gleich nördlich der Amazonasmündung.

Eine Catalina fand U 590 am 9. Juli und griff an. Krüers Flak-Schützen erwiderten das Feuer und trafen das Cockpit des Flugzeuges. Sie töteten den Piloten Frank F. Hare und verwundeten den Funker. Der Co-Pilot J.P. Phelps versuchte einen zweiten Angriff, wurde aber abgewehrt und drehte nach Belém ab. Auf diesen Alarm hin griff eine weitere Catalina das U-Boot mit einer Serie von sechs Wasserbomben. Es gab keine Überlebenden.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 441 - 442.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 441, 442.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 134, 165.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 56, 223.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 112.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 254 - 255.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 71, 263.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 561 - U 599" - Eigenverlag - S. 278 - 286.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 137.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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