U 616

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Kriegsmarine Unterseeboot U 616

Typ: VII C
Bauauftrag: 15.08.1940
Bauwerft: Blohm & Voss Hamburg
Serie: U 551 - U 650
Baunummer: 116
Kiellegung: 20.05.1941
Stapellauf: 08.02.1942
Indienststellung: 02.04.1942
Kommandant: Johann Spindlegger
Feldpostnummer: M - 45 101

Kommandanten

02.04.1942 - 07.10.1942 Oberleutnant zur See Johann Spindlegger
08.10.1942 - 17.05.1944 Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka

Flottillen

02.04.1942 - 31.12.1942 8. U-Flottille, Danzig (Ausbildungsboot)
01.01.1943 - 31.05.1943 6. U-Flottille, St. Nazaire (Frontboot)
01.06.1943 - 17.05.1944 29. U-Flottille, La Spezia / Toulon (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

06.02.1943 - 08.02.1943: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

09.02.1943 - 09.02.1943: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Egersund

10.02.1943 - 26.03.1943: Ausgelaufen von Egersund - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 06.02.1943 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch über die Ostsee, einer Brennstoffergänzung in Kristiansand sowie einem Einlaufen wegen Luftgefahr in Egersund operierte das Boot im Nordatlantik, nordöstlich von Neufundland, dabei gehörte es zu den U-Boot-Gruppen Burggraf, Westmark und Stürmer. Am 19.03.1943 wurde es von U 119 mit einem Metox-Gerät versorgt. Im Verlauf der Unternehmung gelangten keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 49 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 5.815 sm über und 477,3 sm unter Wasser lief das Boot am 26.03.1943 in St. Nazaire ein.

Original Kriegstagebuch U 616 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

18.04.1943 - 18.04.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire

19.04.1943 - 17.05.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in La Spezia


Am 18.04.1943 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von St. Nazaire zu seiner 2. Unternehmung aus. Noch am selben Tag musste das Boot wegen Minengefahr den Rückmarsch nach St. Nazaire antreten und lief dort wieder ein. Nach dem erneuten Auslaufen operierte es im Nordatlantik und, nach dem Durchbruch durch die Straße von Gibraltar am 04.05.1943, im westlichen Mittelmeer. Im Verlauf der Unternehmung gelangten keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 30 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 3.394,5 sm über und 635,3 sm unter Wasser lief das Boot am 17.05.1943 in La Spezia ein.

Original Kriegstagebuch U 616 - 2. Unternehmung



3. Unternehmung

28.07.1943 - 18.08.1943: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in Toulon


Am 28.07.1943 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von La Spezia zu seiner 3. Unternehmung aus. Vom 29.07.1943 bis zum 03.08.1943 wurden Übungen gemäß Sonderbefehl F.d.U. durchgeführt und das Boot nach dem Abfall Italiens für den Einsatz zum Abtransport zurückgehalten, sodass es erst am 04.08.1943 in sein Operationsgebiet marschierte. Dort operierte es im westlichen Mittelmeer und vor der Küste Algeriens. Im Verlauf der Unternehmung gelangten keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 22 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.235,6 sm über und 353,4 sm unter Wasser lief das Boot am 18.08.1943 in Toulon ein.

Original Kriegstagebuch U 616 - 3. Unternehmung



4. Unternehmung

08.09.1943 - 08.09.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon

09.09.1943 - 18.09.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon


Am 08.09.1943 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von Toulon zu seiner 4. Unternehmung aus. Noch am selben Tag musste das Boot nach Defekten des Montageluks und des Rudipol den Rückmarsch nach Toulon antreten und lief dort wieder ein. Nach der Reparatur und dem erneuten Auslaufen operierte es nach der Kapitulation Italiens im Mittelmeer vor La Spezia und nach der alliierten Landung vor Salerno, um ausbrechende italienische Kriegsschiffe und alliierte Landungsfahrzeuge zu versenken. Im Verlauf der Unternehmung gelangten keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 11 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.176,7 sm über und 223,2 sm unter Wasser lief das Boot am 18.09.1943 wieder in Toulon ein.

Original Kriegstagebuch U 616 - 4. Unternehmung



5. Unternehmung

03.10.1943 - 15.10.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon


Am 03.10.1943 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von Toulon zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelmeer, vor Salerno. Auf dieser Unternehmung konnte 1 Zerstörer mit 1.570 ts und 1 Landungsschiff mit 611 ts versenkt werden. Nach einer Gesamtdauer von 13 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.434,5 sm über und 232 sm unter Wasser lief das Boot am 15.10.1943 in Toulon ein. → Erfolge U 616.

Original Kriegstagebuch U 616 - 5. Unternehmung



6. Unternehmung

20.11.1943 - 12.12.1943: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon


Am 20.11.1943 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von Toulon zu seiner 6. Unternehmung aus. Das Boot operierte im westlichen Mittelmeer und vor der Küste Algeriens. Im Verlauf der Unternehmung gelangten keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 23 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.942,4 sm über und 257,4 sm unter Wasser lief das Boot am 12.12.1943 wieder in Toulon ein.

Original Kriegstagebuch U 616 - 6. Unternehmung



7. Unternehmung

03.01.1944 - 15.01.1944: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon


Am 03.01.1944 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von Toulon zu seiner 7. Unternehmung aus. Das Boot operierte im westlichen Mittelmeer und vor der Küste Algeriens. Im Verlauf der Unternehmung gelangten keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 13 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 790,3 sm über und 322,9 sm unter Wasser lief das Boot am 15.01.1944 wieder in Toulon ein.

Original Kriegstagebuch U 616 - 7. Unternehmung



8. Unternehmung

19.02.1944 - 15.03.1944: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon


Am 19.02.1944 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von Toulon zu seiner 8. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelmeer, vor dem alliierten Landekopf von Anzio und Nettuno. Im Verlauf der Unternehmung gelangten keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 26 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.217,8 sm über und 706,5 sm unter Wasser lief das Boot am 15.03.1944 wieder in Toulon ein.

Original Kriegstagebuch U 616 - 8. Unternehmung



9. Unternehmung

30.04.1944 - 01.05.1944: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon

02.05.1944 - 02.05.1944: Ausgelaufen von Toulon - Eingelaufen in Toulon

03.05.1944 - 17.05.1944: Ausgelaufen von Toulon - Verlust des Bootes


Am 30.04.1944 lief U 616 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Siegfried Koitschka von Toulon zu seiner 9. Unternehmung aus. Am 01.05.1944 und am 02.05.1944 musste das Boot wegen eines defekten Ju-Verdichters den Rückmarsch nach Toulon antreten. Nach dem erneuten Auslaufen operierte es im westlichen Mittelmeer, östlich von Cartagena. Auf dieser Unternehmung konnte 2 Schiffe mit 17.754 BRT beschädigt werden. Nach einer Gesamtdauer von 18 Tagen wurde U 616 am 17.05.1944 nach Wasserbombenschäden durch amerikanische Zerstörer und erschöpfter Batterie nach dem Auftauchen selbst versenkt. → Erfolge U 616.

Original Kriegstagebuch U 616 - 9. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 17.05.1944
Letzter Kommandant: Siegfried Koitschka
Ort: Mittelmeer
Position: 36° 46' Nord - 00° 52' Ost
Planquadrat: CH 8276
Verlust durch: Selbstversenkung
Tote: 0
Überlebende: 53
Besatzung: Besatzungsliste U 616

Verbleib im Detail


Am 17.05.1944 wurde U 616 im Mittelmeer östlich von Cartagena durch die amerikanischen Zerstörer USS Nields (DD-616) unter Commander Albert-Rossville Heckey, USS Hambleton (DD-455) unter Commander Henry-Algernom Renken, USS Gleaves (DD-423) unter Commander Byron-Lawrence Gurnette, USS Ellyson (DD-454) unter Commander Ernest-William Longton, USS Macomb (DD-458) unter Lieutenant Commander George Hutchinson, USS Rodman (DD-456) unter Commander Joseph-Ferall Foley, USS Emmons (DD-457) unter Commander Edward-Baxter Billingsley und USS Hilary P. Jones (DD-427) unter Lieutenant Commander Frederick-Max Stiesberg sowie die Vickers Wellington K unter Warrant Officer John-Malcolm Cooke der britischen RAF Squadron 36 nach Wasserbombenschäden und erschöpften Batterien zum Auftauchen gezwungen, selbst versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Ein verkürzter amerikanischer Bericht:

Die Versenkung des Geleitzerstörers USS FECHTELER (DE-157) durch [[U 967 (Brandi) und die schweren Beschädigungen des Geleitzerstörers USS MENGES (DE-320) und des freifranzösischen Zerstörers FNFL SÈNÈGALAIS (T.12) durch U 371 (Fenski) am Geleitzug GUS.38 brachte die Alliierten aus der Fassung.

Als ein U-Boot am 14. Mai wieder zuschlug, indem es den Geleitzug GUS.39 angriff und zwei Handelsschiffe durch Torpedotreffer versenkte, wurden in den alliierten Stäben sofortige Gegenmaßnahmen eingeleitet. Entschlossen, die U-Boote, die die Gewässer zwischen Spanien und Algerien unsicher machten, zu vernichten, setzte der alliierte Befehlshaber eine der größten U-Boot-Jagden ein, die jemals im Mittelmeer stattgefunden haben, eine Jagd, die den passenden Namen Monstous (Ungeheuer) erhielt. Die alliierten Befehlshaber begannen das Unternehmen, indem sie die U-Boot-Bekämpfung beschleunigten. Die britische Luftwaffe flog enge Überwachungseinsätze, und amerikanische Kriegsschiffe von Algier und Mers el Kébir durchjagten die Gewässer, um den Gegner aufzuspüren. Das erste U-Boot, daß dieser außergewöhnlichen Operation zum Opfer fiel, war U 616.

Das U-Boot wurde bereits am 14.05.44 entdeckt, als es von den Alliierten die Operation Monstous in Bewegung gesetzt wurde. Die Suche wurde eingeleitet von Flugzeugen der britischen 36. Squadron. Zu den Zerstörern des 10. US-Zerstörergeschwaders unter dem Geschwaderkommandanten Captain A.F. Converse gehörten folgende Kriegsschiffe:

ELLYSON - Comdr. E.W. Longton. Flaggschiff mit Capt. A.F. Converse.

NIELDS - Comdr. A.R. Heckey.

GLEAVES - Comdr. B.L. Gurnette.

HILARY P. Jones - Lt.Comdr. F.M. Stiesberg.

MACOMB - Lt.Comdr. George Hutchinson.

HAMBLETON - Comdr. H.A. Renken.

RODMAN - Comdr. J.F. Foley.

EMMONS - Comdr. E.B. Billingsley.

Alle Zerstörer waren alte Haudegen. Besonders die HAMBLEDON hatte noch eine Rechnung mit U-Booten zu begleichen. Im November 1942 während des Unternehmens Torch (Landung der Alliierten in Nordafrika), wurde der Zerstörer auf der Fedala Reede Torpediert. Dabei brach er in zwei Teile, wurde verkürzt wieder zusammengeschweißt. Es gelang ihm dann, aus eigener Kraft nach Hause zu laufen, wo er überholt und wieder verlängert wurde. Später in Oran wurde er am 04.05.44 nach Djijelli, Algerien befohlen, wo ausgerechnet er Überlebende des Geleitzerstörers MENGES aufnehmen sollte.

Der Zerstörer ELLYSON war der erste, der auf U 616 traf. Er fuhr mit Höchstfahrt zu dem Punkt, wo das U-Boot zuerst entdeckt worden war und die Stelle von den Flugzeugen mit Leuchtsignalen markiert worden war. Nachdem der Sonarkontakt hergestellt war, ging ELLYSON ans Werk. Es war ein Wasserbombenteppich, der auf geringe Tiefe eingestellt war. In ELLYSONS Kielwasser brodelte und wallte die See auf, aber es kam kein U-Boot hoch. Die Zerstörer begannen eine planmäßige Suche, aber ohne Erfolg. Indessen stellten sie einen starken Treibölgeruch fest. Und am Morgen des 15. Mai sichtete ein Ausguck einen wogenden Ölfleck, welcher sich ungefähr 10 Meilen auf dem Wasser ausdehnte. Dieser mußte von dem U-Boot stammen, das sich also noch in der Nähe der Suchgruppe befand.

Schon wenig später stellte es ein Flugzeug an der Oberfläche 10 Meilen westlich der Angriffsstelle von ELLYSON fest. Captain Converse jagte sofort den Zerstörer ELLYSON zu dieser Stelle. Aber das U-Boot hatte nicht gewartet und war weggetaucht. Wieder wurde mit der Suche begonnen. Vom Morgen bis Mitternacht des 15. Mai suchten die Zerstörer in zwei Gruppen eingeteilt, nach ihrem Unterwassergegner. Die Zerstörer schwenkten am folgenden Tage zu der spanischen Küste ein und kämmten die Gewässer vor Kap Santa Pola durch. U 616 war nicht auffindbar. Sein Kommandant hatte beschlossen, nach Nordwesten auszuweichen.

Am Abend des 16. Mai war das Boot wieder an der Oberfläche und fuhr mit Höchstfahrt Richtung Riviera davon. Um 23:56 h wurde es von einer britischen Wellington-Bomber der 36. Squadron, ungefähr 50 Meilen von den Zerstörern entfernt, gesichtet. Das Flugzeug meldete sofort die Position, und die Meldung wurde von beiden Zerstörergruppen aufgefangen. Die Zerstörer liefen sofort mit Höchstfahrt und zusammenlaufendem Kurs zu dem Ziel. Um Mitternacht lief das U-Boot um sein Leben, mit den beiden Jagdgruppen im Rücken. Dieses U-Boot, war kein gewöhnliches, sagte ein Besatzungsmitglied der HAMBLETON. Der deutsche U-Boot-Kommandant versuchte mit allen Tricks, uns abzuschütteln. Und wenn es mit den alten nicht mehr ging, so erfand er immer neue. Aber in dieser Nacht konnte er uns nicht mehr entkommen. Als das U-Boot bemerkt hatte, daß es aus der Luft erkannt worden war, ließ es eine Anzahl Ortungsstörballons (Aphrodite) los. Sie waren allerdings nur zum Teil wirksam. Durch die langsamere Geschwindigkeit des U-Bootes war es bereits gut auszumachen. So kreisten die Jäger unbarmherzig ihr Opfer ein.

MACOMB war der erste Zerstörer, der das Ziel sah. Er stellte den Scheinwerfer an und strahlte den Kommandoturm des U-Bootes in ungefähr 2000 Meter Entfernung an. Die U-Boot-Männer, die das Licht des Zerstörers für das eines Flugzeuges hielten, eröffneten mit ihren 20-mm-Fla-Geschützen das Feuer. MCOMBS 12,5-cm-Geschütze antworteten dröhnend. Das U-Boot vollführte ein Alarmtauchmanöver, und MACOMB war sofort über dem Ziel und warf eine Ladung Wasserbomben. Daraufhin folgte ein weiterer Wasserbombenteppich, der auf 185 Meter eingestellt war. Nur kam GLEAVES auf der Stelle an, und es wurde ein umfassender Angriff zusammen mit MACOMB begonnen. Als plötzlich keine Sonar-Ortung mehr festgestellt wurde, konnte der Angriff nicht beendet werden. Um 01:45 h griff NIELDS mit einem Wasserbombenteppich in das Gefecht ein. EMMONS folgte sofort. Die Sonar-Ortung hörte nach diesem Angriff völlig auf, und es wurde eine neue Suche begonnen, an der sieben Zerstörer teilnahmen.

Vier Tage lang hatte der Feind die Jäger an der Nase herumgeführt. Aber jetzt hatten sie ihn in die Enge getrieben, trotzdem versuchte er weiter zu entkommen. Der Ring der Zerstörer wurde immer enger, und die Jäger waren entschlossen, die Beute zu fangen. Irgendwo tief unten glitt das U-Boot und trieb mit abgestellten Motoren. Dann fuhr es einen Augenblick, um wieder etwas Fahrt zu bekommen, drauf glitt es wieder in eine andere Tiefe. Aber der Kommandant konnte machen was er wollte, seine Verfolger konnte er nicht mehr abschütteln.

Um 06:45 h nach der Morgendämmerung, machte HAMBLETON eine Sonar-Ortung, ungefähr 10 Meilen südlich von der Stelle, wo die Ortungsverbindung um 02:30 abgerissen war. Comdr. Renken steuerte sein Schiff durch zwei tief eingestellte Wasserbombenangriffe, die auf 155 bis 185 Meter eingestellt waren. ELLYSON und RODMAN schlossen sich zum Angriff auf das Ziel an. Die anderen Zerstörer bildeten einen Kreis mit einem Radius von 4 Meilen, die drei Zerstörer inmitten des Kreises. Um 07:10 h als HAMBLETON, ELLYSON und RODMAN versuchten, Ortungskontakt herzustellen, gab es plötzlich einen Strudel von Wasser in der Mitte des Kreises, und mit einem Schwall von Gischt kam das U-Boot hoch. Sofort eröffneten die drei Schiffe auf 2000 Meter das Feuer. Als die 12,5 cm den Z-Boot-Turm trafen, sprangen die U-Boot-Männer auf das Deck. Wild mit Pullover und Hemden winkend, sprangen sie außenbords. Doch die Dieselmaschinen des U-Bootes liefen weiter mit hoher Fahrt durch das Wasser und ließen die Überlebenden hinter sich zurück.

Die Geschütze der Zerstörer schossen auf das verlassene U-Boot und vermieden dabei, die im Wasser schwimmenden Überlebenden zu treffen. Die U-Boot-Besatzung, insgesamt 53 Mann, wurden von den Zerstörern ELLYSON und RODMAN aus dem Wasser gerettet. Einer von ihnen war verwundet, er hatte ein Schrapnell in der Hüfte. Das U-Boot indessen ging unter, durch eine Reihe von Treffern durchlöchert. Ungefähr drei Minuten später erklang ein furchtbares Dröhnen aus dem Wasser. Danach kamen nur noch einige Trümmer an die Oberfläche. Die gefangenen U-Boot-Männer wurden von den Zerstörern nach Oran gebracht.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 236 - 239.



Clay Blair schreibt dazu:

[...] am 14. Mai um 4 Uhr, stieß Ritterkreuzträger Siegfried Koitschka mit dem kampferprobten U 616 vor dem zwischen Algier und Oran gelegenen Kap Tenes auf den westlaufenden Geleitzug GUS 39. Er schoß T-5-Torpedos und beschädigte zwei britische im Ballast fahrende Schiffe, den Tanker G.S. Walden (10.627 BRT) und das Liberty-Schiff Fort Fidler (7.127 BRT). Vier moderne Kriegsschiffe scherten aus dem Konvoi aus und begannen mit der Jagd auf das U-Boot: Der Zerstörer Hillary P. Jones und die Geleitzerstörer USS Bostwick (DE-103), USS Bronstein (DE-189) und USS Vance (DE-387), letzterer mit einer Mannschaft der Coast Guard bemannt. Nach einer achtstündigen Jagd bekam die Hillary P. Jones einen Sonarkontakt (kurz nach 12 Uhr), doch die beiden Angriffe des Zerstörers blieben erfolglos.

An diesem Nachmittag führte das britische Marinekommando die Operation Swamp (bei der US-Navy Operation Monstrous) durch - die unerbittliche Jagd auf U 616. Zu diesem Zweck blieb die Hillary P. Jones vor Ort. Ihr schlossen sich zwei amerikanische U-Jagdgruppen an; eine bestand aus drei Zerstörern (Gleaves, Macomb, Nields) und eine andere aus vier Zerstörern (Ellyson, Emmons, Hambleton, Rodman). Zudem kamen zahlreiche mit Leigh-Light ausgerüstete Wellington-Bomber der britischen Squadron 36 zum Einsatz.

In der Nacht zum 14. Mai tauchte Koitschka gegen 23 Uhr auf, um die Batterien aufzuladen. Daraufhin griff ihn eine Wellington gegen das Abwehrfeuer seiner 2-cm-Flak an. Der Pilot J.M. Cooke trieb das Boot mit sechs Wasserbomben unter Wasser und alarmierte dann die Zerstörer. Ungefähr eine Stunde später kam das am nächsten stehende Schiff, die Ellyson, heran, bekam eine deutliche Sonarortung und griff U 616 mit weiteren Wasserbomben an. Die Wabos der Wellington und der Ellyson, beschädigten einen Treibstofftank von U 616, wodurch das U-Boot eine Ölspur hinter sich herzog, die bei Sonnenaufgang gut sichtbar war.

Koitschka ging mit U 616 auf Tiefe, während die alliierten ASW-Einheiten die Jagd fortsetzten. Am 15. Mai blieb er tagsüber mit dem Boot praktisch unbeweglich unter Wasser. Bei Einbruch der Nacht waren die Batterien fast leer, und auch die Luft im Boot war schlecht geworden. Deshalb tauchte er gegen Mitternacht auf. Zwei weitere mit Leigh-Light ausgerüstete Wellington-Bomber der britischen Squadron 36 orteten U 616 mit Radar und trieben es erneut unter Wasser. Koitschka konnte jedoch später unentdeckt auftauchen und die Batterien aufladen. Am 16. Mai ging Koitschka tagsüber wieder auf Tiefe und blieb dort reglos liegen. Dadurch verloren die alliierten Jäger den Kontakt. Gegen 21 Uhr tauchte er wieder auf und wollte erneut die Batterien aufladen. Doch eine Stunde später bekam eine Wellington der britischen Squadron 36 mit dem Piloten H.R. Swain einen Radarkontakt und trieb das Boot wieder unter Wasser.

Unmittelbar nach dem Angriff der Wellington lief die Zerstörer-Gruppe (außer der Hilary P. Jones) diese Position mit hoher Geschwindigkeit an. Kurz nach Mitternacht am 17. Mai tauchte Koitschka nochmals auf, um die Batterien aufzuladen. Der Zerstörer Macomb ortete das Boot mit Radar, leuchtete es dann mit einem Suchscheinwerfer an und eröffnete das Feuer mit den Hauptgeschützen das Feuer. Koitschka befahl Alarmtauchen und entkam mit heftigem Manövrieren, doch die Macomb und die Gleaves blieben ihm auf den Fersen und griffen mit Wasserbomben an. Die anderen fünf Zerstörer schlossen sich an und warfen ebenfalls Wasserbomben. Um ungefähr 8 Uhr - 76 Stunden, nachdem Koitschka die beiden britischen Frachter aus dem Geleitzug GUS 39 torpediert und beschädigt hatte - warf die Hambleton eine Salve von Wasserbomben, die auf eine Tiefe von 180 Metern eingestellt waren. Diese Salve brachte U 616 an die Meeresoberfläche.

Einige Zerstörer, deren Geschütze feuerbereit waren, eröffneten das Feuer. Koitschka gab das Boot auf und ließ die Flutventile öffnen. Die Ellyson und die Rodman retteten die gesamte Besatzung - sechs Offiziere und 47 Matrosen - und beendeten damit die längste und härteste U-Boot-Jagd des Krieges.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 615 - 616.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 615, 616.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 130, 230.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 73, 223.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 236 - 239.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 267 - 268.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 74, 268, 270, 272, 274, 277, 279.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 600 - U 660" - Eigenverlag - S. 112 - 121.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 138.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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