August-Wilhelm Hewicker

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Lebensdaten

Name: Hewicker

August Wilhelm Hewicker
Vorname: August Wilhelm
Geburtsdatum: 30.07.1918
Geburtsort: Freie- und Hansestadt Hamburg
Geburtsort Lage - Damals: Kreisfreie Stadt - Stadtstaat - Eigenständiger Gliedstaat des Deutschen Kaiserreiches
Geburtsort Lage - Heute: Kreisfreie Stadt - Stadtstaat - Bundesland Hamburg
Todesdatum: 26.11.1971 (53 Jahre)
Todesort: Freie- und Hansestadt Hamburg
Todesort - Lage: Kreisfreie Stadt - Stadtstaat - Bundesland Hamburg

Dienstgrade

21.09.1937 Seekadett (Ernennung)
01.05.1938 Fähnrich zur See
01.07.1939 Oberfähnrich zur See
01.08.1939 Leutnant zur See
01.09.1941 Oberleutnant zur See mit Rangdienstalter vom 01.09.1941 (-107-)
11.05.1943 Matrose I (Rangverlust)

Orden und Ehrenzeichen

00.00.1941 Eiserne Kreuz 2. Klasse
00.04.1941 Dienstauszeichnung IV. Klasse
00.00.1941 Kriegsabzeichen für Minensuch-, Ubootsjagd- und Sicherungsverbände
02.12.1942 U-Bootskriegsabzeichen 1939

Militärischer Werdegang

03.04.1937 Eintritt in die Kriegsmarine als Ingenieursoffiziersanwärter der Crew 37 a.
03.04.1937 - 14.06.1937 Infanteristische Grundausbildung bei der II. Schiffsstammabteilung der Ostsee, Stralsund.
15.06.1937 - 22.09.1937 Praktische Bordausbildung auf dem Segelschulschiff Gorch Fock.
23.09.1937 - 27.04.1938 Praktische Bordausbildung auf dem Schulschiff Schleswig-Holstein.
28.04.1938 - 25.11.1938 Hauptlehrgang für Fähnriche mit anschließender Offiziershauptprüfung an der Marineschule, Flensburg-Mürwik.
26.11.1938 - 01.04.1939 Fähnrichslehrgänge.
02.04.1939 - 01.10.1939 Praktische Bordausbildung auf dem Zerstörer Z 21 Wilhelm Heidkamp.
02.10.1939 - 00.08.1940 Beim Befehlshaber der Sicherung der Nordsee, Wilhelmshaven-Sengwarden.
00.08.1940 - 28.09.1941 Bootskommandant in der 42. Minensuchflottille, Les Sables d´Olonne.
29.09.1941 - 23.11.1941 U-Bootsausbildung für Offiziere bei der 1. U-Lehrdivision, Pillau.
24.11.1941 - 31.01.1942 Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
01.02.1942 - 28.02.1942 Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
01.03.1942 - 23.03.1942 Artillerielehrgang für U-Wachoffiziere an der Schiffsartillerieschule, Kiel-Wik.
24.03.1942 - 00.06.1942 Wachoffiziersschüler in der 26. U-Flottille, Pillau.
02.07.1942 - 07.12.1942 I. Wachoffizier auf U 566 (Typ VII C) unter Dietrich Borchert und Gerhard Remus. 2 Unternehmungen:
↳ 06.08.1942 - 05.09.1942 - Mittelatlantik, vor Freetown.
↳ 28.10.1942 - 01.12.1942 - Nordatlantik, westlich von Irland und Gibraltar.
08.12.1942 - 27.12.1942 U-Lehrgang für Offiziere bei der 2. U-Ausbildungsabteilung, Neustadt.
28.12.1942 - 29.01.1943 Kommandanten-Lehrgang und Kommandanten-Schießlehrgang bei der 24. U-Flottille, Memel.
30.01.1943 - 02.03.1943 Baubelehrung für U 671 bei der 8. Kriegsschiffbaulehrabteilung, Hamburg.
03.03.1943 - 04.05.1943 Kommandant von U 671 (Typ VII C) - (Ausbildung und Erprobung).
04.05.1943 Verurteilung wegen Anstiftung zu einer schweren Straftat, Ungehorsam, Falschmeldung und schweren Diebstahl. Er wurde zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt, degradiert und Inhaftiert.
22.07.1943 - 21.04.1944 Im Militärgefängnis von Anklam und Rathenow.
21.04.1944 - 17.07.1944 Im 1. Marine-Ersatzbataillon.
18.07.1944 - 18.12.1944 Kommandant auf Frontbewährung auf das Minensuchboot M 265 kommandiert. Im Einsatz mit hervorragender Beurteilung.
19.12.1944 - 08.05.1945 Nicht ermittelt.
08.05.1945 - 00.08.1945 Britische Kriegsgefangenschaft.

Der Fall Hewicker

Der Fall von August-Wilhelm Hewicker, stellt einen der bemerkenswertesten Kriminalfälle innerhalb des U-Boot-Offizierskorps dar. Während seiner Zeit als Kommandant von U 671 verstrickte er sich in kriminelle Machenschaften, die weit über rein militärische Disziplinlosigkeiten hinausgingen. Er wurde wegen schweren Diebstahls zum Nachteil der Wehrmacht, Anstiftung zu einer schweren Straftat, Ungehorsam und Falschmeldung angeklagt. Im Kern ging es dabei um die illegale Aneignung und den anschließenden Verkauf von Heeres- oder Marineeigentum, was in der damaligen Mangelwirtschaft als schwere Untergrabung der Kriegsmoral gewertet wurde. Die Marinejustiz reagierte drakonisch: Hewicker wurde nicht nur zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt, sondern am 20.02.1944 zudem zum Matrosen degradiert, was den vollständigen Verlust seines Offiziersranges und seiner sozialen Stellung bedeutete.

Seine Haftzeit verbrachte er in den berüchtigten Wehrmachtgefängnissen Anklam und Rathenow, die für ihre extrem harten Haftbedingungen und drakonischen Erziehungsmaßnahmen bekannt waren. Nach seiner Entlassung im April 1944 wurde ihm jedoch der für degradierte Offiziere typische Weg der „Frontbewährung“ eröffnet. Nach einer kurzen Phase im 1. Marine-Ersatzbataillon wurde er im Juli 1944 als Kommandant auf das Minensuchboot M 265 versetzt. Dieser Einsatz in der gefährlichen Küstensicherung galt als letzte Chance zur Rehabilitation. Überraschenderweise zeigte Hewicker hier außergewöhnliche fachliche Qualitäten und erhielt für seine Führung des Bootes im scharfen Einsatz hervorragende Beurteilungen.

Die Hoffnung auf eine vollständige Wiedereinsetzung in seinen alten Rang wurde jedoch durch das Kriegsende zunichte gemacht. Nachdem seine Spur sich in den letzten Wirren des Winters 1944/45 verlor, geriet er im Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er im August desselben Jahres wieder entlassen wurde. Der Fall Hewicker verdeutlicht das Paradoxon eines Mannes, der einerseits kriminelle Energie zur persönlichen Bereicherung aufwandte, andererseits aber unter extremem Druck eine exzellente militärische Führungspersönlichkeit darstellte.

Quellen & Literatur

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten"- Mittler Verlag 1996 - S. 100.

Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 293 - S. 29.

Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com