Walter Köhntopp

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Lebensdaten

Name: Köhntopp

Walter Köhntopp
Vorname: Walter
Geburtsdatum: 19.04.1911
Geburtsort: Marienthal
Geburtsort Lage - Damals: Ortsteil von Wandsbek (seit 1873) - Kreis Stormarn - Regierungsbezirk Schleswig - Preußische Provinz Schleswig-Holstein
Geburtsort Lage - Heute: Stadtteil der Freien- und Hansestadt Hamburg (seit 1937) - Stadtstaat - Bundesland Hamburg
Todesdatum: 19.02.2000 (88 Jahre)
Todesort: Marienthal
Todesort - Lage: Stadtteil der Freien- und Hansestadt Hamburg (seit 1937) - Stadtstaat - Bundesland Hamburg

Dienstgrade

14.05.1937 Fähnrich zur See
01.07.1938 Oberfähnrich zur See
01.10.1938 Leutnant zur See
01.10.1940 Oberleutnant zur See
01.10.1943 Kapitänleutnant mit Wirkung vom 01.10.1943 und Rangdienstalter vom 01.10.1943 (-4-)

Orden und Ehrenzeichen

00.00.1940 Eiserne Kreuz 2. Klasse
00.00.1941 Kriegsabzeichen für Minensuch-, Ubootsjagd- und Sicherungsverbände
12.04.1942 U-Bootskriegsabzeichen 1939

Militärischer Werdegang

03.04.1937 Eintritt in die Kriegsmarine als Seeoffiziersanwärter. (ehemaliger Handelsschiffsoffizier H.S.O.) Der Crew 36 eingegliedert.
04.01.1937 - 30.03.1937 Infanteristische Grundausbildung bei der II. Schiffsstammabteilung der Ostsee, Stralsund.
31.03.1937 - 18.05.1937 Artillerielehrgang für Fähnriche an der Schiffsartillerieschule, Kiel-Wik.
19.05.1937 - 27.11.1937 Hauptlehrgang für Fähnriche mit anschließender Offiziershauptprüfung an der Marineschule, Flensburg-Mürwik. Zugleich:
↳ 24.05.1937 - 29.05.1937 - Praktische Bordausbildung auf dem Schulschiff Schlesien.
↳ 22.06.1937 - 29.06.1937 - Navigationsbelehrungsfahrt auf dem Schiff Admiral.
28.11.1937 - 02.04.1938 Fähnrichslehrgänge.
03.04.1938 - 00.06.1939 Nicht ermittelt.
00.06.1939 - 00.07.1940 Wachoffizier auf dem U-Begleitschiff Isar.
00.07.1940 - 00.02.1941 Bootskommandant in der 3. Vorpostenflottille.
00.02.1941 - 29.06.1941 Bootskommandant des Vorpostenbootes V 5906 in der 59. Vorpostenflottille, Sandnessjøen.
30.06.1941 - 26.07.1941 Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
27.07.1941 - 19.10.1941 Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
20.10.1941 - 17.12.1941 U-Wachoffizierslehrgang bei der 2. U-Lehrdivision, Gotenhafen.
20.12.1941 - 12.04.1942 I. Wachoffizier auf U 77 (Typ VII C) unter Heinrich Schonder. 2 Unternehmungen:
↳ 10.12.1941 - 14.01.1942 - Nordatlantik, westliches und östliches Mittelmeer.
↳ 28.03.1942 - 03.04.1942 - Östliches Mittelmeer.
12.04.1942 - 00.05.1942 Zur Verfügung der 29. U-Flottille, La Spezia.
01.06.1942 - 30.06.1942 Kommandanten-Lehrgang und 26. Kommandanten-Schießlehrgang bei der 24. U-Flottille, Memel.
01.07.1942 - 20.07.1943 Kommandant von U 14 (Typ II B) - (Schulboot).
21.07.1943 - 15.09.1943 Baubelehrung für U 995 bei der 8. Kriegsschiffbaulehrabteilung, Hamburg.
16.09.1943 - 09.10.1944 Kommandant von U 995 (Typ VII C/41). 4 Unternehmungen:
↳ 18.05.1944 - 23.05.1944 - Nordmeer, norwegischen Westküste.
↳ 30.06.1944 - 28.07.1944 - Nordmeer.
↳ 23.08.1944 - 14.09.1944 - Nordmeer, 12 Minen in der Pecora See.
↳ 25.09.1944 - 03.10.1944 - Nordmeer.
10.10.1944 - 08.05.1945 Zur Verfügung der 13. U-Flottille, Drontheim.
18.05.1945 - 00.00.0000 Britische Kriegsgefangenschaft in Norwegen.

Der Fall Köhntopp (leider gibt es mehrere Varianten dieser Vorkommnisse. Ich kann nicht wirklich sagen welche stimmt)

Der Vorfall und der administrative Status (1944–1945)

Nach einem Schusswaffenvorfall am 09.10.1944 in Drontheim, bei dem Köhntopp eine Verletzung am Fuß erlitt, wurde er umgehend von seinem Kommando auf U 995 entbunden.

Infolge der Beweislage wurde Köhntopp am 09.10.1944 offiziell von seinem Kommando entbunden. Ein Marinekriegsgericht verurteilte ihn wegen Feigheit vor dem Feind zum Tode. In dieser Phase intervenierte Reinhard Suhren (Führer der Unterseeboote Norwegen) massiv. Suhren, der Köhntopp als nervlich zerbrochenen Kameraden betrachtete, nutzte seinen Einfluss bei Großadmiral Dönitz, um das Todesurteil in eine „Frontbewährung“ umwandeln zu lassen.

Entgegen späterer Darstellungen über eine sofortige Degradierung oder Überführung in eine Bewährungseinheit belegen die offiziellen Personaldaten folgenden Ablauf:

Status „Zur Verfügung“: Vom 10.10.1944 bis zum 09.05.1945 wurde Walter Köhntopp offiziell im Status „Zur Verfügung der 13. U-Flottille, Drontheim“ geführt.

Dienstgrad: Er behielt in diesem Zeitraum administrativ seinen Status als Offizier der Flottille, während das Disziplinarverfahren unter der Ägide des F.d.U. Norwegen (Reinhard Suhren) schwebte.

Kriegsende: Die Kapitulation am 08.05.1945 beendete diesen Schwebezustand in Norwegen. Eine tatsächliche Umwandlung in einen Dienst als einfacher Soldat an der Front erfolgte laut dieser Datenlage bis zum Zusammenbruch nicht mehr.

Diese Daten stützen die These, dass Reinhard Suhren seinen schützenden Einfluss geltend machte, um Köhntopp innerhalb des Machtbereichs der U-Boot-Waffe zu halten und ihn vor dem Zugriff der fliegenden Standgerichte oder einer sofortigen Überstellung in Heeres-Strafbataillone zu bewahren. Köhntopp verblieb bis zum Ende der Kampfhandlungen im administrativen Raum der 13. U-Flottille. |}

Quellen & Literatur

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - "Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 128.

Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 292 - S. 124.

Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com