Deschimag AG Weser Bremen: Unterschied zwischen den Versionen
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Um die Fertigung vor den zunehmenden alliierten Luftangriffen zu schützen, begann man 1944 auf dem Werftgelände mit dem Bau des U-Boot-Bunkers [[U-Boot-Bunker Hornisse|Hornisse]], in dem U-Boot-Sektionen unter Bombenschutz hergestellt werden sollten. Diese sollten anschließend zum ebenfalls im Bau befindlichen Großbunker [[U-Boot-Bunker Valentin|Valentin]] bei Bremen-Farge transportiert und dort endmontiert werden. Beide Projekte erreichten jedoch bis Kriegsende nicht mehr ihre geplante Leistungsfähigkeit. | Um die Fertigung vor den zunehmenden alliierten Luftangriffen zu schützen, begann man 1944 auf dem Werftgelände mit dem Bau des U-Boot-Bunkers [[U-Boot-Bunker Hornisse|Hornisse]], in dem U-Boot-Sektionen unter Bombenschutz hergestellt werden sollten. Diese sollten anschließend zum ebenfalls im Bau befindlichen Großbunker [[U-Boot-Bunker Valentin|Valentin]] bei Bremen-Farge transportiert und dort endmontiert werden. Beide Projekte erreichten jedoch bis Kriegsende nicht mehr ihre geplante Leistungsfähigkeit. | ||
Die schweren Luftangriffe auf Bremen im Oktober 1944 trafen auch die AG Weser und führten zeitweise zu einer Unterbrechung der Fertigung. Dennoch konnte die Werft die Produktion bis in die letzten Kriegswochen fortsetzen. Das letzte tatsächlich in Dienst gestellte U-Boot der AG Weser war U 3044, während U 3051 am 20. April 1945 zwar noch vom Stapel lief, aber nicht mehr fertiggestellt wurde. Zahlreiche weitere Boote der [[Typ IX C/40|Typen IX C/40]] und [[Typ XXI|XXI]] befanden sich bei Kriegsende noch im Bau. | Die schweren Luftangriffe auf Bremen im Oktober 1944 trafen auch die AG Weser und führten zeitweise zu einer Unterbrechung der Fertigung. Dennoch konnte die Werft die Produktion bis in die letzten Kriegswochen fortsetzen. Das letzte tatsächlich in Dienst gestellte U-Boot der AG Weser war U 3044, während U 3051 am 20. April 1945 zwar noch vom Stapel lief, aber nicht mehr fertiggestellt wurde. Zahlreiche weitere Boote der [[Typ IX C/40|Typen IX C/40]] und [[Typ XXI|XXI]] befanden sich bei Kriegsende noch im Bau. | ||
Aktuelle Version vom 12. Juni 2026, 16:25 Uhr
U-Boot-Bau
Die Deschimag AG Weser in Bremen war neben Blohm & Voss Hamburg und der F. Schichau Werft GmbH Danzig die wichtigste deutsche U-Boot-Werft des Zweiten Weltkrieges. Ihre besondere Stellung beruhte darauf, dass sie nicht nur eine große Zahl von Unterseebooten fertigte, sondern bereits lange vor der offiziellen deutschen Wiederaufrüstung über umfangreiche Erfahrungen im U-Boot-Konstruktionswesen verfügte. Bereits 1912 bestand auf der Werft ein eigenes Konstruktionsbüro für U-Boote. Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte sich die AG Weser zusammen mit der Reichsmarine und anderen deutschen Werften an der niederländischen Tarnfirma „Ingenieurskantoor voor Scheepsbouw“ (IvS), die dazu diente, das deutsche U-Boot-Know-how trotz der Bestimmungen des Versailler Vertrages zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Mit Beginn der deutschen Aufrüstung erhielt die AG Weser bereits 1934/35 die ersten geheimen Bauaufträge. Das erste auf der Werft gebaute U-Boot der Kriegsmarine war U 25 vom Typ I A, das am 14.02.1936 vom Stapel lief. Es folgten die Boote des Typs VII A sowie insbesondere die größeren Hochsee-U-Boote des Typs IX. Schon bis Ende 1939 hatte die AG Weser 17 U-Boote der Typen I A, VII A sowie IX A und IX B abgeliefert und sich damit als eine der leistungsfähigsten deutschen U-Boot-Werften etabliert.
Nach Kriegsbeginn verlagerte die Werft ihren Schwerpunkt nahezu vollständig auf den Bau von Unterseebooten. Im Gegensatz zu anderen Werften, die überwiegend den Typ VII produzierten, spezialisierte sich die AG Weser vor allem auf die größeren Typ-IX-Boote, die aufgrund ihrer hohen Reichweite als sogenannte „Übersee-U-Boote“ für Operationen im Atlantik, vor der amerikanischen Ostküste, im Indischen Ozean und vor Südafrika vorgesehen waren. Besonders bedeutend war der Bau der Untertypen IX C und IX C/40. Allein von der Variante IX C/40 fertigte die AG Weser 36 Boote, darunter die Baulose U 183–U 194, U 841–U 858, U 865–U 881 sowie U 889–U 891.
Insgesamt lieferte die Stammwerft der AG Weser während des Krieges 162 U-Boote der Typen [Typ I A|I A]], VII A, IX und XXI ab; hinzu kamen weitere 16 Typ-IX-Boote, die im zum Deschimag-Konzern gehörenden Deschimag AG Werk Seebeck Geestemünde gebaut wurden. Damit war der Deschimag-Konzern mit insgesamt 178 gefertigten U-Booten nach Blohm & Voss der zweitgrößte U-Boot-Produzent Deutschlands.
Ab 1943 wurde die AG Weser zusätzlich in das ehrgeizige Bauprogramm für das neue Elektroboot Typ XXI eingebunden. Die Werft gehörte neben Blohm & Voss Hamburg und der F. Schichau Werft GmbH Danzig zu den drei Endmontagewerften dieses revolutionären U-Boot-Typs. Für die Typ-XXI-Produktion wurde das herkömmliche Bauverfahren aufgegeben und durch eine hochgradig arbeitsteilige Sektionsbauweise ersetzt. Vorgefertigte Sektionen wurden von zahlreichen Zulieferbetrieben hergestellt und anschließend in Bremen zur Endmontage zusammengefügt. Für die AG Weser waren die Baulose U 3001 bis U 3295 vorgesehen. Zwischen 1944 und 1945 liefen zahlreiche Typ-XXI-Boote vom Stapel, darunter U 3005, U 3006 und U 3007; viele weitere Einheiten blieben bei Kriegsende jedoch unvollendet.
Um die Fertigung vor den zunehmenden alliierten Luftangriffen zu schützen, begann man 1944 auf dem Werftgelände mit dem Bau des U-Boot-Bunkers Hornisse, in dem U-Boot-Sektionen unter Bombenschutz hergestellt werden sollten. Diese sollten anschließend zum ebenfalls im Bau befindlichen Großbunker Valentin bei Bremen-Farge transportiert und dort endmontiert werden. Beide Projekte erreichten jedoch bis Kriegsende nicht mehr ihre geplante Leistungsfähigkeit.
Die schweren Luftangriffe auf Bremen im Oktober 1944 trafen auch die AG Weser und führten zeitweise zu einer Unterbrechung der Fertigung. Dennoch konnte die Werft die Produktion bis in die letzten Kriegswochen fortsetzen. Das letzte tatsächlich in Dienst gestellte U-Boot der AG Weser war U 3044, während U 3051 am 20. April 1945 zwar noch vom Stapel lief, aber nicht mehr fertiggestellt wurde. Zahlreiche weitere Boote der Typen IX C/40 und XXI befanden sich bei Kriegsende noch im Bau.
Aus U-boothistorischer Sicht nimmt die Deschimag AG Weser damit eine Schlüsselstellung ein: Sie war die führende Werft für die großen Hochsee-U-Boote des Typs IX und zugleich eine der drei zentralen Produktionsstätten für das modernste deutsche Unterseeboot, den Typ XXI. Mit 162 abgelieferten U-Booten war sie nach Blohm & Voss Hamburg die zweitgrößte U-Boot-Bauwerft des Deutschen Reiches und prägte die materielle Ausstattung der deutschen U-Boot-Waffe entscheidend.
Bauaufträge
Typ I A
| U 25 | U 26 |
Typ VII A
| U 27 | U 28 | U 29 | U 30 | U 31 | U 32 |
Typ IX A
| U 37 | U 38 | U 39 | U 40 | U 41 | U 42 | U 43 | U 44 |
Typ IX B
| U 64 | U 65 | U 103 | U 104 | U 105 | U 106 | U 107 | U 108 | U 109 | U 110 |
| U 111 | U 122 | U 123 | U 124 |
Typ IX C
| U 66 | U 67 | U 68 | U 125 | U 126 | U 127 | U 128 | U 129 | U 130 | U 131 |
| U 153 | U 154 | U 155 | U 156 | U 157 | U 158 | U 159 | U 160 | U 171 | U 172 |
| U 173 | U 174 | U 175 | U 176 |
Typ IX C/40
Typ IX D1
| U 180 | U 195 |
Typ VII C/41
| U 177 | U 178 | U 179 | U 182 | U 181 | U 196 | U 197 | U 198 | U 199 | U 200 |
| U 847 | U 848 | U 849 | U 850 | U 851 | U 852 | U 859 | U 860 | U 861 | U 862 |
| U 863 | U 864 | U 871 | U 872 | U 873 | U 874 | U 875 | U 876 |
Typ IX D/42
| U 883 | U 884 | U 885 | U 887 | U 888 | U 895 | U 896 | U 897 | U 898 | U 899 |
| U 900 |
Typ XI
| U 112 | U 113 | U 114 | U 115 |
Typ XXI
Literaturverweise
Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com