Horst Höltring

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Lebensdaten

Name: Höltring

Horst Höltring
Vorname: Horst
Geburtsdatum: 30.06.1913
Geburtsort: Altona
Geburtsort Lage - Damals: Stadtkreis Altona - Regierungsbezirk Schleswig - Preußische Provinz Schleswig-Holstein
Geburtsort Lage - Heute: Stadtteil der Freien- und Hansestadt Hamburg (seit 1938) - Kreisfreie Stadt - Stadtstaat - Bundesland Hamburg
Todesdatum: 24.08.1943 (30 Jahre)
Todesort: Mittelatlantik
Position: 27° 00' Nord - 37° 06' West
Todesursache: Verlust von U 185

Dienstgrade

23.09.1933 Seekadett (Ernennung)
01.07.1934 Fähnrich zur See
01.04.1936 Oberfähnrich zur See
01.10.1936 Leutnant zur See
01.06.1938 Oberleutnant zur See
01.03.1941 Kapitänleutnant

Orden und Ehrenzeichen

00.04.1937 Dienstauszeichnung IV. Klasse
02.11.1936 Abzeichen für Flugzeugbeobachter
00.00.1939 Eiserne Kreuz 2. Klasse
09.09.1942 U-Bootskriegsabzeichen 1939
06.11.1942 Eiserne Kreuz 1. Klasse
06.11.1943 Deutsche Kreuz in Gold (posthum)

Militärischer Werdegang

01.04.1933 Eintritt in die Reichsmarine als Seeoffiziersanwärter der Crew 33.
01.04.1933 - 29.06.1933 Infanteristische Grundausbildung bei der II. Schiffsstammabteilung der Ostsee, Stralsund.
30.06.1933 - 23.09.1933 Praktische Bordausbildung auf dem Segelschulschiff Gorch Fock.
01.10.1933 - 27.06.1934 Praktische Bordausbildung auf dem Leichten Kreuzer Karlsruhe.
28.06.1934 - 11.07.1934 Urlaub.
12.07.1934 - 18.04.1935 Hauptlehrgang für Fähnriche mit anschließender Offiziershauptprüfung an der Marineschule, Flensburg-Mürwik. Zugleich:
↳ 24.10.1934 - 30.10.1934 - Navigationsbelehrungsfahrt auf dem Tender Nordsee.
↳ 07.02.1935 - 13.02.1935 - Navigationsbelehrungsfahrt auf dem Tender Nordsee.
19.04.1935 - 20.05.1935 Infanterielehrgang für Fähnriche bei der II. Schiffsstammabteilung der Ostsee, Stralsund.
21.05.1935 - 08.06.1935 Sperrlehrgang für Fähnriche an der Sperrschule, Kiel-Wik.
09.06.1935 - 29.07.1935 Torpedolehrgang für Fähnriche an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
30.07.1935 - 24.08.1935 Nachrichtenlehrgang für Fähnriche an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
25.08.1935 - 31.08.1935 U-Abwehrlehrgang für Fähnriche an der U-Bootabwehrschule, Kiel-Wik.
01.09.1935 - 18.09.1935 Flaklehrgang für Fähnriche an der Küstenartillerieschule, Wilhelmshaven.
19.09.1935 - 30.09.1935 Artillerielehrgang für Fähnriche an der Schiffsartillerieschule, Kiel-Wik.
01.10.1935 - 31.10.1939 Zur Luftwaffe (See) kommandiert. In dieser Zeit:
↳ 01.10.1935 - 30.09.1936 - Vorbereitungslehrgang für Seebeobachter an der Luft-Nachrichtenschule Dievenow.
Beobachterausbildung an der Fliegerschule (See) Parow.
00.03.1940 - 00.00.0000 U-Bootsausbildung bei der 1. U-Ausbildungsflottille, Danzig.
00.04.1940 - 00.00.0000 U-Lehrgang für Offiziere bei der 1. U-Ausbildungsabteilung, Plön.
00.00.0000 - 00.10.1940 U-Bootsausbildung bei der 2. U-Ausbildungsflottille, Neustadt.
00.10.1940 - 12.11.1940 Baubelehrung für U 149 bei U-Boote Ostsee, Kiel.
13.11.1940 - 30.11.1941 Kommandant von U 149 (Typ II D). 1 Unternehmung:
↳ 18.06.1941 - 11.07.1941 - Ostsee, vor Ösel, Dagö und Hangö.
01.12.1941 - 07.01.1942 Baubelehrung für U 604 bei der 8. Kriegsschiffbaulehrabteilung, Hamburg.
08.01.1942 - 11.08.1943 Kommandant von U 604 (Typ VII C). 6 Unternehmungen:
↳ 04.08.1942 - 08.09.1942 - Nordatlantik, bei Island.
↳ 14.10.1942 - 05.11.1942 - Mittelatlantik.
↳ 26.11.1942 - 31.12.1942 - Nordatlantik, westlich Irland, südlich Island.
↳ 08.02.1943 - 09.03.1943 - Nordatlantik.
↳ 22.04.1943 - 26.04.1943 - Golf von Biskaya.
↳ 24.06.1943 - 11.08.1943 - Mittelatlantik, südwestlich der Azoren, Südatlantik.
11.08.1943 Verlust seines Bootes U 604 im Mittelatlantik. Von U 185 gerettet.
11.08.1943 - 24.08.1943 An Bord von U 185.
24.08.1943 Beim Verlust von U 185, im Mittelatlantik, ums Leben gekommen.

Der Fall Höltring

1. Vorgeschichte: Der Verlust von U 604

Kapitänleutnant Horst Höltring hatte mit seinem Boot U 604 eine extrem belastende Zeit hinter sich. Nach einer wochenlangen Verfolgungsjagd und schweren Schäden durch alliierte Fliegerangriffe im Südatlantik musste er sein Boot am 11. August 1943 selbst versenken. Die Überlebenden wurden auf zwei andere Boote verteilt; Höltring kam zusammen mit einem Teil seiner Männer an Bord des Typs IX C Bootes U 185 unter dem Kommando von August Maus.

2. Der Angriff auf U 185

Am 24.08.1943 wurde U 185 im Zentralatlantik von US-Trägerflugzeugen der USS Core entdeckt. Das Boot wurde massiv mit Wasserbomben angegriffen und schwer beschädigt. Durch die Wucht der Explosionen entstanden Lecks, durch die Seewasser in das Innere drang. Da das Boot über das Heck wegsackte, wurde das Wasser nach vorne gedrückt, wo es in Kontakt mit den Batterien unter den Bodenplatten des Bugraums kam.

3. Die Katastrophe im Bugraum (Chlorgas)

Die chemische Reaktion von Seewasser und Batteriesäure setzte sofort hochgiftiges, gelbliches Chlorgas frei. Während Kommandant August Maus die Evakuierung über den Turm befahl, füllte sich das Boot von unten her mit den tödlichen Dämpfen. Im vorderen Torpedoraum (Bugraum) befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwei schwerverwundete Besatzungsmitglieder von U 604, die aufgrund ihrer Verletzungen nicht mehr rechtzeitig durch die engen Schotten in die Zentrale gebracht werden konnten.

4. Das Drama und die letzte Entscheidung

In dieser ausweglosen Situation sprang der ebenfalls verwundete Horst Höltring aus seiner Koje und rannte in den Bugraum. Überlebende berichteten später, dass die beiden im Sterben liegenden Männer ihren Kommandanten inständig anflehten, sie zu erschießen, um ihnen den qualvollen Erstickungstod durch das herannahende Gas zu ersparen. Höltring entsprach dieser Bitte, tötete beide Männer mit seiner Pistole und richtete die Waffe unmittelbar danach gegen sich selbst. Er wählte den Kopfschuss und blieb im sinkenden Boot zurück.

5. Personalhistorische Einordnung

Die Tat von Horst Höltring wurde von den geretteten Besatzungsmitgliedern von U 185 später nicht als Verbrechen, sondern als ein letzter, verzweifelter Akt der Kameradschaft und Fürsorge gewertet. In einer Situation, in der keine Rettung mehr möglich war, verhinderte er ein grausames Ende seiner Untergebenen. Höltring galt als fähiger Offizier, der bis zuletzt die Verantwortung für die ihm anvertrauten Männer seiner ehemaligen Besatzung übernahm.

Quellen & Literatur

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg: Die Gejagten 1942–1945"- Band 2 - S. 470.

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten"- Mittler Verlag 1996 - S. 104.

Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 292 - S. 101.

Timothy P. Mulligan. "Neither Sharks nor Wolves: The Men of the German U-boat Arm 1939–1945" - Analysiert die psychische Ausnahmesituation und die Bindung zwischen Kommandant und Besatzung im Fall Höltring.

Klaus D. Patzwall/Veit Scherzer: "Das Deutsche Kreuz 1941 - 1945" - Patzwall Verlag 2001 - Band 2 - S. 195.

Crewbuch der Crew 3§

Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com