Karl-Heinrich Harlfinger

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Lebensdaten

Name: Harlfinger

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Vorname: Karl Heinrich
Geburtsdatum: 02.08.1915
Geburtsort: Jena
Geburtsort Lage - Damals: Stadtkreis Jena - Verwaltungsbezirk II (Apolda) - Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
Geburtsort Lage - Heute: Kreisfreie Stadt - Bundesland Thüringen
Todesdatum: 21.03.1944 (28 Jahre)
Todesort: St. Nazaire
Todesort - Lage: Département Loire-Atlantique - Region Pays de la Loire - Republik Frankreich
Todesursache: Freitod

Dienstgrade

25.09.1935 Seekadett (Ernennung)
01.07.1936 Fähnrich zur See
01.11.1938 Oberfähnrich zur See
01.02.1939 Leutnant zur See
01.10.1940 Oberleutnant zur See mit Rangdienstalter vom 01.10.1940 (-262-)
01.10.1943 Kapitänleutnant mit Rangdienstalter vom 01.10.1943 (-10-)

Orden und Ehrenzeichen

00.04.1939 Dienstauszeichnung IV. Klasse
24.04.1940 Eiserne Kreuz 2. Klasse
00.00.1940 Kriegsabzeichen für Minensuch-, Ubootsjagd- und Sicherungsverbände
27.11.1941 Flotten-Kriegsabzeichen
17.05.1942 U-Bootskriegsabzeichen 1939
19.12.1943 Eiserne Kreuz 1. Klasse

Militärischer Werdegang

03.04.1935 Eintritt in die Reichsmarine als Seeoffiziersanwärter der Crew 35.
03.04.1935 - 17.06.1935 Infanteristische Grundausbildung bei der II. Schiffsstammabteilung der Ostsee, Stralsund.
18.06.1935 - 25.09.1935 Praktische Bordausbildung auf dem Segelschulschiff Gorch Fock.
26.09.1935 - 19.06.1936 Praktische Bordausbildung auf dem Leichten Kreuzer Karlsruhe.
20.06.1936 - 31.03.1937 Hauptlehrgang für Fähnriche mit anschließender Offiziershauptprüfung an der Marineschule, Flensburg-Mürwik.
01.04.1937 - 02.10.1937 Fähnrichslehrgänge.
03.10.1937 - 08.09.1939 Nicht ermittelt.
09.09.1939 - 09.04.1940 Wachoffizier auf dem Schwerer Kreuzer Blücher.
09.04.1940 Verlust der Blücher im Oslofjord/Norwegen (Unternehmen Weserübung).
10.04.1940 - 00.03.1941 Bootskommandant in der Hafenschutzflottille Oslo.
00.03.1941 - 29.06.1941 Bootskommandant in der Hafenschutzflottille Drontheim.
30.06.1941 - 29.08.1941 U-Wachoffizierslehrgang bei der 2. U-Lehrdivision, Gotenhafen.
30.08.1941 - 26.10.1941 Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
27.10.1941 - 22.11.1941 Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
23.11.1941 - 00.05.1942 I. Wachoffizier auf U 84 (Typ VII B) unter Horst Uphoff. 2 Unternehmungen:
↳ 21.12.1941 - 07.02.1942 - Nordatlantik, Neufundlandbank, Nova Scotia.
↳ 16.03.1942 - 15.05.1942 - Nordatlantik, Ostküste der USA.
30.06.1942 - 06.07.1942 Zur Verfügung bei der 24. U-Flottille, Memel.
07.07.1942 - 18.08.1942 Baubelehrung für U 269 bei der 6. Kriegsschiffbaulehrabteilung, Bremen.
19.08.1942 - 27.04.1943 Kommandant von U 269 (Typ VII C). 1 Unternehmung:
↳ 23.03.1943 - 23.04.1943 - Nordmeer.
27.04.1943 - 04.09.1943 Marinelazarett Bergen. (Krankheit).
05.09.1943 - 21.03.1944 Kommandant von U 269 (Typ VII C). 1 Unternehmung:
↳ 04.11.1943 - 15.12.1943 - Östlicher Nordatlantik.
21.03.1944 Freitod in St. Nazaire.

Der Fall Harlfinger

In seinen Personalunterlagen finden sich Hinweise auf eine schwierige disziplinäre Führung. Es waren bereits mehrere Arreststrafen gegen ihn verhängt worden. Zum Zeitpunkt seines Todes stand zudem ein Verfahren wegen Wehrdienstentziehung im Raum, was in der Kriegsmarine ein schwerwiegendes Delikt darstellte.

Der Vorfall der Selbsttötung ereignete sich 21.03.1944 in Frankreich. Harlfinger hielt sich im Hotel Majestic in La Baule auf, das damals von der Marine genutzt wurde. Hintergrund der psychischen Ausnahmesituation soll eine drohende Dienstunfähigkeit durch eine Erkrankung gewesen sein.

Der Chef der 6. U-Flottille, Carl Emmermann, war als direkter Vorgesetzter verpflichtet, solche Vorfälle und die damit verbundene Dienstunfähigkeit an die Marineführung weiterzugeben. Harlfinger befürchtete offenbar die damit einhergehende Schande eines öffentlichen Verfahrens und den Verlust seiner Ehre als Offizier.

Angeblich soll er sich eine Geschlechtskrankheit zugezogen haben, dadurch drohte die Dienstunfähigkeit. Aus Angst vor Bestrafung und der Schande, soll er sich wohl erschossen haben. Inwieweit diese Anschuldigungen gegen Harlfinger zutrafen, kann ich nicht beurteilen. Er wurde am 24.03.1944 auf der Kriegsgräberstätte Pornichet (Frankreich) beigesetzt.

Diese sensiblen Details (Erkrankung/Arrest) zu veröffentlichen, ist sehr schwierig gewesen. Historisch gesehen sind sie wichtig, um den enormen Druck und die gnadenlose Disziplin innerhalb des Offizierskorps der U-Boot-Waffe zu verstehen, die selbst verdiente Kommandanten in den Suizid treiben konnte.

Quellen & Literatur

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten"- Mittler Verlag 1996 - S. 89.

Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 292 - S. 89.

Luc Braeuer: "La base sous-marine de Saint-Nazaire" - Herausgeber: BRAEUER LUC 2025. (In seinen detaillierten Werken über die Stützpunkte in der Bretagne und der Loire-Mündung beschreibt der Autor oft die Schicksale der Kommandanten vor Ort, auch Vorfälle im Hotel Majestic).

Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com