Deutsche Werke AG Kiel: Unterschied zwischen den Versionen

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== U-Boot-Bau ==
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Die Deutsche Werke AG wurde bereits 1932 für den Bau der ersten U-Boote bestimmt (Vertrag Jan. 1934). Unter strenger Geheimhaltung wurden Montagehallen für den [[Typ II A]] errichtet; der erste Baubefehl erging am 08.02.1935. Während vor dem Krieg hauptsächlich Überwasserschiffe dominierten, wurde die Werft ab 1939 massiv in das U-Boot-Bauprogramm integriert ([[Typ II D]] und [[Typ VII C]]). Zu den besonderen Leistungen gehörten die Konstruktion des Versorgers vom [[Typ XIV]], des Walter [[Typ XVIII]] sowie die Entwicklung funktionsfähiger [[Schnorchel|Schnorchelanlagen]]. Ab 1944 fertigte die Werft im bombensicheren Bunker [[U-Boot-Bunker Konrad|Konrad]] (Trockendock III) Sektionen für den [[Typ XXI]]. Trotz hoher Auslastung endete der Bau der Versorger U 491-493 bei 80% Fertigstellung durch Baustopp. Die Werft wurde bei Kriegsende fast völlig zerstört.
Die Deutsche Werke AG Kiel (DWK) gehörte zu den Pionieren des deutschen U-Boot-Neubaus der Vorkriegszeit und war im Zweiten Weltkrieg eine der wichtigsten U-Boot-Werften der Kriegsmarine. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, dass hier der Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe nach dem Versailler Vertrag praktisch begann: Die ersten für die Kriegsmarine gebauten U-Boote der Nachkriegszeit, die Boote des [[Typ II A|Typs II A]], entstanden auf dieser Werft.
 
Die Deutsche Werke AG entstand 1925 aus der ehemaligen Kaiserlichen Werft Kiel, die nach dem Ersten Weltkrieg im Zuge der Abrüstung in eine staatliche Aktiengesellschaft umgewandelt worden war. In den 1920er Jahren konzentrierte sich der Betrieb auf den zivilen Schiffbau und den Maschinenbau. Mit der nationalsozialistischen Aufrüstung änderte sich dies grundlegend. Bereits 1933 fanden unter strenger Geheimhaltung erste Planungen für den Neubau von U-Booten statt; die entsprechenden Bauverträge wurden Anfang 1934 abgeschlossen. Für den Bau der ersten Boote mussten eigens neue Montagehallen errichtet werden, deren Fertigstellung aus politischen Tarnungsgründen beschleunigt wurde.
 
Den Auftakt bildeten die sechs Boote des [[Typ II A|Typs II A]] (U 1 bis U 6), die zwischen Juni und September 1935 in Dienst gestellt wurden. Ihnen folgten vier Boote des [[Typ II B|Typs II B]] (U 13 bis U 16), anschließend acht Boote des [[Typ II C|Typs II C]] (U 56 bis U 63) und schließlich sechzehn Boote des [[Typ II D|Typs II D]] (U 137 bis U 152). Damit war die Deutsche Werke AG die Hauptwerft für die Entwicklung und Serienfertigung der kleinen Küsten-U-Boote des Typs II, die das Rückgrat der deutschen U-Boot-Ausbildung bildeten und zugleich den personellen und technischen Aufbau der U-Boot-Waffe ermöglichten.
 
Mit Kriegsbeginn verlagerte sich der Schwerpunkt auf größere und leistungsfähigere Entwürfe. Ab 1939 fertigte die Werft insgesamt 29 U-Boote des [[Typ VII C|Typs VII C]], und zwar die Baulose U 451 – U 458, U 465 – U 473, U 475 – U 480 sowie U 481 – U 486. Diese Boote gehörten zum Standardtyp der deutschen U-Boot-Waffe und kamen vor allem im Atlantikkrieg zum Einsatz. Die Deutsche Werke AG war damit neben [[Blohm & Voss Hamburg]], der [[F. Schichau Werft GmbH Danzig]] und der [[Deschimag AG Weser Bremen]] ein bedeutender Hersteller des Typs VII.
 
Eine Besonderheit der Werft war darüber hinaus der Bau der sogenannten „Milchkühe“ des [[Typ XIV|Typs XIV]]. Zwischen 1941 und 1943 entstanden hier die sechs Versorgungs-U-Boote U 459 bis U 464, die nicht für den Angriffseinsatz vorgesehen waren, sondern als schwimmende Tank- und Nachschubstationen auf hoher See dienten. Sie versorgten Front-U-Boote mit Treibstoff, Torpedos, Ersatzteilen und Verpflegung und verlängerten dadurch deren Einsatzdauer erheblich. Die Deutsche Werke AG war die einzige Werft, die diese Spezialboote in Serie fertigte.
 
Ab 1944 wurde die eigentliche U-Boot-Endmontage in Kiel weitgehend eingestellt. Stattdessen wurde die Werft in das neue Produktionssystem für den [[Typ XXI]] eingebunden. Die Deutsche Werke AG fertigte nun vor allem vorgefertigte Sektionen, insbesondere die Bugsektion 8, die an die Endmontagewerften – vor allem [[Blohm & Voss Hamburg]] und die [[Deschimag AG Weser Bremen]] – geliefert wurden. Zu diesem Zweck wurde das Trockendock III zum [[U-Boot-Bunker Konrad]] umgebaut. Insgesamt sollen bis Kriegsende etwa 150 [[Typ XXI]]-Sektionen gefertigt worden sein.
 
Aus U-Boothistorischer Sicht nimmt die Deutsche Werke AG Kiel eine Sonderstellung ein. Hier begann 1934 mit dem Bau des [[Typ II A|Typs II A]] der geheime Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe. Später war die Werft der wichtigste Produzent der kleinen Typ-II-Boote, der einzige Serienhersteller der Versorgungs-U-Boote des [[Typ XIV|Typs XIV]] und ein bedeutender Lieferant des Standardtyps [[Typ VII C|VII C]]. Mit insgesamt 69 fertiggestellten U-Booten zählt sie zu den großen U-Boot-Werften des Deutschen Reiches und bildete zugleich das Bindeglied zwischen den frühen Ausbildungsbooten der Vorkriegszeit und der industriellen Massenfertigung der Kriegsjahre.


== Bauaufträge ==
== Bauaufträge ==


== Typ II A ==
'''Typ II A'''


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== Typ II B ==
'''Typ II B'''


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== Typ II C ==
'''Typ II C'''


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== Typ II D ==
'''Typ II D'''


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== Typ VII C ==
'''Typ VII C'''


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== Typ XIV ==
'''Typ XIV'''


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== Typ XVIII ==
'''Typ XVIII'''


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Aktuelle Version vom 12. Juni 2026, 16:33 Uhr

U-Boot-Bau


Die Deutsche Werke AG Kiel (DWK) gehörte zu den Pionieren des deutschen U-Boot-Neubaus der Vorkriegszeit und war im Zweiten Weltkrieg eine der wichtigsten U-Boot-Werften der Kriegsmarine. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, dass hier der Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe nach dem Versailler Vertrag praktisch begann: Die ersten für die Kriegsmarine gebauten U-Boote der Nachkriegszeit, die Boote des Typs II A, entstanden auf dieser Werft.

Die Deutsche Werke AG entstand 1925 aus der ehemaligen Kaiserlichen Werft Kiel, die nach dem Ersten Weltkrieg im Zuge der Abrüstung in eine staatliche Aktiengesellschaft umgewandelt worden war. In den 1920er Jahren konzentrierte sich der Betrieb auf den zivilen Schiffbau und den Maschinenbau. Mit der nationalsozialistischen Aufrüstung änderte sich dies grundlegend. Bereits 1933 fanden unter strenger Geheimhaltung erste Planungen für den Neubau von U-Booten statt; die entsprechenden Bauverträge wurden Anfang 1934 abgeschlossen. Für den Bau der ersten Boote mussten eigens neue Montagehallen errichtet werden, deren Fertigstellung aus politischen Tarnungsgründen beschleunigt wurde.

Den Auftakt bildeten die sechs Boote des Typs II A (U 1 bis U 6), die zwischen Juni und September 1935 in Dienst gestellt wurden. Ihnen folgten vier Boote des Typs II B (U 13 bis U 16), anschließend acht Boote des Typs II C (U 56 bis U 63) und schließlich sechzehn Boote des Typs II D (U 137 bis U 152). Damit war die Deutsche Werke AG die Hauptwerft für die Entwicklung und Serienfertigung der kleinen Küsten-U-Boote des Typs II, die das Rückgrat der deutschen U-Boot-Ausbildung bildeten und zugleich den personellen und technischen Aufbau der U-Boot-Waffe ermöglichten.

Mit Kriegsbeginn verlagerte sich der Schwerpunkt auf größere und leistungsfähigere Entwürfe. Ab 1939 fertigte die Werft insgesamt 29 U-Boote des Typs VII C, und zwar die Baulose U 451 – U 458, U 465 – U 473, U 475 – U 480 sowie U 481 – U 486. Diese Boote gehörten zum Standardtyp der deutschen U-Boot-Waffe und kamen vor allem im Atlantikkrieg zum Einsatz. Die Deutsche Werke AG war damit neben Blohm & Voss Hamburg, der F. Schichau Werft GmbH Danzig und der Deschimag AG Weser Bremen ein bedeutender Hersteller des Typs VII.

Eine Besonderheit der Werft war darüber hinaus der Bau der sogenannten „Milchkühe“ des Typs XIV. Zwischen 1941 und 1943 entstanden hier die sechs Versorgungs-U-Boote U 459 bis U 464, die nicht für den Angriffseinsatz vorgesehen waren, sondern als schwimmende Tank- und Nachschubstationen auf hoher See dienten. Sie versorgten Front-U-Boote mit Treibstoff, Torpedos, Ersatzteilen und Verpflegung und verlängerten dadurch deren Einsatzdauer erheblich. Die Deutsche Werke AG war die einzige Werft, die diese Spezialboote in Serie fertigte.

Ab 1944 wurde die eigentliche U-Boot-Endmontage in Kiel weitgehend eingestellt. Stattdessen wurde die Werft in das neue Produktionssystem für den Typ XXI eingebunden. Die Deutsche Werke AG fertigte nun vor allem vorgefertigte Sektionen, insbesondere die Bugsektion 8, die an die Endmontagewerften – vor allem Blohm & Voss Hamburg und die Deschimag AG Weser Bremen – geliefert wurden. Zu diesem Zweck wurde das Trockendock III zum U-Boot-Bunker Konrad umgebaut. Insgesamt sollen bis Kriegsende etwa 150 Typ XXI-Sektionen gefertigt worden sein.

Aus U-Boothistorischer Sicht nimmt die Deutsche Werke AG Kiel eine Sonderstellung ein. Hier begann 1934 mit dem Bau des Typs II A der geheime Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe. Später war die Werft der wichtigste Produzent der kleinen Typ-II-Boote, der einzige Serienhersteller der Versorgungs-U-Boote des Typs XIV und ein bedeutender Lieferant des Standardtyps VII C. Mit insgesamt 69 fertiggestellten U-Booten zählt sie zu den großen U-Boot-Werften des Deutschen Reiches und bildete zugleich das Bindeglied zwischen den frühen Ausbildungsbooten der Vorkriegszeit und der industriellen Massenfertigung der Kriegsjahre.

Bauaufträge

Typ II A

U 1 U 2 U 3 U 4 U 5 U 6

Typ II B

U 13 U 14 U 15 U 16

Typ II C

U 56 U 57 U 58 U 59 U 60 U 61 U 62 U 63

Typ II D

U 137 U 138 U 139 U 140 U 141 U 142 U 143 U 144 U 145 U 146
U 147 U 148 U 149 U 150 U 151 U 152

Typ VII C

U 451 U 452 U 453 U 454 U 455 U 456 U 457 U 458 U 466 U 467
U 468 U 469 U 470 U 471 U 472 U 473 U 474 U 475 U 476 U 477
U 478 U 479 U 480 U 481 U 482 U 483 U 484 U 485 U 486

Typ XIV

U 459 U 460 U 461 U 462 U 463 U 464 U 487 U 488 U 489 U 490
U 491 U 492 U 493 U 494 U 495 U 496 U 497 U 498 U 499 U 500

Typ XVIII

U 796 U 797

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

→ Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com