Rolf Mützelburg

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Lebensdaten

Name: Mützelburg

Rolf Mützelburg
Vorname: Rolf Christian Detlef
Geburtsdatum: 23.06.1913
Geburtsort: Kiel
Geburtsort Lage - Damals: Stadtkreis Kiel - Regierungsbezirk Schleswig - Preußische Provinz Schleswig-Holstein
Geburtsort Lage - Heute: Kreisfreie Stadt - Landeshauptstadt - Bundesland Schleswig-Holstein
Todesdatum: 11.09.1942 (29 Jahre)
Todesort: Mittelatlantik nordwestlich der Insel Madeira
Todesursache: Unfall beim Baden (springen vom Turm des Bootes)

Dienstgrade

04.11.1932 Seekadett (Ernennung)
01.04.1933 Gefreiter
01.01.1934 Fähnrich zur See mit Rangdienstalter vom 01.01.1934
01.06.1934 Obermaat
01.09.1935 Oberfähnrich zur See mit Rangdienstalter vom 01.09.1935
01.01.1936 Leutnant zur See mit Wirkung vom 01.01.1936 und Rangdienstalter vom 01.01.1936 (-23-)
01.10.1937 Oberleutnant zur See mit Wirkung vom 01.10.1937 und Rangdienstalter vom 01.10.1937 (-18-)
01.01.1940 Kapitänleutnant mit Wirkung vom 01.01.1940 und Rangdienstalter vom 01.01.1940 (-5-)

Orden und Ehrenzeichen

15.08.1936 Dienstauszeichnung IV. Klasse
01.07.1941 Eiserne Kreuz 2. Klasse
01.07.1941 Eiserne Kreuz 1. Klasse
01.07.1941 U-Bootskriegsabzeichen 1939
30.07.1941 Nennung im Wehrmachtbericht
17.11.1941 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
20.04.1942 Nennung im Wehrmachtbericht
15.07.1942 104. Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
15.09.1942 Nennung im Wehrmachtbericht

Militärischer Werdegang

15.08.1932 Eintritt in die Reichsmarine als Seeoffizieranwärter der Crew 32 (vorgezogen nach dem Untergang der Niobe).
15.08.1932 - 07.10.1932 Infanteristische Grundausbildung bei der II. Schiffsstammabteilung der Ostsee, Stralsund.
08.10.1932 - 05.11.1932 Zwischenlehrgang an der Marineschule, Flensburg-Mürwik. Zugleich:
↳ 26.10.1932 - 03.11.1932 - Praktische Bordausbildung auf der Segelyacht Asta.
06.11.1932 - 02.01.1934 Praktische Bordausbildung auf dem Leichten Kreuzer Köln.
03.01.1934 - 17.03.1934 Infanterielehrgang für Fähnriche bei der II. Schiffsstammabteilung der Ostsee, Stralsund.
18.03.1934 - 12.05.1934 Torpedolehrgang für Fähnriche an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
13.05.1934 - 29.05.1934 Nachrichtenlehrgang für Fähnriche an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
30.05.1934 - 15.06.1934 Flaklehrgang für Fähnriche an der Küstenartillerieschule, Wilhelmshaven.
16.06.1934 - 03.07.1934 Sperrlehrgang für Fähnriche an der Sperrschule, Kiel-Wik.
04.07.1934 - 18.04.1935 Hauptlehrgang für Fähnriche mit anschließender Offiziershauptprüfung an der Marineschule, Flensburg-Mürwik. Zugleich:
↳ 27.08.1934 - 01.09.1934 - Navigationsbelehrungsfahrt auf dem Tender Weser.
↳ 24.01.1935 - 30.01.1935 - Navigationsbelehrungsfahrt auf dem Tender Nordsee.
19.04.1935 - 01.10.1935 Praktische Bordausbildung auf dem Panzerschiff Deutschland.
02.10.1935 - 07.12.1935 Artillerielehrgang an der Schiffsartillerieschule, Kiel-Wik.
08.12.1935 - 15.12.1935 U-Lehrgang für Offiziere an der U-Schule, Kiel.
16.12.1935 - 20.09.1936 Praktische Bordausbildung und Zugoffizier auf dem Schulschiff Schleswig-Holstein. Zugleich:
↳ 27.01.1936 - 28.03.1936 - Sperrlehrgang für Offiziere an der Sperrschule, Kiel-Wik.
21.09.1936 - 14.04.1938 In der 2. Minensuchflottille. Zugleich:
↳ 28.09.1936 - 08.11.1936 - I. Wachoffizier auf dem Minensuchboot M 117.
↳ 09.11.1936 - 20.11.1936 - Flakleiterlehrgang an der Küstenartillerieschule, Wilhelmshaven.
↳ 21.11.1936 - 30.09.1937 - I. Wachoffizier auf dem Minensuchboot M 117.
01.10.1937 - 06.02.1938 Adjutant in der 2. Minensuchflottille.
07.02.1938 - 19.02.1938 Signaloffizierslehrgang an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
20.02.1938 - 14.04.1938 Adjutant auf dem Minensuchboot M 133.
15.04.1938 - 04.09.1939 Gruppenoffizier an der Marineschule, Flensburg-Mürwik. Zugleich:
↳ 14.07.1938 - 18.07.1938 - Fähnrichs-Gruppenoffizier für Navigationsbelehrungsfahrt auf dem Tender Paul Beneke.
↳ 28.11.1938 - 31.03.1939 - Torpedo-Lehrer an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
↳ 27.05.1939 - 29.05.1939 - Starboot-Lehrgang bei der Marinestation der Ostsee.
↳ 03.06.1939 - 04.06.1939 - Starboot-Lehrgang bei der Marinestation der Ostsee.
↳ 31.07.1939 - 08.08.1939 - Fähnrichs-Gruppenoffizier für Navigationsbelehrungsfahrt auf dem Tender Nordsee.
05.09.1939 - 25.10.1939 Bootskommandant in der 12. Minensuchflottille.
26.10.1939 - 25.11.1939 Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
26.11.1939 - 25.01.1940 U-Lehrgang für Offiziere an der U-Schule, Neustadt.
26.01.1940 - 02.03.1940 Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
03.03.1940 - 09.06.1940 Kommandantenschüler in der 1. U-Ausbildungsflottille, Danzig.
10.06.1940 - 28.11.1940 Kommandant von U 10 (Typ II B). (Schulboot).
29.11.1940 - 03.01.1941 Kommandantenschüler auf U 100 (Typ VII B) unter Joachim Schepke. 2 Unternehmungen:
↳ 07.11.1940 - 27.11.1940 - Nordatlantik, westlich des Nordkanals und Irlands.
↳ 02.12.1940 - 01.01.1941 - Nordatlantik, westlich Irland.
03.01.1941 - 09.01.1941 Zur Verfügung der 7. U-Flottille, St. Nazaire.
10.01.1941 - 17.02.1941 Baubelehrung für U 203 bei U-Boote Ostsee, Kiel.
18.02.1941 - 11.09.1942 Kommandant von U 203 (Typ VII C). 8 Unternehmungen:
↳ 05.06.1941 - 29.06.1941 - Nordatlantik.
↳ 10.07.1941 - 31.07.1941 - Nordatlantik, westliche Biskaya.
↳ 20.09.1941 - 30.09.1941 - Nordatlantik, westliche Biskaya.
↳ 18.10.1941 - 12.11.1941 - Nordatlantik, westlich Irland, Neufundland.
↳ 25.12.1941 - 29.01.1942 - Nordatlantik, Neufundlandbank, südlich Nova Scotia.
↳ 12.03.1942 - 30.04.1942 - Nordatlantik, Ostküste der USA.
↳ 03.06.1942 - 29.07.1942 - Nordatlantik, Karibik.
↳ 27.08.1942 - 11.09.1942 - Mittelatlantik.
11.09.1942 Im Mittelatlantik nordwestlich der Insel Madeira tödlich verunglückt.

Der Fall Mützelburg

1. Der Unfallhergang

Während einer Patrouille südwestlich der Azoren erlaubte Mützelburg seiner Besatzung bei ruhiger See ein Bad im Atlantik. Der Kommandant, der als sehr sportlich galt, sprang vom Turm des Bootes ins Wasser. Dabei unterschätzte er die Rollbewegung des U-Bootes in der Dünung. Er schlug mit dem Kopf und dem Oberkörper auf dem Satteltank (der seitlichen Ausbuchtung des Bootskörpers) auf, der im Moment des Sprungs durch eine Wellenbewegung aus dem Wasser gehoben worden war.

2. Die Folgen

Mützelburg erlitt bei dem Aufprall schwerste Verletzungen, darunter eine Fraktur der Schädelbasis sowie Brüche an Armen und Beinen. Da sich kein Arzt an Bord befand, wurde über Funk medizinische Hilfe angefordert. Ein französischer Arzt von einem in der Nähe operierenden "Milchkuh"-Versorgungsboot (U 460) wurde per Schlauchboot übergesetzt, konnte jedoch nur noch den Tod des Kommandanten feststellen. Rolf Mützelburg verstarb am Tag nach dem Unfall an seinen inneren Verletzungen.

3. Bestattung und Nachwirkung

Rolf Mützelburg wurde am 12.09.1942 um 16:12 Uhr, nach Feststellung des Todes durch den Bordarzt von U 462, Marinestabsarzt Dr. Rüdiger Rohrbach, mit militärischen Ehren im Atlantik auf Position 36° 14,5' Nord - 31° 21,2' West beigesetzt. Die Todesursache war ein Schädelbruch mit Gehirnhautblutung. Mützelburg war einer der erfolgreichsten und populärsten Kommandanten der U-Boot-Waffe (Ritterkreuz mit Eichenlaub). Sein Tod durch einen vermeidbaren Badeunfall löste beim Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.), Karl Dönitz, große Bestürzung aus. In der Folge wurden die Sicherheitsvorschriften für das Baden von Besatzungen auf hoher See drastisch verschärft.

Quellen & Literatur

Luc Braeuer: "German U-boat Ace Rolf Mützelburg" - Schiffer Publishing Ltd-2015.

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten"-Mittler Verlag 1996-S. 167.

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die Ritterkreuzträger der U-Boot-Waffe"-Mittler Verlag 2003-S. 155.

Walter-Peer Fellgiebel: "Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939 - 1945"-Podzun-Pallas Verlag 1988-S. 60, 319.

Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945"-Podzun Verlag 1956-Band 3-Abschnitt 291-S. 250-251.

Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com