Aktion Regenbogen
Aktion Regenbogen
Unter der Bezeichnung Aktion Regenbogen wird die Selbstversenkung zahlreicher U-Boote der Kriegsmarine in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges zusammengefasst. Das Kennwort „Regenbogen“ bezeichnete innerhalb der U-Boot-Waffe die vorbereitete Selbstversenkung der Boote bei einer unmittelbar bevorstehenden Übergabe an den Gegner. Anfang Mai 1945 wurde dieser Befehl an zahlreichen Standorten ausgeführt. Mehr als 200 deutsche U-Boote wurden dabei durch ihre Besatzungen selbstversenkt.
Vorbereitung der Selbstversenkung
Für die U-Boot-Waffe bestand seit 1943 unter dem Kennwort „Regenbogen“ eine Regelung für die Selbstversenkung der eigenen Boote. Ende April 1945 wurde die Vorbereitung auf die Selbstversenkung angesichts der militärischen Lage erneut wirksam. Die Besatzungen verfügten über festgelegte Verfahren zur Versenkung ihrer Boote durch Öffnen von Flutventilen oder durch Sprengung.
Aufhebung des Befehls
Am 4. Mai 1945 wurde im Zusammenhang mit der Teilkapitulation der deutschen Streitkräfte in Nordwestdeutschland, Dänemark und den Niederlanden der Regenbogen-Befehl aufgehoben. Gleichzeitig wurde die Einstellung des U-Boot-Krieges angeordnet. Die Kapitulationsbedingungen sahen die Übergabe der noch vorhandenen Schiffe und Kriegsschiffe vor. Die Aufhebung des Befehls fiel in eine Phase, in der an verschiedenen Standorten bereits Selbstversenkungen begonnen hatten beziehungsweise vorbereitet waren.
Selbstversenkungen Anfang Mai 1945
Zwischen dem 1. und 5. Mai 1945 wurden zahlreiche U-Boote in deutschen Häfen, Werften und Ankerplätzen selbstversenkt. Schwerpunkte lagen unter anderem in Kiel, Wilhelmshaven, Hamburg, Neustadt in Holstein, Eckernförde, der Flensburger Förde und der Geltinger Bucht. Betroffen waren Frontboote, Schul- und Ausbildungsboote sowie neu in Dienst gestellte U-Boote. Die Besatzungen versenkten ihre Boote durch Öffnen der Flutventile oder mit vorbereiteten Sprengladungen. Besonders viele Selbstversenkungen erfolgten am 4. und 5. Mai 1945.
Geltinger Bucht
Die Geltinger Bucht an der Flensburger Förde gehörte zu den wichtigsten Sammelräumen der U-Boot-Waffe in den letzten Kriegstagen. Dort lagen Anfang Mai 1945 zahlreiche U-Boote verschiedener Flottillen und Ausbildungsverbände. In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai sowie am Morgen des 5. Mai 1945 wurden dort zahlreiche Boote durch ihre Besatzungen selbstversenkt.
U-Boot-Typen
Unter den selbstversenkten Booten befanden sich U-Boote zahlreicher Baureihen. Dazu gehörten auch moderne Boote der Typen XXI und XXIII. Ein großer Teil dieser Neubauten befand sich Anfang Mai 1945 noch in Ausbildung, Erprobung oder Vorbereitung auf den Fronteinsatz. Die Selbstversenkungen betrafen damit sowohl langjährig eingesetzte U-Boote als auch zahlreiche erst kurz zuvor fertiggestellte Neubauten.
Versenkte Boote (soweit ermittelt)
Quellen im Bundesarchiv
BArch RM 87:
Befehlshaber der Unterseeboote der Kriegsmarine.
BArch RM 89: Unterseebootstäbe der Kriegsmarine.
BArch RM 91: Unterseebootflottillen der Kriegsmarine.
BArch RM 98: Unterseeboote der Kriegsmarine.
Literatur
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim:
Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 4: Die deutschen U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn, 1999.
Rohwer, Jürgen / Hümmelchen, Gerhard: Chronik des Seekrieges 1939–1945. Stalling Verlag, Oldenburg, 1968.
Blair, Clay: Der U-Boot-Krieg. Band 2: Die Gejagten 1942–1945. Heyne Verlag, München, 1999.
Gröner, Erich / Jung, Dieter / Maass, Martin: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 3: U-Boote, Hilfskreuzer, Minenschiffe, Netzleger. Bernard & Graefe Verlag, München, 1985.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverzeichnis: → Literaturverzeichnis und Buchkauf
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com