Wolfgang Schwarzkopf
Lebensdaten
| Name: | Schwarzkopf |
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| Vorname: | Wolfgang | |
| Geburtsdatum: | 10.01.1921 | |
| Geburtsort: | Berlin | |
| Geburtsort Lage - Damals: | Stadtkreis Berlin - Provinzfreie Stadt - Freistaat Preußen - Reichshauptstadt | |
| Geburtsort Lage - Heute: | Kreisfreie Stadt - Bundesland Berlin - Bundeshauptstadt | |
| Todesdatum: | - | |
| Todesort: | - | |
| Todesort - Lage: | - |
Dienstgrade
| 01.05.1940 | Seekadett (Ernennung) |
| 01.11.1940 | Fähnrich zur See |
| 01.11.1941 | Oberfähnrich zur See |
| 01.04.1942 | Leutnant zur See mit Rangdienstalter vom 01.04.1942 (-420-) |
| 01.12.1943 | Oberleutnant zur See mit Rangdienstalter vom 01.12.1943 (-302-) |
Orden und Ehrenzeichen
| 18.09.1941 | U-Bootskriegsabzeichen 1939 |
| 03.09.1943 | Eiserne Kreuz 2. Klasse |
| 03.09.1943 | Verwundetenabzeichen in Schwarz |
| 00.12.1943 | Dienstauszeichnung IV. Klasse |
Militärischer Werdegang
| 01.12.1939 | Eintritt in die Kriegsmarine als Seeoffiziersanwärter der Crew XII/39. |
| 01.12.1939 - 29.02.1940 | Infanteristische Grundausbildung bei der 7. Schiffsstammabteilung, Dänholm/Stralsund. |
| 29.02.1940 - 31.03.1940 | Praktische Bordausbildung auf dem Segelschulschiff Horst Wessel. |
| 01.04.1940 - 30.11.1940 | Praktische Bordausbildung auf dem Schulschiff Schleswig-Holstein. |
| 01.12.1940 - 30.04.1941 | Hauptlehrgang für Fähnriche mit anschließender Offiziershauptprüfung an der Marineschule, Flensburg-Mürwik. |
| 01.05.1941 - 22.11.1941 | Wachoffiziersschüler auf U 202 (Typ VII C) unter Hans-Heinz Linder. 3 Unternehmungen: |
| ↳ 17.06.1941 - 23.07.1941 - Nordatlantik. | |
| ↳ 11.08.1941 - 17.09.1941 - Nordatlantik, südwestlich Irland. | |
| ↳ 14.10.1941 - 13.11.1941 - Nordatlantik, westlich Irland, Neufundland. | |
| 23.11.1941 - 01.02.1942 | U-Wachoffizierslehrgang bei der 1. U-Lehrdivision, Pillau. |
| 02.02.1942 - 14.03.1942 | Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik. |
| 15.03.1942 - 28.03.1942 | Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik. |
| 00.03.1942 - 00.07.1942 | Wachoffizier (überzählig) auf U 605 (Typ VII C) unter Herbert-Viktor Schütze. (Ausbildung und Erprobung). |
| 00.08.1942 - 15.10.1942 | Baubelehrung für U 340 bei der 6. Kriegsschiffbaulehrabteilung, Bremen. |
| 16.10.1942 - 02.09.1943 | I. Wachoffizier auf U 340 (Typ VII C) unter Hans-Joachim Klaus. 2 Unternehmungen: |
| ↳ 29.04.1943 - 31.05.1943 - Nordatlantik, südöstlich Kap Farewell. | |
| ↳ 06.07.1943 - 02.09.1943 - Mittelatlantik, Kanaren. | |
| 03.09.1943 - 30.09.1943 | Zur Verfügung der 6. U-Flottille, St. Nazaire und im Lazarett La Baule. |
| 01.10.1943 - 15.10.1943 | Ortungslehrgang (Funkmeß) bei der 3. U-Lehrdivision, Neustadt. |
| 16.10.1943 - 01.12.1943 | Kommandanten-Lehrgang und Kommandanten-Schießlehrgang bei der 23. U-Flottille, Danzig. |
| 13.12.1943 - 08.04.1944 | Kommandant von U 2 (Typ II A) - (Schulboot). |
| 08.04.1944 | Verlust seines Bootes U 2 in der Ostsee nach einer Kollision mit dem deutschen Fischdampfer Helmi Söhle. |
| 12.05.1944 - 05.08.1944 | Kommandant von U 21 (Typ II B) - (Schulboot). |
| 06.08.1944 - 18.12.1944 | Kommandant von U 704 (Typ VII C) - (Schulboot). |
| 00.01.1945 - 00.02.1945 | In der 1. U-Ausbildungsabteilung, Plön. |
| 00.03.1945 - 08.05.1945 | Zur Verfügung der 3. U-Lehrdivision, Neustadt und dem Marine Auffangkommando Husum. |
| 08.05.1945 - 00.00.0000 | Britische Kriegsgefangenschaft. |
Der Fall Schwarzkopf
Am 31.07.1944 wurde Wolfgang Schwarzkopf, wegen dem Untergang von U 2, beim Zusammenstoß mit dem Dampfer Helmi Söhle, zu 6 Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässige Beschädigung verurteilt. Später wurde das Urteil in 6 Wochen verschärften Kammerarrest umgewandelt (verbüßt ab 13.10.44).
1. Hergang der Kollision:
Der Zusammenstoß am 08.04.1944 ereignete sich bei guter Sicht während einer Überwasserfahrt in der Danziger Bucht (nahe Pillau). Die Untersuchung ergab, dass Schwarzkopf den Dampfer Helmi Söhle zu spät wahrgenommen hatte, was als schweres Versäumnis in der Ausguckführung gewertet wurde. Dies begründete den Vorwurf der „Fahrlässigkeit“ im Urteil.
2. Zusammensetzung der Toten:
Unter den 17 Todesopfern befanden sich nicht nur Mitglieder der Stammbesatzung, sondern auch mehrere Lehrgangsteilnehmer, die sich zur Einweisung an Bord befanden. Dies erhöhte den Druck der Marinejustiz, ein deutliches Urteil zu fällen.
3. Begründung der Strafmilderung:
Die Umwandlung der 6 Monate Gefängnis in 6 Wochen verschärften Kammerarrest erfolgte durch eine Gnadenentscheidung des zuständigen Gerichtsherrn (in diesem Fall meist der Kommandierende Admiral der Unterseeboote, Hans-Georg von Friedeburg). Die offizielle Begründung lautete auf „Bewährung vor dem Feind“ und den dringenden Bedarf an erfahrenen Offizieren für das neue Typ-XXI-Programm.
Besonderheit des Kammerarrests: Der „verschärfte Kammerarrest“ bedeutete, dass Schwarzkopf während der 6 Wochen (ab 13.10.1944) keinen Dienst versehen durfte, keinen Ausgang hatte und in seiner Unterkunft isoliert war.
4. Verbleib von U 2
Das Boot wurde am Tag nach dem Unfall (09.04.1944) gehoben und nach Pillau geschleppt. Dort wurde festgestellt, dass eine Reparatur unwirtschaftlich sei. Es wurde daher am 18.06.1944 offiziell außer Dienst gestellt und als Ersatzteilspender genutzt, was im Prozess strafverschärfend als „Totalverlust eines Frontmittels“ gewertet wurde.
Quellen & Literatur
Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 224.
Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 292 - S. 194.
Bibliographisches Institut: "Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com